Lokalsport Südpfalz RHEINPFALZ Plus Artikel Fußball: Kommunikation nur über App – Die Lage in Rohrbach, Erlenbach und Scheibenhardt

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Der Amateurfußball in der Südpfalz steckt fest in den Klauen des Coronavirus. Der Südwestdeutsche Fußballverband hat eine Spielsperre für alle Klassen verhängt, die mittlerweile auf den 20. April verlängert wurde. Zudem hat die Politik ein Verbot der Nutzung von Sport- und Spielplätzen angeordnet. Somit war die Partie SV Olympia Rheinzabern gegen VfB Hochstadt (3:4) am 11. März die vorerst letzte Partie, die über die Bühne ging.

Der Kreisvorsitzende Karl Schlimmer (Klingenmünster) sieht seine Staffelleiter mit Notfallspielplänen bestens gerüstet. Er hat jedoch erhebliche Zweifel, dass diese Terminvorgaben eingehalten werden können. Was passiert dann? Eine Möglichkeit stellt die komplette Annullierung der bisherigen Saison dar. Die Vertreter der Spitzenteams sehen dies relativ gelassen, über die Notwendigkeit der ergriffenen Maßnahmen besteht bei ihnen kein Zweifel. Kommuniziert wird zwischen Vorstandschaft, Trainerteam und Spielern nur noch mit WhatsApp.

Mehrere Spieler lassen sich testen

Thomas Jörg ist Spielleiter bei der Spielgemeinschaft Rohrbach/Impflingen, Tabellenführer der B-Klasse West. Er arbeitet bei einer Cateringfirma, die hauptsächlich Schulen und Kitas mit Essen beliefert. Zudem fungiert er als Wirt des Vereinsheimes, das gewöhnlich ab 16 Uhr für viele Rentner eine Anlaufstelle ist. Seit vorvergangenem Freitag ist er zu Hause, das Clubhaus hat geschlossen. Er sagt: „Es haben sich bereits mehrere Spieler von uns auf das Virus testen lassen, die Sensibilität ist hoch. Ich erarbeite mit unserem Trainerteam gerade eine Trainings-App.“ Alle Trainingseinheiten sind bis auf Weiteres abgesagt. Als „besonders bitter“ schätzt er die Situation ein, weil der Verein im kommenden Jahr 100 Jahre alt wird.

„Gesundheit hat Vorrang“

Die gleichen Einschränkungen gelten für den SV Erlenbach, Spitzenreiter der B-Klasse Ost. Auch im Sportpark an der A 65 ist das mittlerweile ebenfalls geschlossene Vereinsheim häufig in den Mittagsstunden geöffnet gewesen. Das Training fällt auch hier aus. Sportvorstand Manuel Wüst arbeitet als selbstständiger Versicherungsmakler, sein Herxheimer Büro hat er geschlossen. Seine Arbeit beschränkt sich auf Telefonkontakte und Home-Office. Wüst meint: „Natürlich wäre es bitter, wenn die Energie und der Aufwand von Trainer und Mannschaft völlig für die Katz gewesen wäre. Aber die Gesundheit hat Vorrang. Ich wünsche mir. dass sich jeder an die angeordneten Vorgaben hält.“

Großes Loch in Vereinskasse

Der SV Scheibenhardt steht gemeinsam mit dem FC Berg mit deutlichem Vorsprung an der Tabellenspitze der C-Klasse Ost. Beide Grenzdörfer gelten wegen ihrer Nähe zum Elsass als besonders gefährdet. SVS-Sprecher Michael Völkel betreibt mit seiner Frau Sabine in Kandel ein Geschäft für Raumausstattung. Er sagt: „In dieser Zeit ist es eigentlich unpassend, überhaupt über Fußball zu sprechen. Jeder fürchtet um seine Existenz und seine Gesundheit.“ Völkel befürchtet ein großes finanzielles Loch in der Vereinskasse: Events wie das Schlachtfest und das Rumpsteakessen fallen in die aktuell verhängte Sperrzeit. Besonders hart träfe den Verein ein Ausfall des Brückenfestes im Frühsommer.

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