Lokalsport Südpfalz
Fußball-Verbandsliga: Die zwei Seiten der Jokerrolle
Die Außenseiterrolle kann guttun. Darauf spekuliert der SV Rülzheim, wenn er in Idar-Oberstein antritt. Keinen Erfolg zu haben, das verunsichert den Aufsteiger. Neuzugang Merlin Rudisele ist dabei. Wird der Landauer als Joker eingesetzt?
Zwei Punkte aus vier Spielen. Hat Fußball-Verbandsligist SV Rülzheim nach dem Aufstieg die Krise? Der Sportliche Leiter Heiko Magin sieht das anders. Er hebt jedoch vor dem Spiel bei Aufstiegsaspirant SC Idar-Oberstein (Samstag, 15.30 Uhr) den Zeigefinger – und hat noch mal zwei junge Spieler zum Verein gelotst.
„Wir sind es in Rülzheim nicht gewohnt, so lange nicht zu gewinnen, aber wir sind Aufsteiger. Ziel ist der Klassenerhalt, auch wenn viele im Umfeld mehr von uns erwartet haben“, sagt Magin. Das seien „alles 50:50-Spiele“, bei denen Kleinigkeiten den Ausschlag geben würden. „Wenn man da nicht alles abruft, geht man als Verlierer vom Platz.“ Ihn ärgert, dass die Spiele in Fußgönheim (2:2) und gegen Zeiskam (0:1) nicht gewonnen wurden.
Magin und Spielertrainer Patrick Brechtel wollen die Mannschaft so bissig sehen wie beim Auftakt gegen Speyer. Gegen Zeiskam habe ihm die letzte Laufbereitschaft gefehlt, der Wille, den Ball zu haben, um dann das in der Vorsaison so gute Kombinationsspiel aufzuziehen, stellt Magin klar. Alles sei eine Folge der Verunsicherung.
Die Außenseiterrolle kann guttun in Idar-Oberstein. Brechtel will Neuzugang Merlin Rudisele in den Kader nehmen. Für die Startelf fehle dem Neuen nach den wenigen Trainingseinheiten mit dem Team noch die Bindung. Milot Berisha klagte über Probleme mit dem Fuß (Einsatz fraglich), Nikola Jakovljevic ist wieder dabei. Brechtel kündigte „die eine oder andere“ personelle Umstellung im Vergleich zur Startelf gegen Zeiskam an.
Auf der Bank nicht zufrieden
Der Derbysieg in Rülzheim tat dem TB Jahn Zeiskam und dem Torschützen Christoph Wörzler gut. Nach langer Leidenszeit war es sein erster Pflichtspieltreffer für den Turnerbund. Mit seiner Joker-Rolle ist er allerdings nicht zufrieden. Beim ASV Fußgönheim will er am Sonntag in der Startelf sein. Anpfiff ist um 15 Uhr.
„Das war schon ein Schock. Im Derby bei der geilsten Kulisse auf der Bank zu sitzen, das tut schon weh“, sagt Wörzler. Der Offensivmann sei vom Kopf her noch nicht zu 100 Prozent da gewesen, so die Begründung von Stefan Ronecker gegenüber seinem Spieler. Der TB Jahn-Trainer ließ am Dienstag auch die beiden Top-Torschützen des Vorjahres, Serkan Toker und Eric Biedenbach, auf der Bank. Diese seien genauso geschockt gewesen, erzählt Wörzler.
„Jeder muss die Elf respektieren, die spielt. Sie dürfen enttäuscht sein, aber keinen Ärger machen“, sagt Ronecker. Der Trainer will jedem das Gefühl geben, konkurrenzfähig zu sein, er schätzt es, Qualität von der Bank bringen zu können. „Sie bekommen ihr Einsatzzeiten wieder“, sagt Ronecker.
Wörzler geht davon aus, dass er und seine Offensivkollegen morgen wieder gesetzt sind. Der Gegner steht mit zwei Punkten aus vier Spielen - Zeiskam hat vier - unten drin. „Wir dürfen sie nicht unterschätzen und schauen auch nicht auf die Tabelle“, sagt der Trainer. „Sie müssen gewinnen. Der Druck liegt bei ihnen.“
Fehlen wird dem TB Jahn Marian Kolb, der sich in Rülzheim wohl einen Muskelfaserris zugezogen hat. „Das ist schon ein Verlust für uns. Er organisiert das Spiel von hinten, ist robust und zweikampfstark“, sagt Wörzler. Ersetzen wird ihn wahrscheinlich wieder der 20-jährige Lukas Bauer. mame/fesc