Fußball RHEINPFALZ Plus Artikel Fynn Köhler muss beim FSV Offenbach noch passen

Fynn Köhler
Fynn Köhler

Drüsenfieber, Corona, Atemprobleme. Fynn Köhler hat’s voll erwischt beim FSV Offenbach, der am Freitag gegen Steinwenden spielt. Was macht eigentlich Jürgen Veth?

Neuzugang Fynn Köhler (19) hat nach zwei Monaten Leidensweg erstmals wieder mittrainiert. Der Verdacht auf Herzmuskelentzündung hatte sich erhärtet. Am Sonntag läuft er vielleicht in der zweiten Mannschaft auf. Die erste Mannschaft des FSV Offenbach erwartet an diesem Freitag um 20 Uhr den SV Steinwenden.

Vom Dauerabstiegskandidaten zum Liga-Dino: Diese Aussage trifft auf den Gegner zu. Die Rot-Schwarzen aus dem Landkreis Kaiserslautern gehen in ihr achtes Verbandsligajahr, obwohl sie jedes Jahr zu den Abstiegskandidaten gezählt werden. Mit sieben Punkten sind sie gut gestartet. Spielertrainer Sascha Hammann kam im Sommer vom VfR Baumholder, bestritt zuvor in neun Jahre über 200 Partien für den FK Pirmasens. Er sagt: „Ich habe mich für diesen Verein entschieden, weil die Struktur ähnlich familiär wie in Offenbach ist.“

Energieleistung auf dem Zahnfleisch

Offenbachs Trainer Daniel Jahnke ist stolz auf den Punktgewinn in Zeiskam: „Es war eine absolute Energieleistung auf dem Zahnfleisch. Es war unser siebtes Spiel in 24 Tagen, Zeiskam hatte zwei Wochen Pause.“ Neben Luca Felix (Kreuzbandriss) fehlt Lukas Manger (Muskelfaserriss).

Neuzugang Fynn Köhler ist noch ohne Spiel. Der rechte defensive Schienenspieler kam im Sommer von den A-Junioren seines Heimatvereins FC Speyer 09. Zwei Jahre spielte er B-Jugend in Sandhausen. Eine Knochenhautentzündung kostete ihn im zweiten Jahr den Stammplatz.

Termin beim Endikronolgen

Nach der zehnten Einheit in Offenbach bekam er Corona. Er lag über zwei Wochen mit 41 Grad Fieber flach. Kurz zuvor hatte er Pfeiffersches Drüsenfieber und deshalb keine Abwehrkräfte. Dann kamen Probleme mit der Atmung: „Es war eine ganz schlimme Zeit. Ich wollte unbedingt wieder zurück auf den Platz. Doch nach ein paar Metern Laufen hat es mir den Brustbereich zugeschnürt.“

Es folgten Untersuchungen und Blutabnahmen bei verschiedenen Fachärzten, er nahm Asthmaspray. Der Verdacht auf Herzmuskelentzündung erhärtete sich, im Blut wurde zusätzlich Eisenüberschuss festgestellt. Jetzt muss der 19-Jährige zum Endikronolgen, einem Facharzt für Drüsenkrankheiten. Aktuell fühlt er sich wohl und hofft, von einem Rückfall verschont zu bleiben.

Vor wenigen Tagen begann seine Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann in einem Biomarkt seiner Heimatstadt Speyer. Zum Training fährt er mit Ermal Kuqi.

Jürgen Veth der Mann für frische Brötchen

Zufrieden mit der Entwicklung seines FSV ist Jürgen Veth: „Da steht eine Einheit mit einer klaren Spielidee auf dem Platz, der Kontakt zu den Fans ist eng. Die Jungs suchen immer das Gespräch, klatschen uns ab.“ Der 71-Jährige hat im Juni nach vier Jahrzehnten seine ehrenamtliche Tätigkeit beim Verband beendet, zuletzt war er acht Jahre Erster Vizepräsident des SWFV.

Der Mußbacher kam mit 24 Jahren ins Queichtalstadion, erzielte als Mittelstürmer unter Trainer Hanjo Schellberg viele Tore nach Flanken von Bernd Kupper. Wegen einer Hüftarthrose musste der Berufssoldat als Fußballer aufhören. Er begann als Spielleiter im Fußballkreis Landau.

Bei den Heimspielen steht er meist neben Anton Wachler. Mit seinem Freund und ehemaligen Nachbarn macht er dreimal pro Woche morgens um 7 Uhr einen zehn Kilometer langen Spaziergang, überrascht danach seine Frau häufig mit frischen Brötchen. Zweimal pro Woche geht er ins Fitnessstudio und verbringt viel Zeit mit seinen Enkeln Maximilian (11) und Hannah (9).

Veth war viele Jahre Staffelleiter der Verbandsliga, deshalb viel in den höheren Klassen unterwegs. Jetzt seht man ihn oft bei Spielen der A- und B-Klasse. Was müssen seine fußballerischen Enkel noch besser machen? „Wenn der Gegner Druck ausübt, leisten sich die Jungs zu viele Fehlpässe. Da brauchen sie bessere Lösungen.“

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