Lokalsport Südpfalz RHEINPFALZ Plus Artikel Helden im Hintergrund: Albrecht Kaufmann – Familienmensch mit Herz für Erlenbach und FCK

Man muss nicht im Vorstand sein, um sich einzubringen: Albrecht Kaufmann hat schnell gemerkt, dass ihm etwas fehlt.
Man muss nicht im Vorstand sein, um sich einzubringen: Albrecht Kaufmann hat schnell gemerkt, dass ihm etwas fehlt.

Helden im Hintergrund: Sein Herz schlägt für den SV Erlenbach und den 1. FC Kaiserslautern. Der 68-Jährige interessiert sich für Radsport und Galopprennen. Hinzu kommt das Talent für handwerkliche Tätigkeiten. Auch das zeichnet Albrecht Kaufmann aus: Er hat den Angelschein. Wer ist dieser Mann, der sich nach seiner aktiven Karriere drei Jahrzehnte im Erlenbacher Vorstand engagiert hat?

In Hatzenbühl geboren, beim SV Hatzenbühl aufgewachsen, lebt Albrecht Kaufmann heute in Kandel. Er schlug den Beruf des Bürokaufmanns ein und arbeitete bis zum Ruhestand im Jahr 2015 sein ganzes Leben lang beim Autohaus Kunisch in Kandel – jahrelang als Spezialist für VW- und Audi-Fahrzeuge, zuletzt als Serviceleiter.

Mit 18 Jahren wechselte Kaufmann vom SV Hatzenbühl zum SV Erlenbach. Der Mann mit der großen Menschenkenntnis hütete regelmäßig das Tor der Reservemannschaft, in der ersten Mannschaft kam er als Mittelfeldspieler zum Einsatz. Abgesehen von einem zweijährigen Intermezzo beim FC Phönix Bellheim und einer sportlichen Auszeit verstärkte Kaufmann ab 1985 jahrelang den Kader der Alten Herren der Schwarz-Gelben.

Stärken aus dem Beruf

Nach der aktiven Karriere übernahm er verschiedene Ämter in der Vorstandschaft. 2015 wurde er mit dem Schwarz-Gelben Raben ausgezeichnet. Für besonders verdiente Mitglieder sollte eine besondere Ehrung geschaffen werden, heißt es auf der Vereinsseite. Aus diesem Grund sollte Künstler Armin Hott aus Kandel den Raben des SVE gestalten.

Albrecht war ab 1985 für vier Jahre Schriftführer. Fortan erweiterte er seine Praxiserfahrung als Spielleiter. „Neben den typischen Tätigkeiten eines Spielleiters führte ich auch bei jedem Training und allen Spielen eine Anwesenheitsliste“, erzählt er.

Seine gute Menschenkenntnis sowie sein Organisationsgeschick erklärt er sich mit seiner beruflichen Laufbahn. „Diese Stärken halfen mir natürlich sehr, Spieler für einen Wechsel oder den Verbleib beim SV Erlenbach zu motivieren. Hinzu kommt, dass ich ein sehr direkter Mensch bin und jedem meine Meinung mitteile. Nichtsdestotrotz komme ich mit jedem klar und kann im Fußballkreis den Menschen in die Augen sehen“, sagt Kaufmann. 2001 übernahm er beim SV Erlenbach das neue Amt des Sportvorstandes.

Noch jung und fit genug

„Im Jahre 2015 endete nicht nur mein Berufsleben, sondern auch meine Tätigkeit innerhalb des Vorstandschaft des Sportvereins. Mein Nachfolger wurde Manuel Wüst“, berichtet er. „Ziemlich schnell spürte ich, dass ich mich noch jung und fit genug fühle, um mich weiterhin einzubringen. Entweder als Analytiker der Spiele unserer beiden Mannschaften oder als Helfer bei Festlichkeiten und dem Wirtschaftsdienst.“

Kaufmann ist seit über 40 Jahren verheiratet und Großvater. „Unser Clubhaus hatte bis zur Coronavirus-Pandemie mittwochs und sonntags ganztätig sowie an allen anderen Tagen bis auf den Montagnachmittag geöffnet. Für mich ist es selbstverständlich, mich regelmäßig in die Helferliste einzuteilen und Dienste zu übernehmen“, schildert der Familienmensch.

„Kameradschaftliche Züge“

Festlichkeiten gibt es beim SV Erlenbach viele. Da ist das jährliche Schlachtfest, sind die Rumpsteak-Abende auf der Sportanlage. Nicht zu vergessen ist das Sommernachtsfest, eine zweitägige Veranstaltung im August. Ihr Motto wechselt jährlich, ebenso das Speiseangebot. „Letztes Jahr gab es zwei bayrische Abende“, erzählt Kaufmann. Ende Juni ist im Normalfall die Erlenbacher Kerwe. Der Sportverein ist hauptverantwortlich für die Bewirtung der Gäste.

„Neben klassischen Gerichten erweitern Spezialitäten wie Zunge mit Soße und Nudeln oder auch gegrillte halbe Hähnchen am letzten Festtag die Speisekarte“, sagt er. Beim Schlachtfest gibt es mittags traditionell Kesselfleisch, am Abend werden Schlachtplatten gereicht. „Alle Festlichkeiten sowie der Wirtschaftsdienst werden vom Vorstand Wirtschaft, Gerd Mühldorfer, organisiert und angeleitet“, erläutert Kaufmann.

Doch warum schlägt das Herz des in Hatzenbühl großgewordenen Autofanatikers schwarz-gelb? „Beim SV Erlenbach wird jeder super schnell akzeptiert und integriert. Hinzu kommt, dass unser Dorfverein kameradschaftliche Züge aufweist. Mein Herz hängt einfach an dem kleinen Verein, der für mich und meine Frau eine große Familie ist“, sagt der Angler, dessen direkte und kommunikative Lebenseinstellung sehr geschätzt wird.

In der nahen Zukunft möchte er sich weiterhin als helfende Kraft einbringen. Und der Vater zweier erwachsener Kinder möchte die Fußballspiele verfolgen, am liebsten als Aufsteiger in der A-Klasse. Auch die Fußballübertragungen im Clubheim will er sich in Zukunft wieder ansehen. „Ich freue mich sehr, wenn die Löcher wieder aufmachen und ich zum Sportplatz pilgern kann.“

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