Lokalsport Südpfalz
Handball: Masken, Emotionen und ein klarer Heimsieg des TV Offenbach
Besser hätte es nicht laufen können: Trotz Hygieneregeln fanden 150 Zuschauer den Weg in die Offenbacher Queichtalhalle. Die Lust auf Handball trotzte den gewöhnungsbedürftigen Umständen rund um die Spielfläche. Einbahnstraßenverkehr im Foyer, feste Sitzplatznummern im Zehnerblocksystem, Maskenpflicht abseits des eigenen Sitzplatzes, rasches Verlassen der Halle nach Abpfiff: Die Handballfans ließen sich auf diese neue Situation ein. Der TVO gewann mit 27:18.
Vorteil Abwehr
Die HSG Eckbachtal machte unter dem Strich einfach zu viele Fehler. „In den ersten zehn Minuten hatten wir uns gut an unser Konzept gehalten. Danach haben wir einfach den Faden verloren“, sagte HSG-Trainer Thorsten Koch. Maximilian Schreiber traf beim 5:6 (12.) zur letzten Gäste-Führung. Danach taten sich die „Eckbach Gekkos“ merklich schwer, erzielten bis zum Halbzeitpfiff nur noch zwei Tore. Einmal per Siebenmeter durch den treffsicheren Jochen Schloß (6:7, 16.) und zum Abschluss der ersten Hälfte aus dem Rückraum (13:8, 30., Schreiber).
Das Ergebnis lässt es erahnen: Der TVO rund um Rückkehrer Florian Pfaffmann im Tor machte hinten dicht. „Ich glaube, es ist in den ersten Spielen normal, dass die Abwehr besser steht“, sagte TVO-Coach Michael Übel, angesprochen auf den guten Wert von 19 Gegentoren im ersten Spiel. „Es dauert eben ein bisschen, bis die Abläufe im Angriff eingespielt sind. Das ist bei uns so und auch beim Gegner.“ Es sei viel über die Emotionen, gerade nach guten Angriffs- oder Abwehraktionen, gegangen.
Zwischen den Stühlen
Emotionen zeigten die Spieler beider Teams immer wieder nach Nickligkeiten auf dem Feld. Auch TVO-Neuzugang Maximilian Staats versuchte sich als Streitschlichter, als es mal wieder zwischen Schreiber und Offenbacher Spielern zu Diskussionen kam. „Das ist schon komisch, wenn man da so zwischen den Stühlen steht“, sagte Staats, mit zwei Treffern gegen die ehemaligen Kollegen erfolgreich. „Jeder weiß, dass beide viel einstecken müssen und auch mal austeilen können.“ Auch wenn das Offenbacher Publikum erst etwas nachtragend reagierte, am Ende der Partie war wieder alles vergessen.
Mit Staats’ Debüt im TVO-Trikot zeigte sich Coach Übel sehr zufrieden: „Er war in der Abwehr sehr wach, ist gute Konter gelaufen und hat gleich seine ersten Tore erzielt. Das spricht für sich.“
Kontaktlinse verloren
Staats durfte auf rechts außen beginnen. Linkshänder Tino Gläßgen fehlte unter der Woche im Training und kam zur zweiten Hälfte ins Spiel. Übel hätte Staats gerne noch auf links gebracht, allerdings war in der zweiten Hälfte schnell Schluss für den Frankenthaler – die Kontaktlinse fiel nach einem unabsichtlichen Kontakt heraus. „Das ist mir in all den Jahren auch noch nie passiert“, sagte Staats. Und noch eine Premiere gab es für den ehemaligen HSG-ler: „Endlich mal wieder in Offenbach gewonnen.“
So spielten sie
TV Offenbach: Pfaffmann (Müller) – Niklas Klein (1), Lukas Klein (4/1), Philipp Mohra (4) – Staats (2), Kunz (3) – Graap (7) – Kästel (1), Busch, Daum (5/2), Gläßgen, Bader
HSG Eckbachtal: Häuselmann (Hahn) – Schloß (8/5), Nehrdich (1), Schreiber (5) – Kassel, Kluzik (3) – Quandt (1) – Pozywio, Wenzel, Lerzer, Ebel, Dopp, Räuber (1)
Spielfilm: 2:1 (5. Minute), 5:6 (12.), 8:7 (18.), 11:7 (27.), 13:8 (Halbzeit), 17:10 (37.), 17:13 (39.), 21:14 (44.), 27:19 (Ende) - Zeitstrafen: 5:2 - Siebenmeter: 4/3 – 6/5 – Beste Spieler: Graap, Pfaffmann – Schloß, Häuselmann – Zuschauer: 150 – Schiedsrichter: Peitsch/Demmer (Brotdorf/Losheim)