Voltigieren
Großer Spaß und kleine Ziele
„Bern war mein Lieblings-CVI“, sagt Hannah Steverding. Bern ist in diesem Jahr das große Ziel für die 25-jährige Voltigiererin aus Herxheim. Denn in der Bundeshauptstadt der Schweiz wird die Senioren-Welt- und Junioren-Europameisterschaft ausgetragen. Ab dem 16. Juli würde Steverding gerne in die Post-Finance-Arena einlaufen, in der sonst der SC Bern seine Eishockeyspiele austrägt.
Zuletzt hatte Steverding einen kleinen Auftritt daheim in Herxheim. Bei der Regionalsichtung für den Preis der Besten der Nachwuchsvoltigierer konnten auch die beiden Bundeskadermitglieder des Renn- und Reitvereins, Steverding und Jonathan Geib, Bundes-Disziplintrainerin Elisabeth Simon den Stand ihrer Vorbereitung zeigen.
Neue Kür, neues Technikprogramm
„Ich habe eine neue Kür und ein neues Technikprogramm, die Musik ist aber die vom vergangenen Jahr“, erzählt Steverding. Mit dem Stand der Vorbereitung auf die Saison ist sie zufrieden. „Es läuft gut, das Einzel macht richtig Spaß und Flash und ich haben wieder zueinandergefunden“, berichtet sie mit Blick auf Royal Flash, ihr mittlerweile 18-jähriges Verlasspferd. „Wir versuchen, die gemeinsame Zeit zu genießen“, sagt Steverding.
2023 feierte die Sportwissenschaftsstudentin ihre bislang größten Erfolge im Seniorenbereich: Mit dem Team Norka wurde sie in Schweden Europameisterin in der Team- und der Nationenpreisentscheidung, wurde Deutsche Meisterin und siegte in Aachen. Vier Tage in der Woche trainiert sie in Köln. „Die Trainingsbedingungen sind super, wir haben eine super Trainingsgemeinschaft und die Stimmung ist echt locker, auch untereinander“, erzählt sie.
Dämpfer für das Team
Die Ambitionen der Gruppe haben allerdings einen Dämpfer erhalten. Bela Lehnen, der Strahlemann des Teams, hat gerade eine Meniskus-Operation hinter sich. In der Rehabilitation arbeitet er mit Mike Steverding zusammen und ist derzeit in der Südpfalz. Wann er wieder aufs Pferd kann, ist nicht absehbar. „Wir hatten mit dem Team das Ziel, unseren Erfolg von 2023 zu bestätigen“, sagt Steverding mit Blick auf die Weltmeisterschaft. „Der Kopf ist jetzt erst einmal woanders“, ergänzt sie. Das Team bastelt noch an der Kür, in der der deutsche Einzelmeister Lehnen ersetzt werden muss.
Während das Team sich wohl erst Ende April in Ermelo zum ersten Mal im Wettkampfzirkel präsentieren wird, startet Steverding mit ihrer Longenführerin Sophie Kuhn an Ostern beim CVI im französischen Saumur in die Saison. Das erste Ziel ist es, sich für den CHIO Aachen zu qualifizieren, der Ende Juni stattfindet. Dort werden die drei Tickets für die Einzelstartplätze bei der WM vergeben. „Wir haben unsere Ziele klein gesteckt“, sagt Steverding mit Blick auf ihre Einzelambitionen, „ich will im Einzel gucken, dass es mir Spaß macht.“
Bundestrainer: Hannah ist Leistungsträgerin
„Hannah hatte im vergangenen Jahr ein paar Schwierigkeiten in ihrer Wettkampfgestaltung im Einzel. Das mit der Gruppe hat ihr gutgetan. Da hat sie Topleistungen gebracht, ist eine absolute Leistungsträgerin mit einem ganz, ganz großen Anteil an dieser Goldmedaille bei der EM“, sagt Bundestrainer Kai Vorberg. „Wenn man wie in Köln in so ein System eingebettet ist, kann das für einen ein bisschen befreiend sein mitzuschwimmen, sich nicht selber so viel Gedanken machen zu müssen“, ergänzt er.
„Durch das Team bin ich im Einzel entspannter und kann mich besser auf mich konzentrieren“, sagt Steverding. Sie hat derzeit richtig viel Spaß am Voltigieren.