Extremsport RHEINPFALZ Plus Artikel Härteste Meile der Pfalz: 300 Läufer mit Spaß im Schlammtunnel

Der schnellste Mann auf der härtesten Meile der Pfalz: Luca Nappa kriecht unbeeindruckt vom Schlamm unter einen Wagen durch.
Der schnellste Mann auf der härtesten Meile der Pfalz: Luca Nappa kriecht unbeeindruckt vom Schlamm unter einen Wagen durch.

Vier Jahre herrscht über dem Gewann „An der Schelmenhecke“ südlich von Hatzenbühl fast schon gespenstische Ruhe. Doch am Samstag gibt es rege Betriebsamkeit. Über 300 Sportler stellen sich dem Abenteuer „Härteste Meile der Pfalz“.

Am Ende stehen mit Luca Nappa (Try-Togehter-Coaching) und Natascha Hartl (LG Rülzheim) bekannte Gesichter auf dem obersten Podest nach dem Rennen auf der härtesten Meile der Pfalz. Die Corona-Pandemie hat schon vielen Veranstaltungen, ob in Sport oder Kultur, den Garaus gemacht. Doch die Triathleten des TV Hatzenbühl wollte die „Meile“ nicht sterben lassen.

Die Resonanz nun gibt Ihnen recht. Bachdurchquerung, Schlammtunnel, Strohballenwand und Kletterwand bewältigen die Läufer mit Freude. Insgesamt werden vier Durchgänge je 1800 Meter, aufgeteilt in zwei Runden, gestartet. Geplant waren mehr, doch haben einige Gemeldete zurückgezogen. Als erste Sieger dürfen sich Fabian Brune (Offenbach) und Evelyn Storz (Karlsruhe) feiern lassen. Der 24-jährige Brune ist hier zum ersten Mal am Start und setzt mit 11:04 Minuten die erste Zeit. Der gelernte Betriebswirt ist Fußball-Schiedsrichter und hält sich mit Ausdauersport fit. Am Ende soll seine Zeit zum zehnten Platz reichen. Evelyn Storz ist im ehemaligen Tabakdorf keine Unbekannte: 2018 gewann sie diesen Wettkampf und weist schon etliche Plätze auf dem Podest vor. Die 45-jährige Lehrerin aus Karlsruhe unterrichtet Deutsch und Sport und hält sich mit Laufen und Radfahren fit. Ihre Zeit von 12:48 Minuten bringt ihr am Ende den vierten Rang ein.

Unsicherer Nappa

Im zweiten Durchgang machen die Männer mächtig Druck. Allen voran Luca Nappa, der selbstständige Fitnesscoach, stellt vor dem Start klar: „Heute will ich wieder gewinnen!“ Mit diesem Vorsatz absolviert er seinen Wettkampf. In 9:09 Minuten distanziert er die Konkurrenz. Ihm am nächsten kommen Alexander Kröker (Scambled Legs/10:16) und Tobias Trapp (Landau Running Company/10:42), was für sie in der Endabrechnung die Plätze drei und sechs bedeuten. Doch Nappa ist sich seiner Sache noch nicht sicher. Im Zielraum sagt er: „Da kommt noch einer, den kenn’ ich von den Spartan Trails. Der ist in der Lage, meine Zeit zu toppen.“

Der Besagte ist Florian Brückcom (Team Ephialtes), auch schon mehrfach in Hatzenbühl am Start. Er siegte bei der letzten Auflage vor der Pandemie 2019 und lag damals vor Luca Nappa. Der 34-jährige Lehrer für Biologie und Sport beendet nun seine erste von zwei Runden nach 4:15 Minuten und liegt damit auf Siegeskurs. Im Zielraum wird Nappa leicht nervös und bangt um seinen, nach 2018, zweiten Erfolg auf der „Meile“. Doch Brückcom hält auf der zweiten Runde sein Tempo nicht und wird nach 9:34 Minuten Gesamtzweiter. Das Duell der beiden Extremsportler steht nun 2:1 für den Rülzheimer Nappa. Gut in Szene setzt sich auch der 17-jährige Schüler Mika Gadinger vom TV Herxheim, der Vierter wird (10:24).

Nur vier Männer schneller als die beste Frau

Lediglich vier Männer gelingt es, schneller zu sein als die Frauensiegerin Natascha Hartl (LG Rülzheim). Bereits viermal gewann Hartl in Hatzenbühl. Jetzt folgt ihr fünfter Streich. Zuvor aber hat sich Monika Stendley von der Outdoor Nation an die Spitze des Frauenklassements gesetzt. Für die 49-jährige Verwaltungsangestellte, ansonsten im Trikot des LCO Edenkoben, stehen am Ende 11:50 Minuten zu Buche. „Ich dachte, ich bin erst später dran. Dann wurde mir mitgeteilt, dass der fünfte Durchgang, in dem ich eingeteilt war, ausfällt. Da hatte ich weniger Zeit, mich warm zu machen“, berichtet Hartl. Die 35-jährige Physiologie- und Sporttherapeutin aus Kaiserslautern hatte aber keine Probleme, in 10:30 Minuten eine neue Bestzeit abzuliefern. Mit ihrem fünften Triumph krönt sie sich zur Königin der „Härtesten Meile der Pfalz“. Die Sieger der Jugendmeile über 1300 Metern sind Julian Klemt und Noemie Wien vom TV Herxheim.

„Ich glaube, wir haben eine tolle Veranstaltungen gesehen“, sagt Abteilungsleiter Peter Faust am Tag danach. „Bei allen Hindernissen habe ich nur lachende Teilnehmer gesehen. Ich habe schon einige E-Mails erhalten, in denen sich etliche Starter bei uns für die Ausrichtung der Meile bedanken. Das dürfte Motivation für unsere Helfer für 2024 sein.“

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