Fussball
Jahn Zeiskam gleicht in Nachspielzeit aus
War es der eingewechselte Lukas Bauer, der aufgerückte Torwart Kai Anschütz oder doch ein Eigentor? So ganz genau wusste nach dem Abpfiff der Fußball-Verbandsligapartie in Zeiskam keiner, wer das Tor zum 1:1-Endstand nach einer Ecke in der 92. Minute schoss. Durchgesagt wurde Bauer, auf dem Papier steht Stürmer Nico Nagel.
„Es war ein ziemliches Kuddelmuddel, ich war dran, weiß aber nicht, ob es mein Treffer war. Es hat auf jeden Fall Spaß gemacht“, sagte Bauer. Trainer Stefan Ronecker freute sich besonders für den 24-Jährigen, der eigentlich Innenverteidiger ist, in der 89. Minute aber als Stürmer eingewechselt wurde. Und das, obwohl er zuvor 90 Minuten für Zeiskams zweite Mannschaft auf dem Platz stand und beim 8:1-Sieg in Maximiliansau sogar traf.
Ohlinger in der Innenverteidigung
In einem intensiv geführten Spiel sahen rund 150 Zuschauer in der ersten Hälfte wenig Torgefahr. Zeiskam und der SC Idar-Oberstein hatten zwei Halbchancen. Die Defensivreihen standen gut, bei Zeiskam stand erstmals Leon Ohlinger in der Innenverteidigung. Eigentlich spielt er außen. Idar-Oberstein erhöhte vor der Halbzeit das Tempo. Nur wenige Schüsse kamen auf beiden Seiten aber überhaupt aufs Tor.
Die Gäste spielten zu Beginn der zweiten Hälfte dann etwas druckvoller nach vorne, die vielen brasilianischen Spieler ließen ihre Qualität aber nur bedingt aufblitzen. Und so hatte Rodney-Francis Peprah in der 65. Minute die beste Chance für Zeiskam. Sein Schuss aus 18 Metern ging nur knapp über die Latte.
Hartes Foul erhitzt Gemüter
Acht Minuten später war Zeiskams Hintermannschaft erstmals unachtsam, was Idar-Oberstein direkt bestrafte. Nach einem Steilpass war Justus Klein frei im Sechzehner und hatte nur noch Anschütz vor sich. Überlegt schob er den Ball flach ins rechte untere Eck zum 0:1 ein. Die Gangart wurde auf beiden Seiten rauer, ein hartes Foul von Klein erhitzte die Gemüter am Spielfeldrand und im Publikum. Auf den Rängen fiel das eine oder andere unschöne Wort. Der Schiedsrichter stellte Klein vom Platz. „Es war ein relativ unnötiges Foulspiel von hinten. Das muss nicht sein“, gab Gästetrainer Christian Henn zu.
Torwart mit vorne
Ronecker setzte in Überzahl alles auf eine Karte. Er wechselte beide Außenverteidiger aus und brachte dafür Bauer und Marian Kolb im Sturm. Und das sollte sich auszahlen. Nach einer Ecke in der Nachspielzeit ging auch Torwart Kai Anschütz mit nach vorne und sorgte für Unruhe. Gäste-Torwart Michel Schmitt ließ den Ball fallen, Bauer oder Nagel netzte ein, die Zeiskamer Bank rannte auf den Platz und bei Idar-Oberstein hingen die Köpfe. Zur Belohnung durfte Bauer die letzten Minuten zurück auf seine angestammte Innenverteidiger-Position. Kurz darauf war das Spiel vorbei.
„Wir haben wieder ein Riesenspiel gemacht“, sagte Ronecker. „Es war ein Spiel, in dem kleine Fehler entscheiden. Wir haben eine super Moral gezeigt und uns am Ende dafür belohnt.“ Die Zeiskamer Spieler ließen sich von den Zuschauern feiern. Die Spieler der zweiten Mannschaft freuten sich zusammen mit Bauer.
Becker: „Es macht einfach Spaß zu kicken“
Gästetrainer Christian Henn, der sich kurz vor Spielende selbst einwechselte, war bedient: „Es ist egal, ob wir zu zehnt oder zu elft sind. Einen Standard musst du kurz vor Schluss verteidigt bekommen. Wir wollten hier drei Punkte holen, jetzt müssen wir wieder schauen, was die Konkurrenz macht.“
Idar-Oberstein ist damit zwar immer noch ungeschlagen, hat nun aber drei Punkte Rückstand auf Spitzenreiter VfR Baumholder. Zeiskam steht mit 27 Punkten auf Rang fünf.
„Es war ein typisches Unentschiedenspiel. Den Punkt haben wir uns verdient. Wir sind momentan absolut zufrieden“, resümierte Ronecker. Bauer, der eigentlich aufgrund seines Studiums kürzertreten wollte, fügte an: „Es macht einfach Spaß zu kicken gerade, weil wir eine geile Mannschaft haben.“