Fußball RHEINPFALZ Plus Artikel Helden der Kreisklasse: die Yavasoglus

Yasin (links) und Ilker Yavasoglu geben ihr Bestes für ihren Verein.
Yasin (links) und Ilker Yavasoglu geben ihr Bestes für ihren Verein.

Wenn Fußballtrainer von Belastungssteuerung reden und über englische Wochen jammern, können Ilker und Yasin Yavasoglu nur schmunzeln. Im März waren beide an einem Spieltag doppelt gefordert.

Zafer Yavasoglu macht sich regelmäßig in Kandel auf den Weg, um bei den Fußballspielen des SV Erlenbach seinen Söhnen Ilker und Yasin zuzusehen. Im März hatte er zweimal die Gelegenheit, seine Söhne nacheinander in zwei Spielen zu sehen. Beim Rückrundenauftakt Erlenbach II gegen Rheinzabern II in der C-Klasse Ost stand Ilker Yavasoglu im Tor, während Bruder Yasin als Cotrainer zu tun hatte.

„Das ist auch sehr schön, muss ich sagen, mit dem Bruder auch auf dem Fußballplatz ein gemeinsames Ziel zu verfolgen. Und da lass’ ich mir von ihm als Trainer natürlich auch etwas sagen“, erzählt Ilker Yavasoglu, der mit seinem drei Jahre jüngeren Bruder regelmäßig in einem Team spielen kann und dabei auch mal als Feldspieler in der Verteidigung agiert. „Der Fußball bietet uns natürlich auch die Möglichkeit, gemeinsam Zeit zu verbringen.“

Ilkers Tag war nach dem 13-Uhr-Spiel der zweiten Mannschaften, das 1:1 endete und bei dem er das Gegentor eventuell hätte verhindern können, wenn er einen Schritt eher rausgemacht hätte, noch nicht vorbei. Da der etatmäßige Torwart der ersten Mannschaft nicht dabei sein konnte, hütete Ilker Yavasoglu gleich wieder das Tor in Erlenbach, diesmal in der ersten Mannschaft.

Ständige Anspannung

„Körperlich war das kein Problem für mich, und für das Spiel der ersten Mannschaft musste ich mich dann ja auch nicht extra warmmachen, weil ich ja schon gespielt hatte“, sagt der 34-jährige zu seinem Doppeleinsatz. „Mental war ich dann nach den zwei Spielen aber schon platt, denn man steht ja 180 Minuten unter ständiger Anspannung.“

Yasin Yavasoglu, der als Physiotherapeut auch gefragt ist, wenn es bei einem Mitspieler zwickt, ist seit der Saison 2023/2024 als spielender Cotrainer eine Unterstützung für Fisnik Ramadani, der die zweite Mannschaft des SVE betreut. Er hilft bei Bedarf aber auch regelmäßig in der ersten Mannschaft aus. Als der SV Erlenbach in Maximiliansau gastierte, war er unerwartet doppelt gefordert. Der Kandeler, seit 2017 im Verein, spielte zunächst planmäßig in der zweiten Mannschaft und stand beim 3:1-Sieg 60 Minuten auf dem Platz. Als sich dann beim Warmmachen herausstellte, dass Mihai Vacaru nicht spielen kann, war der 30-jährige in der ersten Mannschaft gefordert.

Erst mal schockiert

„Ich war erst mal geschockt, aber dann muss ich eben durch“, sagt Yasin, was er dachte, dass er noch mal 90 Minuten gefordert sein wird. „Es ist schwierig, in einem Spiel der ersten Mannschaft die Kräfte einzuteilen, weil es um einiges schneller ist. Ich hatte Glück, dass unser Coach Philipp da Silva mich gut eingestellt hat und ich mir durch gutes Stellungsspiel viele Wege sparen konnte.“

Am Ende durfte Yasin Yavasoglu sich über zwei Siege an einem Tag freuen. Er ist bis Ende der Saison gerne bereit, dort zu spielen, wo er gebraucht wird, und selbst bei Einsätzen in der ersten Mannschaft als Cotrainer bei der zweiten Mannschaft zu sein. Das Trainergeschäft erlebt er so: „Ich habe nicht mit so viel Arbeit im Hintergrund gerechnet, denn da macht Fis schon total viel bei uns, aber ich komme so langsam mehr und mehr rein. Als Spielertrainer muss man dann auf dem Platz zudem noch ganz anders auftreten und noch mehr Vorbild sein.“

Und wo soll die Reise für den SV Erlenbach hingehen? „Mit beiden Mannschaften wollen wir möglichst lange im Aufstiegsrennen bleiben und das auch so spannend wie möglich halten. Die Aufstiegsrelegation wäre schon etwas ganz Besonderes für die erste Mannschaft, aber ich helfe im Saisonendspurt natürlich auch gerne unserer zweiten Mannschaft“, so Yasin Yavasoglu, der im Verein Beisitzer im Vorstand ist. „Gerade bei den älteren Mitgliedern ist man nicht nur ein Spieler, sondern es bauen sich da auch Freundschaften über die Jahre auf. So ein Wohlgefühl habe ich bisher noch in keinem Verein erlebt.“

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