Lokalsport Südpfalz Hintergrund: Wie Handball funktionieren soll

Immer schön sauber halten.
Immer schön sauber halten.

Der Sport wird ein anderer sein, prophezeite Ulf Meyhöfer, Präsident des Pfälzer Handball-Verbandes, kurz nach dem öffentlichen Stopp wegen Corona. Drei Monate später ist der Trainingsbetrieb in Gruppen bis zu 30 Personen erlaubt. Ab 1. August sind Testspiele möglich, im Oktober soll für viele Mannschaften der Spielbetrieb beginnen. Wie könnte das aussehen?

In der Handball-Oberliga beginnt der TV Offenbach mit dem Ex-Eckbachtaler Maximilian Staats gegen die HSG Eckbachtal. Die Gäste reisen individuell mit Pkw an. Der Mannschaftsbus hätte desinfiziert werden müssen, Spieler, Trainer und Betreuer hätten einen Mund-Nasen-Schutz tragen und den Abstand einhalten müssen. An der Halle angekommen, benutzen sie, wie die Schiedsrichter, einen separaten Eingang. Am Eingang wird eine Namensliste abgegeben, wer von der HSG mit gekommen ist.

150 minus 30 minus 10 = 110 Zuschauer

Das sind heute zehn Spieler, Trainer und Co-Trainer, die einen Mund-Nasen-Schutz dabei haben. Der TVO kommt ebenfalls auf zwölf Mann. Dazu kommen zwei Schiedsrichter, Zeitnehmer und Sekretär (mit Schutz und Einmalhandschuhen), eventuell ein „Wischer“, der Hausmeister. Das ist die Kleingruppe von 30 Mann. 150 Leute dürfen in die Halle, abzüglich „Kleingruppe“, Presseplätzen, Personal des Heimvereins bleiben etwa 110 Plätze für Zuschauer. Die Vereine haben sich abgestimmt, wie viele Fans Eckbachtal mitbringen kann. Jeder Zuschauer hat einen Mund-Nasen-Schutz dabei. Vier Desinfektionsmittelspender sind aufgestellt. Im Idealfall hat jeder die Corona-Warn-App des Robert-Koch-Instituts installiert. Jeder Zuschauer wird namentlich erfasst. Ihm ist klar, dass es keine Gastronomie gibt.

Handtuch, Trinkflasche, Harz-Dose

Tore und Bälle sind desinfiziert worden. Zum Warmmachen kommen die Offenbacher eine Minute nach den Eckbachtalern aufs Feld. Jeder Spieler hat ein Handtuch und eine Trinkflasche dabei, die markiert sind. Jeder Spieler hat möglichst seine eigene Harz-Dose.

Die Kabinen sind durchlüftet worden. Bei der technischen Besprechung tragen Schiedsrichter, Zeitnehmer, Sekretär und die Mannschaftsvertreter Mund-Nasen-Schutz, halten die Abstandsregeln ein und desinfizieren sich die Hände. In den Mannschaftskabinen trägt jeder einen Schutz. Auf dem Zeitnehmertisch sind der Laptop zur Eingabe des elektronischen Spielberichts und das Bedienpult zur Steuerung des Anzeigensystems desinfiziert worden. Alternativ könnte die Tastatur mit Klarsichtfolie, die sich leicht abziehen lässt, geschützt werden.

Kein Abklatschen

Das Spiel kann beginnen. Die Schiedsrichter betreten das Feld, danach kommt die Heimmannschaft, die sich sofort in den Bankbereich begibt, danach der Gast. Anders als vor Corona: Die Mannschaften stellen sich nicht auf, klatschen sich nicht ab.

Anpfiff, während die Kabinen desinfiziert werden. Die Spieler halten einen Sicherheitsabstand zu den Wischern ein. Bei Unterbrechungen (Time-Out) bleiben sie auf Distanz zum Kampfgericht. Sie sollen bei Torerfolgen nicht zusammen jubeln. Bei schweren Verletzungen darf ein Spieler mit einem Physio in die Kabine. Sie tragen einen Schutz, der Physio streift sich Einmalhandschuhe über.

Lüften und Desinfizieren

In der Halbzeit und nach dem Spiel gehen Heimmannschaft, danach der Gast und dann die Schiedsrichter in die Kabinen. Die Mannschaftsbänke und alles, was die Mannschaften dabei haben, wird desinfiziert. In den Kabinen bilden die Mannschaften nach dem Spiel Gruppen und legen fest, welche zuerst unter die Dusche darf. Die Verweildauer in Umkleiden und Duschen soll kurz sein.

„Bitte geht das Thema mit Augenmaß und Bedacht an. Die Begeisterung, wieder richtig Handball spielen zu dürfen, ist sicher überall riesig, aber die Gefahr von Corona ebenso“, hat Meyhöfer an die Vereine geschrieben.

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