Lokalsport Südpfalz „Es braucht wirklich niemand anzurufen“

Marko Schehl bei der Meister-Party 2016.
Marko Schehl bei der Meister-Party 2016.

«SCHWANHEIM.» Der Lotse geht von Bord: Beim Heimspiel gegen den SV Hagenbach in der A-Klasse Süd saß Marko Schehl letztmals auf der Trainerbank des ASV Lug/Schwanheim (wir informierten gestern). Nach 15 Jahren als ASV-Trainer nimmt sich Schehl, Jahrgang 1972, eine Auszeit.

Neun Jahre trug er die alleinige Verantwortung, sechs Spielzeiten war er Teil eines Trainer-Duos. „Ich glaube, frischer Wind tut jetzt einfach mal gut. Es war eine sehr lange Zeit. Sie war geprägt von Höhen und Tiefen mit einem glücklichen Ende“, sagt die ausgebildete Fachkraft zur Arbeits- und Berufsförderung für Menschen mit Behinderung. Nach dem Wiederaufstieg in die A-Klasse im Vorjahr und dem Klassenerhalt sieht er seine Mission erfüllt. Der gebürtige Vorderweidenthaler war in der Jugend und bei den Aktiven zweimal kurz bei seinem Heimatverein SV Blau-Weiß und sonst, über 30 Jahre, beim ASV. In seiner aktiven Zeit war er ein Mittelstürmer der alten Schule. Unzählige Treffer waren das Markenzeichen Schehls, der gelegentlich auch im Tor stand. Zwischen 1998 und 2006 holten die Südwestpfälzer viermal den Pokal des Fußballkreises Südliche Weinstraße. Vor allem für den FV Viktoria Kapsweyer wurde Schehl zum Schreckgespenst. Die Blau-Weißen verloren zwei Finals gegen den ASV, 1998 in Klingenmünster gar mit 0:7. Beim letzten Erfolg gegen die Viktoria 2006 (2:0 in Birkenhördt) war Schehl spielender Co-Trainer an der Seite von Dieter Johann. Im Tor stand damals Johanns Sohn Marcel, der mit dem FV Dudenhofen gerade in die Oberliga aufgestiegen ist. Die „Vereinigten“ schrieben Pokalgeschichte, doch in der Meisterschaft stellten sich die Erfolge damals nicht ein. Fans erinnern sich an die glorreichen 1980er-Jahre, der Verein spielte viele Jahre in der A-Klasse Süd. Zwischenzeitlich drohte gar der Abstieg in die C-Klasse. „Wir hatten eine lange Durststrecke mit einigen Tiefen, die Rückkehr in die A-Klasse bedeutet Happy End und Licht am Ende eines Tunnels“, so Schehl. Der gradlinige, zuvorkommende und ehrliche Sportsmann wollte nie im Mittelpunkt stehen. Kameradschaft im Team und der Zusammenhalt der Spieler waren ihm stets wichtiger. Für die Zukunft sieht er den Verein, vor allem wegen des Zulaufs bei den jungen Menschen im Luger Tal, gut aufgestellt. Mehrere Jahrgänge treten zusammen mit der Jugend des SV Völkersweiler an. Sein Sohn Leon spielt bei den B-Junioren in der Kreisliga. Nach einer Pause kann Schehl sich eine Rückkehr als Trainer im Nachwuchsbereich vorstellen. Einen Wechsel zu einem anderen Verein schließt er aus („es braucht wirklich niemand anzurufen“). Seine beiden spielenden Nachfolger hat er sich selbst ausgesucht: Jens Albrecht coachte seit einem Jahr an seiner Seite, er wird in der kommenden Spielzeit von Marian Block unterstützt. Stimmen —Dieter Johann, vier Jahre ASV-Coach mit Schehl: „Selbst nach langem Überlegen fällt mir nichts Negatives ein. Ich kann nur gute Dinge erzählen, sonst hätten wir nicht so lange vertrauensvoll und erfolgreich zusammenarbeiten können.“ —Winfried Schäfer, zweiter Vorsitzender ASV Lug/Dimbach: „Ich würde Marko mit einem Vertrag auf Lebenszeit als Sportchef bei unserem ASV ausstatten.“

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