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Felix Werling nicht im Flieger zu Deaflympics
Schon lange hat sich Felix Werling auf die nächste große Reise mit der Handball-Nationalmannschaft der Gehörlosen gefreut. Aufgrund der Corona-Pandemie waren nicht nur viele Lehrgangsmaßnahmen, sondern auch einige geplante Länderspiele und Turniere ausgefallen. Nach vier Lehrgängen in Haßloch und Kiel wurde der 31-Jährige erneut in das 14- köpfige Aufgebot von Bundestrainer Alexander Zimpelmann (Freinsheim) berufen.
Der Blondschopf vom Pfalzligisten TV Wörth gehört zu den Leistungsträgern der „Deafboys“ und ist eine feste Größe im linken Rückraum. Es sind die vierten Deaflympics für den sympathischen jungen Mann, der von Geburt an taub ist und im Alltag mit einer Hörhilfe, einem Cochlea-Implantat, gut zurechtkommt. 2009 in Taipeh sowie vier Jahre später in Sofia holte Werling mit dem deutschen Team jeweils Bronze. Vor fünf Jahren mussten sich die „Deafboys“ in Samsun in der Türkei mit dem vierten Platz zufriedengeben. Diesmal wollen sie mehr.
„Mal was anderes als nur Bronze“
„Das Ziel ist ganz klar eine Medaille“, sagt Werling. Dabei träumt er gar vom Finale. „Ich will einfach mal was anderes als nur Bronze.“ Schon bei seiner Premiere im Jahr 2008, als er als A-Jugendlicher die Europameisterschaft in Belgrad spielte, gab es den dritten Platz.
„Die Mannschaft hat das Potenzial, ganz weit vorne zu landen, aber da muss schon alles zusammenpassen“, sagt Werling. Daran ändert sich auch nichts, dass diesmal Russland wegen des Krieges in der Ukraine nicht dabei ist. „Kroatien müssen wir als Favoriten sehen, und zunächst sind sie nicht in unserer Gruppe.“ Frühestens im Halbfinale könnte Deutschland auf den Favoriten treffen. Zuvor stehen in der Vorrunde die Partien gegen Serbien, Kenia, Gastgeber Brasilien und Kamerun auf dem Plan.
Auftaktspiel am Donnerstag
„Wir dürfen keinen Gegner auf die leichte Schulter nehmen“, weiß Werling aus eigener Erfahrung. Der Maschinenbautechniker bei Daimler in Wörth im Schichtdienst denkt auch noch an eine andere Unbekannte, die über den sportlichen Erfolg entscheiden kann. Das Corona-Virus. „Wir haben ja im Januar bei der EM in Bratislava gesehen, wie der deutschen Mannschaft von Tag zu Tag die Spieler ausgingen“, erinnert sich Werling.
Während seine Kollegen am Mittwochabend in Frankfurt in Richtung Sao Paulo abhoben, musste Werling am Boden bleiben. Der Südpfälzer war positiv auf das Corona-Virus getestet worden und am Tag des Abfluges noch nicht vollständig genesen. Werling hofft, am heutigen Freitag auf ein negatives Ergebnis, um sich schon am Samstag, seine Vereinsmannschaft spielt dann am Abend gegen die HSG Kaiserslautern, auf den Weg nach Südamerika machen zu können. Sollte dies nicht klappen, plant er, am Montag nachzureisen.
Er will auf jeden Fall zum Auftaktspiel am kommenden Donnerstag, wenn Deutschland auf Serbien trifft, im Kader sein. „Ich freue mich schon sehr auf die Reise. Dafür habe ich fünf Jahre alles getan, um wieder dabei zu sein“, sagt Werling, der auf gepackten Koffern sitzt. „Mir geht es so weit wieder ganz gut.“ Eine Nachricht, worüber sich Bundestrainer Zimpelmann freut, der fest mit dem Südpfälzer rechnet.