Trail
Favoritensiege am Hohenberg
Fast ausnahmslos Favoritensiege gab es am Sonntag beim Hohenbergtrail in Birkweiler. Bei besten Wetterbedingungen mussten einige Sieger weite Teile des Rennens alleine bestreiten. Die 5,5 Kilometer gerieten zur Familiensache.
„Papa während des Rennens, am Ende ich“, sagte der 13-jährige Janis Roth vom TSV Kandel über die Platzierung während des Laufs über 5,5 Kilometer, den er nach 23:55 Minuten mit einer Sekunde Vorsprung vor seinem Vater Patrick Roth gewann. „Am ersten Berg war es schon extrem anstrengend, da musste ich kämpfen um dranzubleiben“, sagte der Teenager, der auf der langen Bergab-Passage bis zum Ziel die größeren Reserven hatte.
„Super Ausgleich zum Beruf“
Seit sieben Jahren trainiert der Schüler des Europa-Gymnasiums in Wörth Leichtathletik im Verein, favorisiert aber die Laufdisziplinen. Und hat damit wohl auch seinen Vater inspiriert: „Eigentlich bin ich immer nur für mich gejoggt, bin dann vor einem Dreivierteljahr auch in den Verein eingetreten. Als Maschinenbauingenieur mit reiner Bürotätigkeit ist das ein super Ausgleich.“ Da der Sohn hauptsächlich im Verein trainiere, gehe man lediglich einmal pro Woche zusammen laufen. Was dem Vater nichts ausmacht: „Ich freue mich einfach, wenn die Kinder an der frischen Luft Sport machen und ich noch einigermaßen mithalten kann.“ Lachend fügte er hinzu: „Lange wird das aber nicht mehr der Fall sein.“
Einsames Rennen
Mit zehn Sekunden Abstand vervollständigte Nico Gallucci (TV Hinterweidenthal) das Podium. Deutlicher war die Sache bei den Frauen: Emilia Becker (TV Lemberg) siegte in 26:37 Minuten vor Sylvie Bode (27:31) und Anna Rapp (29:25), die zur guten Kandeler Mannschaftsleistung an diesem Tag beitrugen.
Über 11,5 Kilometer ließ Tobias Dreyer (TV Hinterweidenthal) vom Start weg keine Zweifel aufkommen, seinen Vorjahressieg zu wiederholen. Mit 48:10 Minuten war er 20 Sekunden langsamer als 2022: „Ich musste ein einsames Rennen laufen. Am ersten Berg habe ich noch versucht zu drücken, bin aber kein Risiko eingegangen“, sagte Dreyer. Wie man an die Sache herangeht in dem Wissen, dass einem wohl niemand gefährlich werden kann? „So toll finde ich das nicht. Klar ist es schön, mal ohne Druck zu laufen. Generell laufe ich aber lieber mit Konkurrenz in der Gruppe, da kann man sich mit der Tempoarbeit abwechseln und sich mal vor dem Wind schützen, der teilweise stark von vorne kam.“ Andere Schwierigkeiten? „Schauen, dass man an Kreuzungen überhaupt die Strecke findet.“
Spannender der Kampf um die weiteren Plätze: Benjamin Kass (Pfälzer Blitze) aus Wattenheim sicherte sich im Zielsprint nach 51:48 Minuten Platz zwei vor Philipp Ullrich (TV Bad Bergzabern).
Da fehlt ja einer
Natascha Hartl (LG Rülzheim) siegte in 58:45 Minuten bei den Frauen, nachdem sie am Vorabend gemerkt hatte, dass sie starten sollte: „Ich dachte eigentlich, schon genug Läufe für die Cupwertung zu haben. Dann fiel mir auf, dass noch einer fehlt und ich in Hinterweidenthal nicht starten kann.“ Im technisch anspruchsvollen Streckenteil lief Jessica Stuck (Landau Running Company) zu ihr auf, bergab konnte Hartl sich wieder absetzen. Sie siegte mit 26 Sekunden Vorsprung. Dritte war Marlene Kerner vom ASV Schwanheim.
Im Halbmarathon wiederholte Jens Becker (TV Lemberg) seinen Vorjahressieg in 1:40:24 Stunden vor Gunnar Baar (TV Maikammer, 1:42:08) und Timo Gröbert (Landau Running Company, 1:48:07). Auch Pia Winkelblech (TSV Kandel) hatte auf dem Zwei-Runden-Kurs keine Konkurrenz zu fürchten. Sie siegte in 1:58:20 Stunden vor Varvara Pakhtusova (2:17:14) und Claudia Müller (Hartfüßler Trail, 2:35:38).