Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Klarer Offenbacher Sieg nach vielen Kontern

Der Saulheimer Paul Schielke schnappt sich Maximilian Daum. Links von TVO-Kreisspieler Mario Fuchs, der vier Tore beisteuert, ve
Der Saulheimer Paul Schielke schnappt sich Maximilian Daum. Links von TVO-Kreisspieler Mario Fuchs, der vier Tore beisteuert, verteidigt Jörn Dönsdorf, rechts Markus Sieben.

Ein Konter nach dem anderen fliegt in der Schlussphase durch die Queichtalhalle. So gewinnt der TV Offenbach zu hoch ein zeitweise hitziges Oberligaspiel gegen personell angeschlagene Saulheimer. Nach dem 20:18 geht ihnen die Puste aus. TVO-Trainer Tobias Job hat Mitleid mit seinem Trainerkollegen.

35:24 (12:11) gewinnt der TV Offenbach sein erstes Spiel nach der Osterpause gegen eine personell angeschlagene SG Saulheim. Mit Christopher Klee und Mathias Konrad fehlen den Gästen zwei Stammspieler, nach dem 20:18 geht den Saulheimern die Puste aus. Der Sieg fällt zu hoch aus. Tobias Job tut’s leid: „Die Saulheimer schlagen morgen ihre Zeitung auf und lesen so ein Ergebnis. Über 40 Minuten haben wir aber ganz schlecht gespielt“, mahnte Offenbachs Trainer trotz des am Ende deutlichen Ergebnisses.

Fuchs gegen Fuchs

In der ersten Hälfte bot das Spiel wenig spielerische Höhepunkte. Vielmehr wurde es zunehmend hitzig. Direkt nach sechs Minuten zerrte Saulheims Frederik Fuchs so lange an seinem Offenbacher Namensvetter Mario herum, dass der trotz freier Bahn im Konter heftig Kopf voraus zu Fall kam. Der Offenbacher Fuchs musste angeschlagen kurz raus, der Saulheimer Fuchs wurde nach Beratungspause des Schiedsrichtergespanns nicht zum Duschen, sondern zwei Minuten auf die Bank geschickt. Glück für die Gäste, die Entscheidung war wohl auch dem frühen Zeitpunkt im Spiel geschuldet.

Auszeiten stoppen Spielfluss

Der TVO fand sein Glück immer wieder durch gute Verlagerungen. Linksaußen Nico Bader war mehrmals Nutznießer und traf nach Fehlwurf in der ersten Minute fortan sicher. Nach dem 6:4 (12.) kamen die Gäste wieder ran und erzielten beim 8:9 (18.) gar ihre zweite Führung im Spiel, Darren Weber traf sicher aus sieben Metern.

Zwei Auszeiten beider Teams stoppten vor der Halbzeit etwas den Spielfluss, dank zweier Tore von Niklas Klein (mit 9/4 Treffern bester Torschütze) und Felix Klein ging der TVO nach dem 10:10 (25.) mit einer knappen Führung in die Kabinen.

Zweimal Vorteil verwehrt

Aus dem 12:11-Halbzeitstand wurde nach dem Seitenwechsel ein 14:14 (wieder Weber-Siebenmeter), bevor es erneut laut wurde. Gleich zweimal in Folge ahndeten die Schiedsrichter vorschnell ein Saulheimer Foul, verwehrten dem TVO dabei jeweils den Vorteil. Niklas Klein und Mario Fuchs ärgerten sich lautstark ob der geklauten Torchance. Man merkte: Der TVO hatte zu kämpfen mit dem Gegner, der sich trotz wenig Wechselmöglichkeiten nicht abhängen ließ. Bei Zeitspiel setzte Weber Rechtsaußen Florian Lipp in Szene, ein Kempa-Tor zum 15:15 (37.) war die Folge.

„Wir waren bis dahin gut dabei, haben es in der Abwehr gut gemacht und im Angriff unsere Lösungen gehabt. Dann haben wir zwei, drei Chancen vergeben und der TVO konnte sich absetzen“, so Gäste-Trainer Leonard Vuletic. Nach dem 22:19 (46., eine exakte Kopie von Lipps erstem Kempa-Tor) schien beim TVO alles zu funktionieren. Ballgewinn um Ballgewinn erarbeitete er sich in der Abwehr, hatte nun kaum noch Positionsangriffe. Ein Konter nach dem anderen flog durch die Queichtalhalle. Fuchs, Maximilian Staats und Sebastian Mohra teilten sich die Treffer bis zum 29:20 (53.). Die Partie war gelaufen.

Job: Gefühlt fehlen von jedem fünf Prozent

Die Gäste wechselten durch, waren aber auch aufgrund einer Verletzung von Frederik Fuchs in ihren Möglichkeiten begrenzt. „Gegen Ende der Partie hat man den Leistungsabfall bei uns schon gemerkt“, so Vuletic.

„Ich habe die Jungs vor diesen Rumpftruppen gewarnt, bei der Niederlage in Mülheim war das ja ähnlich. Ich hatte so das Gefühl, dass bei jedem heute fünf Prozent gefehlt haben. Am Ende war die Höhe der Personaldecke Saulheims geschuldet. Wir haben sehr viel Luft nach oben, das Ergebnis ist schmeichelhaft“, zog Offenbach Trainer Job sein Fazit.

So spielten sie

TV Offenbach: Pfaffmann (Müller ab 51.) – Niklas Klein (9/4), Lukas Klein (4), Philipp Mohra (2) – Daum (3), Bader (6) – Fuchs (4) – Sebastian Mohra (3), Staats (2), Gensheimer, Felix Klein (2), Kunz

SG Saulheim: Sega (Egelhof ab 31.) – Fuchs (1), Weber (5/4), Schielke (2) – Lipp (6), Dönsdorf (3) – Sieben – During (3), Berauer (2), Wojtyniak (2), Schuberth

Spielfilm: 4:1 (7.), 8:9 (18.), 12:11 (Halbzeit), 18:16 (40.), 20:18 (43.), 29:20 (53.), 35:24 (Ende) - Zeitstrafen: 1:2 - Siebenmeter: 4/4 - 5/4 - Beste Spieler: Niklas Klein, Bader – Weber, Lipp - Zuschauer: 250 – Schiedsrichter: Weißbrod/Egler (Köllertal/Nordsaar).

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