fussball RHEINPFALZ Plus Artikel Hält die Serie gegen Marienborn?

Dominik Glaser ist Teil des neuen Trainerduos in Kandel.
Dominik Glaser ist Teil des neuen Trainerduos in Kandel.

Sein Ausstieg als Trainer des Verbandsligisten FC Bienwald Kandel hat die Spekulationen in sozialen Medien wild ins Kraut schießen lassen: Ist Marco Weißgerber krank? Lässt er sich scheiden? Nichts dergleichen. Sportdirektor Michael Pahle war in mögliche berufliche Veränderungen des Polizeibeamten eingeweiht.

Mittelfeldregisseur Pascal Hüll verrät, dass in der Kabine beim Abschied Tränen geflossen sind. Am Samstag schicken die neuen Trainer Marc Staiger und Dominik Glaser die Mannschaft des FC Bienwald Kandel aufs Feld. Um 16 Uhr beginnt das Heimspiel gegen die TuS Marienborn.

Das 2:2 beim Tabellenführer SC Idar-Oberstein war ein guter Einstand. Marienborn ist auch ein dicker Brocken. Der Tabellendritte hat in dieser Saison erst ein Spiel verloren und mit Lirion Aliu einen der gefährlichsten Stürmer der Liga in seinen Reihen. Trainer Ali Cakici arbeitete als Cotrainer bei RB Leipzig und beim FC Ingolstadt in der Zweiten Liga.

„Aus zeitlichen Gründen keine Wahl“

Staiger, weiterhin verletzt, sagt: „Wir müssen unser Herz in die Hand nehmen, 90 Minuten permanent unterwegs sein und etwas Matchglück haben.“ Die Kandeler haben noch nie gegen die Mainzer verloren. Kapitän Yanik Wagner (Meniskusriss) und Aaron Schmidt (Sprunggelenk) fehlen.

Weißgerber hatte im Juni 2018 nach dem Rücktritt des Vorsitzenden Mario Krüger das Traineramt übernommen, der Verein war in die Landesliga abgestiegen. In zwei Wochen stellte er mit Pahle ein Team auf, das 2020 in die Verbandsliga zurückgekehrt ist. Pahle blickt zurück: „Marco hatte einen Scherbenhaufen übernommen. Es waren nur noch sechs Spieler da. Ohne ihn gäbe es in Kandel vielleicht gar keine aktive Mannschaft mehr.“

„Ich verlasse einen professionell geführten Verein mit familiärem Umfeld“, sagt der 40-jährige Weißgerber. „Kandel ist eine erstklassige Adresse in der Südpfalz und mir sehr ans Herz gewachsen. Doch ich hatte aus zeitlichen Gründen keine andere Wahl.“

Sinne geschärft

Das Duo Staiger/Glaser will irgendwann wieder ins zweite Glied rücken. Für die Suche nach einem Nachfolger will sich Pahle Zeit nehmen. Weißgerber kann sich vorstellen, wieder ins Fußballgeschäft einzusteigen, wenn es zeitlich passt: „Fußball ist ein großer Teil meines Lebens.“ Nach der Ausbildung beim SC Hauenstein wurde er Teil des Oberligakaders von Trainer Robert Jung. Es folgten die Spielerstationen FK Clausen, TB Jahn Zeiskam und FSV Offenbach. 2011 übernahm er sein erstes Traineramt beim TuS 08 Schaidt, er führte ihn in die Bezirksliga. 2015 ging er zum SV Rülzheim, verpasste knapp den Aufstieg in die Verbandsliga. Im September 2017 wurde er entlassen.

„Ich möchte diese Zeit nicht missen. Sie hat meine Sinne geschärft. Ich reflektiere seitdem ganz genau, wie und mit wem ich zusammenarbeite“, sagt der Leiter der Polizeiinspektion Landau. Er lebt mit seiner Frau und den vier Kindern in Annweiler. Er hat weiterhin ambitionierte Ziele: Irgendwann mal einen Oberligisten coachen, in der ersten Runde um den DFB-Pokal an der Linie stehen und die A-Lizenz erwerben. „Auch dies ist in Kandel zukünftig möglich.“

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