Turnen RHEINPFALZ Plus Artikel Endlich wieder fliegen

Luis Sittinger ist dran.
Luis Sittinger ist dran.

Viele haben bei den Pfalzmeisterschaften in Grünstadt den ersten großen Auftritt vor sich. Corona hat einen Rückgang der Teilnehmerzahl verursacht. Der Verband ist froh, dass die Vereine noch relativ viele Sechskämpfer stellen können.

Ziemlich genau zwei Jahre waren die meisten ohne Wettkampf. Abgesehen von den Riegen aus Grünstadt und der TG Pfalz, die in der 2. und 3. Bundesliga aktiv sind. Am Sonntag hieß es endlich wieder für alle Turner im Pfälzer Turnerbund (PTB): „Die Kampfrichter rufen den ersten Turner ans Gerät.“

„Wir haben es hier zusammen mit der TSG Grünstadt geschafft, den Wettkampf unter Corona-Bedingungen zu organisieren“, zeigte sich Rudi Brand, Landesfachwart Gerätturnen, zufrieden. Zwei Durchgänge hatte er organisiert. 72 Turner, von den Pflichturnern bis zu den Nachwuchsspitzensportlern aus Grünstadt, Oppau und Landau, waren da. „Natürlich haben wir einen Rückgang der Teilnehmerzahlen. Aber bedenkt man die sehr langen Schließungen der Hallen und die teils nur zögerlichen Öffnungen, ist es beeindruckend, wie viele Sechskämpfer unsere Vereine hier heute stellen können“, betonte Achim Wätzold, Vizepräsident Spitzensport des PTB.

Große Augen

Seit drei Jahren trainiert Alexander Schmitt vom TV Edenkoben, vor Corona sollte er seinen ersten Wettkampf turnen. Nun ist es so weit. Mit großen Augen blickt er auf die Bundesligafläche in Grünstadt. Die Nervosität bei den Jüngsten ist fast mit Händen zu greifen. 15 Jungs, keiner älter als neun Jahre, gehen an den Start. Sie werden vom Publikum durch den Wettkampf getragen. Marlon Flach vom TVE (1.), Tim Lang vom TV Hatzenbühl (2.) und Jona Satzger (TVE, 3.) machen den Sieg unter sich aus, bedrängt von zwei Landauern. Sie sind schon mit fünf oder sechs Jahren angetreten und im Vorteil. Die Trainer waren sich einig: Hier stehen 15 Sieger. Schmitt erreichte den siebten Platz.

Das Pendant zu den Jüngsten bildeten die Leistungsturner der Altersklassen 7, 8 und 9/10 aus Grünstadt, Oppau und Landau. Die Landauer setzen mit Jonas Grote in einem starken Feld der zwei Zentren ein Ausrufezeichen. Mit der Silbermedaille zeigte das Team um die Trainer Samuel Soffel und Stefan Hertel, welchen Anspruch es mit den neuen Trainingsmöglichkeiten in Landau verfolgt.

23 Medaillen gehen an Südpfälzer

23 von 42 Medaillen gingen an Südpfälzer, auch der TV Wörth und der TV Bad Bergzabern griffen zu. Gold ging bei den zwölf-/13-jährigen Pflichtturnern nach Wörth an Leon Kaufmann. Das Triple in der Altersklasse 14 und 15 holten sich die Landauer Edwin Weber, Janosch Lauth und Maximilian Hertel.

Bei den Kürturnern, also denen, die sich ihre Übung nach gewissen Vorgaben zusammenstellen dürfen, ist bei den Zwölf-/13-Jährigen Gabor Weißmann aus Edenkoben der einzige. Bei den 14/15-Jährigen siegt Oskar Dietz aus Bad Bergzabern vor Luis Sittinger vom TV Hatzenbühl. Björn Schick aus Landau (16/17 Jahre) und Luca Sittinger aus Hatzenbühl (18/19) sind Landesmeister in ihren Jahrgängen.

„Natürlich haben wir nicht viel Konkurrenz gehabt. Aber man hat ja selbst den Anspruch, eine ordentliche Übung abzuliefern, und das haben wir gemacht“, war Luca Sittinger zufrieden. „Endlich können wir wieder an die Geräte und durch die Luft fliegen“, sagte sein jüngerer Bruder Luis.

Schmankerl zum Schluss

Ein Schmankerl zeigten dann noch die erfahren Turner aus Hatzenbühl, die am Vortag auf den deutschen Seniorenmeisterschaften gewesen waren: Volker Lang, Herbert Müller und Manfred Werling, die in zwei Altersklassen antraten, legten auf dem Podest die Arme umeinander und grinsten in die Kameras.

Björn Schick am fünften Gerät. Am Barren geben die Richter ihm 10,9 Punkte.
Björn Schick am fünften Gerät. Am Barren geben die Richter ihm 10,9 Punkte.
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