Basketball RHEINPFALZ Plus Artikel Klarer Sieg und verschmitztes Comeback in Bad Bergzabern

Welcher Arm gehört zu wem? Links Jeremy Black.
Welcher Arm gehört zu wem? Links Jeremy Black.

Simon Schmitz trägt wieder das TVB-Trikot. Mit drei Dreiern und mehreren Steals zeigt der ehemalige Bundesliga-Profi kurz nach seiner Einwechslung in nur wenigen Minuten, dass er nichts verlernt hat. Bergzaberns Sieg gegen den dezimierten Pfalzrivalen SG TV Dürkheim/B I Speyer II ist nie in Gefahr.

Der TV Bad Bergzabern gewann das Pfalzderby der 2. Basketball-Regionalliga 93:77 (52:36) gegen die SG TV Dürkheim/B I Speyer II. Ein ungefährdeter Start-Ziel-Sieg. Dennoch herrschte nach Abpfiff verkehrte Welt. Mehrere TVB-Cracks haderten mit der Verteidigungsleistung und waren nur mit der Offensivausbeute zufrieden, während sich das junge und stark ersatzgeschwächte SG-Team als „heimlicher Gewinner“ fühlte.

„Das war mehr als ordentlich. Jede Woche haben wir eine andere Aufstellung. Dieses Mal waren Jungs aus unserer dritten Mannschaft dabei. So wie wir heute gespielt haben, waren wir noch nie im Training zusammen“, sagte Flynn Lange, einer der Besten im SG-Trikot. Dwain Vidakovic, mit Lange, Pavle Pisic und Julian Ifeh einer von vier Jungs, die bereits mit dem Speyerer Zweitliga-Team trainieren dürfen, verstärkte Langes Einschätzung: „Das ist wirklich nicht leicht, sich jedes Wochenende auf einen neue Situation einzustellen. Doch uns macht’s großen Spaß, wir werden dabei ja auch richtig gefordert. Und heute haben gegen so einen starken Gegner die zweite Hälfte ausgeglichen gestaltet und das vierte Viertel sogar gewonnen. Das war richtig stark.“

„Richtig schlecht verteidigt“

Die Gewinner zeigten sich selbstkritisch. „Wir haben 93 Punkte erzielt – da kann man offensiv nicht meckern. Doch wir haben zu viele Gegentreffer kassiert. Wir haben als Team richtig schlecht verteidigt. Zumal bei der Spielgemeinschaft mit Pavle Pisic nur ein einziger das Angriffsspiel richtig gut kreieren konnte“, meinte TVB-Kapitän Martin Langenfeld. „Ohne überheblich zu wirken: Wir waren von der Erfahrung, von unserem Spielvermögen und auch der klaren körperlichen Überlegenheit dem Gegner einiges voraus. Doch wir haben das nicht vollständig auf den Platz gebracht. Gefühlt haben wir 30 Gegentreffer zu viel kassiert. Wenn wir perfekt performt hätten, wäre vielleicht ein Resultat von 110:60 eines gewesen, das zu dem Match gepasst hätte.“

Wichtiges Thema fürs Training

Johannes Jäger, einer der Agilsten beim TVB, schlug in die gleiche Kerbe: „Natürlich ist ein Sieg ein Sieg. Und auch dieser Erfolg ist für uns sehr wichtig, wir haben unsere gute Tabellenposition gefestigt. Doch es hätte besser laufen müssen – auch wenn im Angriff ja alles gepasst hat.“ In der Verteidigung sei das Team viel zu nachlässig gewesen. Jäger: Wir hätten aufgrund unserer Überlegenheit viel mehr Spielkontrolle haben müssen. Auch ich bin mit meiner Leistung nur halb zufrieden. Denn wie im gesamten Team hätte auch ich besser verteidigen können. Da haben wir ein wichtiges Thema für unsere Aufarbeitung am Dienstag im Training. Das muss das nächste Mal wieder anders klappen, denn so leicht wird uns das Gewinnen ja nicht jedes Wochenende gemacht.“

Einfache Abschlüsse

Das Pfalzduell verlief einseitig. Immerhin fehlten bei den Gästen wegen eines zeitgleichen Zweitliga-Einsatzes Mateja Basic, David Pisic, Simon Franke und Dennis Diala, die vier erfolgreichsten Werfer. Während das TVB-Team um Spielertrainer Jeremy Black in Bestbesetzung auflief. Eric Bergmann eröffnete mit einem Dreier und vier weiteren Punkten das Match. Mit sieben Drei-Punkte-Treffern in der ersten Halbzeit und einem schnellen Umschaltspiel mit viel Zug zum SG-Korb, das immer wieder zu einfachen Abschlüssen in Speyers Zone führte, zogen die Gastgeber zum 27:15 (10.) weg und lagen die meiste Zeit mit plus 20 Zählern vorne.

Schmitz: In zweiter Hälfte stehend k. o.

Die Geschichte des Spiels schrieb Simon Schmitz, der nach langer Zeit wieder, erstmals in dieser Saison, für den TVB auflief. Als der langjährige Bundesliga-Profi und ehemalige Nationalspieler aufs Feld kam, spürte jeder in der Halle, warum Schmitz unter anderem in Bayreuth und Trier so erfolgreich war. Mit mehreren Ballgewinnen und drei Dreiern in nur wenigen Minuten ließ der begnadete Ballkünstler seine Klasse aufblitzen. „Ich trainierte im neuen Jahr erst dreimal mit dem Team“, erzählte Schmitz. „Auch wenn ich nur in der ersten Hälfte richtig Energie geben konnte und in der zweiten Halbzeit stehend k. o. war, es hat richtig Spaß gemacht gemeinsam mit den TVB-Jungs.“

So spielte der TV Bad Bergzabern: Jäger (15 Punkte), Black (14), Wroblewski (13), Bergmann (11), Behrendt (10), Langenfeld (10), Schmitz (9), Illgen (4), Kretschmer (3), Adam (2), Tübel (2), Jung.

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