Lokalsport Südpfalz RHEINPFALZ Plus Artikel Handball: So weit die Kräfte reichen – HSG Landau/Land liefert enges Pokalspiel

Warf bis zum 22:20 vier Tore für Landau/Land: Tobias Schnabel.
Warf bis zum 22:20 vier Tore für Landau/Land: Tobias Schnabel.

Die Überraschung wäre möglich gewesen. Vor allem weil ein Akteur seine Klasse zeigte. Im Viertelfinale um den Handball-Pfalzpokal zog die HSG Landau/Land nach 34:32-Führung gegen den klassenhöheren Oberligisten HSG Eckbachtal in einer engen Partie mit 36:38 (18:19) den Kürzeren.

Das Pokalspiel begann in der Löwensteinhalle in Albersweiler mit viel Schwung und jeder Menge Tore. Nahezu jeder Angriff führte zu einem Torerfolg. Auffällig bei Landau/Land war Rückkehrer Elliot Igbinedion, der nach dem Spiel am Abend zuvor in Rodalben zum zweiten Mal für die HSG auflief. Drei Jahre lang hatte der bullige Rückraumspieler pausiert. Aber er zeigte gleich, dass er eine große Hilfe sein kann.

Für 60 Minuten reicht es noch nicht

Auch wenn Igbinedion noch nicht im Vollbesitz seiner Kräfte ist, steuerte er zehn Tore bei und war bester Schütze seines Teams. Für die vollen 60 Minuten reichte es nicht bei ihm. „Er hat noch unheimliche Konditionsrückstände“, erklärte Trainer Joachim Held die Maßnahme, in eine Zeit lang auf die Bank zu setzen. Doch auch ohne ihn bot Landau dem Oberligisten Paroli und agierte auf einem Level mit den „Gekkos“.

Die Gäste zeigten vor allem in der Defensive viele Schwächen. Was in der Liga eigentlich gut funktioniert, klappte am Sonntag nicht. „Wir haben die Zweikämpfe nicht richtig geführt und sind immer in Bedrängnis gekommen. Das war das Problem“, ärgerte sich Eckbachtal-Trainer Thorsten Koch.

Angriff gut, Abwehr nicht

Er durfte sich am Ende aber dennoch über zwei Tore mehr freuen als sein Gegenüber. „Das Einzige was funktioniert hat, dass wir vorne zu recht einfachen Toren gekommen sind“, befand Koch. Ähnlich war es bei den Gastgebern. „Unser Angriff war top“, resümierte Held. Weniger gut gefiel ihm die Abwehr. Daran müsse man noch arbeiten.

Landau/Land hatte lange Zeit in Führung gelegen. „Eckbachtal hat die letzten zehn Minuten wieder Schreiber und den kompletten Rückraum gebracht“, erklärte Held den Grund für die Niederlage. „Da haben dann schon ein paar Körner gefehlt hintenraus.“ Kein Wunder, hatte die HSG nur 24 Stunden zuvor noch in der Pfalzliga gegen Rodalben gespielt – und ebenfalls verloren. Das Nachlassen der Kräfte nutzten die „Gekkos“ und siegten auch dank der guten Leistung ihrer Rückraumspieler Nisse Nehrdich und Maximilan Schreiber.

Nehrdich war wenig zufrieden mit dem Spiel. „Teilweise hat das Eins-gegen-Eins nicht so gut geklappt“, sah er – wie sein Trainer – Defizite in der Abwehrarbeit. „36 Gegentore sprechen für sich“, ärgerte sich Nehrdich. Schließlich könne jeder Abwehr spielen. Trotzdem langte es für die Gäste zum Einzug ins Halbfinale.

Mathias Wagner

x