Basketball
Heimsieg mit magischer Fünf-Minuten-Gala
Der 89:70 (46:35)-Erfolg gegen Eintracht Frankfurt, einen Rivalen im Kampf gegen den Abstieg, ist der fünfte Sieg des TV Bad Bergzabern in der 2. Basketball-Regionalliga in Serie. Der Klassenverbleib nimmt Formen an. Die Fans waren der sechste Mann und, wie Kapitän Martin Langenfeld meinte, Antriebsfeder für tollen Teamspirit.
Die begeisterten Zuschauer erleben seit Wochen ein emotionales Comeback der Kurstadt-Korbjäger. Nach neun Niederlagen in Folge zum Saisonstart waren sie eigentlich schon abgeschrieben. „Was eine Mega-Stimmung in der Halle, ist das geil. Das macht wahnsinnig Spaß“, sagte der TVB-Spielmacher. „Keiner von uns hatte die Runde abgeschrieben. Wir haben immer daran geglaubt. Wir haben neunmal in Folge verloren wegen großem Verletzungspech, warum sollen wir nicht auch viele Spiele in Folge gewinnen, wenn wir komplett sind?“
50:44 – 73:44
Der über sich hinaus wachsende TVB zauberte am Samstagabend in nur fünf Minuten nach dem 50:44 ein 73:44 auf die große Anzeigetafel. Mitte des dritten Durchgangs waren die Hessen drauf und dran gewesen, dem Match eine Wende zu geben. Doch zwei Dreier des überragenden Jeremy Black zum 58:44 trafen Eintracht mitten ins Herz. Die Folge war ein Rausch der TVB-Basketballer, der die Fans von den Sitzen riss: ein Drei-Punkte-Treffer von Langenfeld und noch einer von der 6,75-Meter-Marke von Jan Wroblewski. Dann ein spektakulärer Hakenwurf von Philipp Behrendt. Der Mannschaft gelang alles. Wroblewski setzte mit einem weiteren Dreier der magischen Fünf-Minuten-Gala die Krone auf.
Die starke TVB-Leistung deutete sich im zweiten Viertel an, als Bergzabern zum ersten Mal davonzog. Da hatte Johannes Jäger seinen großen Auftritt, den er an der Dreierlinie zum 37:20 (14.) krönte. Doch Frankfurt wehrte sich und verkürzte vor und direkt nach dem Seitenwechsel.
Im direkten Vergleich vorn
„Die Rückrunde ist phänomenal. Auch gegen Frankfurt macht’s richtig Spaß. Unsere Jungs hatten im zweiten Viertel eine richtig starke Phase“, so das Zwischenfazit zur Halbzeit von Mark Lemke. Der frühere Zweitliga-Spieler kam aus Bellheim, um sich das Spiel anzusehen. „Es fehlte noch die Ruhe, im Setplay den Ball laufen zu lassen. Zu oft schlossen wir zu schnell ab und spielten Frankfurt in die Karten.“
Zu Beginn der zweiten Hälfte verkürzten die Gäste den Rückstand auf sieben Punkte und stressten den TV Bad Bergzabern. Mit vier Dreiern in Folge im 30-Sekunden-Takt befreite sich Bergzabern aber schnell und feierte schließlich einen souveränen Sieg im Schlüsselspiel, der in der Endabrechnung entscheidend sein könnte. Denn Bergzaberns Höhenflug begann mit dem ersten Saisonerfolg im Hinspiel in Frankfurt. Der doppelte Triumph bringt den besseren direkten Vergleich - das könnte Gold wert sein.
Nur kurze wilde Phasen
„Es war nicht alles perfekt, da wir uns defensiv nicht immer gut anstellten. Wir ließen freie Drei-Punkte-Würfe und Fastbreaks zu und verteilten Geschenke. Die wilden Phasen dauerten aber nur kurz“, erklärte Trainer Florian Hatt. „Was die Jungs heute wie schon die letzten Wochen leisteten, ist sensationell. Jetzt haben wir den Klassenerhalt in eigener Hand und wollen auch das letzte Spiel in Langen gewinnen.“
Übers ganze Gesicht strahlte Energiebündel Eric Bergmann: „Wir haben nie aufgehört, an den Liga-Verbleib zu glauben. Auch heute zeigten wir, welches Potenzial in uns steckt. Bei der entscheidenden 23:0-Serie war vor allem die Null wichtig. Aus einer richtig guten Defensive läuft es im Angriff immer leichter. So war’s auch in dieser Phase, in der uns alles gelang.“
So spielte der TVB: Langenfeld (21 Punkte), Black (19), Wroblewski (18), Jäger (8), Bergmann (8), Behrendt (7), Adam (5), Tübel (3), Dettmer, Illgen, Kretschmer.