Lokalsport Südpfalz
Handball: TVO-Trainer Michael Übel und eine besondere Weihnachtsfeier
Tooor für den TV Offenbach: Fabian Graap erzielt den letzten Treffer im ersten Spiel am 4. Oktober gegen die HSG Eckbachtal. Es war das 27:19 vor 150 zugelassenen Zuschauern, die sich wie die Spieler an Hygieneregeln zu halten hatten. Danach war schon wieder Schluss wegen Corona. Die ganze Vorbereitung für die Katz. Wie und wann geht es in der Handball-Oberliga weiter? Offenbachs Trainer Michael Übel ist so geschäftig wie immer.
„Es war Zeit für härtere Maßnahmen“
Der Medienmanager, Business Development Specialist, weiß von keinem Corona-Fall in seiner Mannschaft. Hat er selbst sich mal testen lassen? Nein, er habe noch nie Anzeichen gehabt, sagt der 31-Jährige. Hat er die Warn-App? „Ich bin entspannt bei dem Thema.“ Er will nicht täglich darüber nachdenken, bezieht aber Stellung: „Es war Zeit für härtere Maßnahmen.“ Die Inzidenz müsse zurückgehen, da könne man den Amateursport nicht ausklammern. Zum dritten Mal wird er seine Mannschaft auf die Oberliga vorbereiten. Er beklagt das nicht: „Wir sind nicht die Einzigen, denen es so geht.“
Videocall
Zweimal die Woche sieht er seine Spieler über Videocall. Eine Stunde plus minus dauere eine Fitnesseinheit. Er verteilt Hausaufgaben: raus an die Luft, joggen! Über die Feiertage wird mal Pause bis nach Neujahr sein. Wie nehmen seine Spieler das Hin und Her und lange Warten? Tendenziell freuten sie sich, sich zu sehen und nach dem Sport von sich zu erzählen. Einer der Spieler ist Papa geworden. Übel hat den Eindruck: seinen Spielern geht es gut.
Was ihn als Trainer beschäftigt: Geht es weiter wie geplant, macht es in dieser Runde noch Sinn? Sein Kenntnisstand: Die Meisterschaft, die Mannschaften sind in zwei Achtergruppen eingeteilt, wird ab März in einfacher Runde zu Ende gespielt. Der TVO hätte noch sechs Spiele. „Wie viel Vorbereitungszeit haben wir?“, fragt er sich. Drei Wochen sind „meiner Ansicht nach zu wenig“. Mindestens drei Wochen vor dem Start müssten die Vereine Bescheid wissen, hatte der Pfälzer Verband gefordert.
Feier mit Laptop
Für Weihnachten wünscht er sich, „dass jeder die nicht einfache Zeit bestmöglich erlebt und mit einem positiven Gefühl ins neue Jahr startet“. Ihm persönlich gehe es gut.
Geplant ist eine kleine Weihnachtsfeier mit der Mannschaft – über Video. Jeder hat einen Laptop vor sich, sitzt mit Frau, Freundin, Kind am Tisch. Im Gespräch: ein Weihnachtsgedicht vortragen. Getrennt und doch miteinander verbunden zu essen und zu trinken. Ein Stündchen. Eine Überlegung: Das Essen bestellen und liefern lassen und zur Feier aufwärmen. Nah dran am Gefühl, zusammen im Restaurant zu sitzen.
Wenn Übel mit Trainerkollegen spricht, dann geht es nicht Training: „Ich weiß, wie ich mein Training gestalte“, sagt er. Es gehe eher um allgemeine Themen.
Im kleinen Kreis
Seit er vier ist, spielt Übel Handball in Offenbach. 2018 löste er Christoph Morio, dessen Vertrag nicht verlängert worden war, als Trainer der ersten Mannschaft ab. Beruflich treibt er bei seinem Arbeitgeber digitale Projekte voran. Es geht um Zeiterfassung, Warenwirtschaftssysteme, die Umstellung auf Office 365. Und um Social Media, um Weblogs, soziale Netzwerke und dergleichen.
Der 24., 25., 26. Dezember sei eigentlich die Zeit, bei der man mit Oma und Opa zusammen sei. Diesmal werde er Weihnachten im kleinen Kreis verbringen. Übel überlegt: vielleicht joggen. Sportlich aktiv sein.