Fußball
FSV Offenbach verliert gegen Basara Mainz
Nach 100 Sekunden fiel am Sonntag das 0:1, die Offenbacher Abwehr war mit den Gedanken wohl noch in der Kabine. Joscha Marzi passte von der rechten Seit auf Benjamin Ghalas, der aus 16 Metern zentral traf. Danach übernahm der FSV die Initiative, doch viele Chancen blieben ungenutzt. Die größte Chance hatte Jonas Dörrzapf, er drosch das Leder nach Flanke von Daniel Szadorf und Kopfball-Ablage von Ralf Bittig aus kurzer Distanz über das Tor.
Basara-Keeper Felix Polenz parierte einen Distanzschuss von Szadorf. In der 23. Minute erzielte der Mittelstürmer den längst fälligen Ausgleich, Kapitän Tim Hörner hatte sich über rechts durchgesetzt.
Sekunden vor dem Pausenpfiff landete ein langer Ball beim überragenden Marzi, die FSV-Abwehr war zu weit aufgerückt. Der Rechtsaußen hämmerte das Leder ins Netz: 1:2.
Die Stimme des Queichtalstadions
Bernd Lederle meinte zur Pause: „Wir sind überlegen, mussten beide Gegentreffer nach mentalen Aussetzern hinnehmen.“ Das Wort „Urgestein“ trifft auf den FSV-Stadionsprecher zu. Er wurde in Offenbach geboren, wohnt nur 150 Meter vom Sportgelände entfernt. In diesem Jahr wurde er für 55-jährige Mitgliedschaft geehrt. Der 65-Jährige ist seit vielen Jahren die „Stimme des Queichtalstadions“. Bei Arbeitseinsätzen hilft er regelmäßig mit, kümmert sich um Montage und Pflege der Werbebanden. Der frühere Verteidiger trainierte 17 Jahre lang ehrenamtlich die Fußballmannschaft des Jugendhofs Haßloch der Evangelischen Heimstiftung Pfalz. Dort bildete der Metallbaumeister sozial benachteiligte und suchtgefährdete Jugendliche in der Lehrwerkstatt in Metallberufen aus. Er gehört seit frühester Kindheit zur Offenbacher Fußballfamillie.
Drei Tore in den letzten 20 Minuten
Nach dem Wechsel passierte zunächst nicht viel. In der 72. Minute erzielte Aiman Abdelaai per Fallrückzieher das 1:3 nach einer Faustabwehr von Florian Theobald. In der 82. Minute brachte Agmir Bajraktari mit einem verwandelten Handelfmeter seine Farben zurück ins Spiel. Zwei Minuten später vergab Hörner nach Flanke von Steven Knobloch die Riesenchance zum Ausgleich, sein Kopfball am langen Pfosten verfehlte knapp das Tor. Kurz vor dem Abpfiff machte Joker Muhammed Yasar vor 120 Fans den Deckel drauf.
Offenbachs enttäuschter Cotrainer Christian Stamer: „Heute hat nicht die bessere, sondern die effektivere Elf gewonnen. Es bleibt die bittere Erkenntnis, dass eine Liga höher jeder Fehler bestraft wird.“ Basara-Coach Kevin Miller war rundum zufrieden: „Das Pokal-Aus hat den Jungs richtig wehgetan. Sie wollten das unbedingt geraderücken und sind mit einer ganz anderen Mentalität aufgetreten.“
Eine zweite Heimat hat Linienrichter Kevin Dietrich vom rheinhessischen TSV Armsheim-Schimsheim in der Südpfalz gefunden. Nach Herxheim am Freitag und Knittelsheim am Samstag war es sein dritter Auftritt in der Region.