Lokalsport Südpfalz Handball: Vater feuert den Gegner an – Maximilian Staats gibt seinen Einstand beim TV Offenbach

Januar 2020, TVO gegen Eckbachtal. Am Boden Michael Betz, am Ball Felix Kunz, dahinter Fabian Graap. Rechts Maximilian Staats, d
Januar 2020, TVO gegen Eckbachtal. Am Boden Michael Betz, am Ball Felix Kunz, dahinter Fabian Graap. Rechts Maximilian Staats, der nun in Offenbach spielt. Offenbach gewann mit 38:28.

Es wurde schon zum Running Gag, auch Offenbachs Trainer Michael Übel ist es aufgefallen: Spricht Maximilian Staats über die HSG Eckbachtal, sagt er immer noch „wir“. Staats spielt nun beim TVO, erster Gegner am Sonntag in der Queichtalhalle ist die HSG.

Für Neuzugang Maximilian Staats ist es ein besonderes Spiel gegen die alte Liebe am Sonntag um 18 Uhr. Besonders ist der Auftakt in der Handball-Oberliga auch wegen Corona. Lassen sich die Vorgaben alle zur Zufriedenheit umsetzen?

Außenspieler Staats wird zum ersten Mal gegen seinen Jugendverein auf dem Feld stehen. Ein ungewohntes Gefühl für den 28-Jährigen, der bei den Minis in Heuchelheim das Handballspielen lernte. Sein Vater ist dort Vorsitzender, gehört auch nach dem Zusammenschluss mit Freinsheim, Laumersheim und Gerolsheim zum Teilvorstand der „Eckbach Gekkos“. „Er hat gleich gesagt, dass er am Sonntag in die Halle kommt“, sagt der Sohn. Trommeln wird sein Vater Ludwig aber für die Eckbachtaler Mannschaft.

„Emotionale Entscheidung“

Für den Frankenthaler war es kein leichter Schritt nach Offenbach. Lange hatte er überlegen müssen. „Es ist mir sehr schwergefallen und es war eine emotionale Entscheidung“, sagt Maximilian Staats. In Landau wohnend, schreibt der Lehramtsstudent an seiner Masterarbeit im Fach Sport zum Thema Motorik im Kindergarten. Er vergleicht Kinder aus verschiedenen Kitakonzepten – etwa Wald-, Regel- und Bewegungskindergärten – mit Blick auf deren motorischen Fähigkeiten und Leistungen. Für das nach dem Studium beginnende Referendariat will der angehende Grundschullehrer in Landau bleiben. Zu welchem Studienseminar es geht und an welcher Schule er eingesetzt wird, wird sich aber erst noch zeigen.

Beim Videostudium sich selbst gesehen

Daher war die Überlegung, sich dem TV Offenbach anzuschließen, auch keine gänzlich neue: Schon unter Christoph Morio wurde Staats in einem Probetraining in der Queichtalhalle vorstellig. „Damals hatte ich mich allerdings noch nicht bereit gefühlt, den Schritt zu machen“, sagt er heute. Dass es nun direkt im ersten Spiel beim TVO gegen die alten Kollegen geht, muss wohl Schicksal sein. Beim Videostudium unter der Woche konnte er sich selbst beim Handballspielen zusehen. Ist es ein Vorteil, wenn man den Gegner so gut kennt? „Da in dieser Liga viel Videomaterial online ist, ist ja eh alles bekannt. Und ich habe selbst keine Ahnung, was sich Thorsten Koch wieder einfallen lässt – und er kennt mich ja auch“, sagt Staats mit einem Augenzwinkern. Koch ist der HSG-Trainer.

Immer im „Team Alt“

In Offenbach fühlt Staats sich merklich wohl, er unterstützte vergangene Woche die B-Jugend seines Mitspielers Lukas Klein beim Oberliga-Quali-Spiel gegen die HSG Dudenhofen/Schifferstadt. Große Teile der Offenbacher Aktiven schauten sich das Spiel an. Auch wenn die Offenbacher Zweite am Samstag ihre Premiere in der Pfalzliga feiert, wird er dabei sein: „Das gehört dazu!“

Etwas ungewohnt ist es für Staats, dass er bei Spielformen im Training immer im „Team Alt“ steht: „Wir hatten bei der HSG einen großen Spielerblock des Jahrgangs 92/93, da war ich je nach Training mal bei alt und mal bei jung dabei – hier bin ich immer einer der Ältesten.“

TVO-Trainer Michael Übel wird auf zwei Rückraumspieler, Maximilian Daum und Sebastian Mohra, verzichten müssen. Neuzugang und Kreisläufer Max Jost wird ebenfalls nicht spielen können. Dennoch, die Vorfreude ist groß. „Es ist diesmal noch schwerer, sich selbst und den Gegner richtig einzuschätzen. Es wird nicht alles Spielerische klappen und bestimmt kein schönes Spiel, umso mehr müssen wir uns kämpferisch reinbeißen“, sagt der Coach.

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