Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Ein Sieg, über den sich kein Offenbacher freut

Eine Hand für den Offenbacher Kreisspieler Simon Gensheimer hat Kastellauns Julian Mangold auch noch frei, der zusammen mit Max
Eine Hand für den Offenbacher Kreisspieler Simon Gensheimer hat Kastellauns Julian Mangold auch noch frei, der zusammen mit Max Kötz (links) Andreas Benz in die Mangel nimmt.

Eine schwere Verletzung, die das Saison-Aus für Philipp Mohra bedeutet, trübt die Gelassenheit des TV Offenbach, der die HSG Kastellaun/Simmern beherrscht und in der Oberliga an ihr vorbei auf den vierten Platz vorrückt.

39:30 (17:13) siegt der TV Offenbach am Sonntagabend gegen die HSG Kastellaun/Simmern. Er gewinnt zwei Punkte und klettert auf Rang vier, verliert aber drei Minuten vor den Abpfiff Philipp Mohra. Über den Sieg freuen kann sich beim TVO niemand.

Jens Seithel traf gerade erst zum 36:28 für den TVO – die Partie war seit dem 32:23 (50.) ohnehin schon entschieden –, da verletzte sich Philipp Mohra ohne Gegnereinwirkung beim Absprung aus dem Rückraum schwer am linken Knie. „So kurz nach dem Spiel will man sich freuen, aber die Trübsal ist groß“, sagte ein sichtlich geknickter Offenbacher Trainer Tobias Job nach dem Abpfiff. Weil sich auch die Gäste-Bank direkt um den Offenbacher kümmerte und dort ein Arzt mit dabei saß, scheint die erste Diagnose gesichert: Ein Patellasehnenriss bedeutet das Saison-Aus für den Kapitän und Defensivanführer im nun völlig dezimierten Innenblock des TVO. Christoph Kunz fehlt weiterhin mit Bänderriss im Sprunggelenk. „Die zwei Punkte haben einen ganz faden Beigeschmack. Wir haben ein wirklich gutes Spiel gegen einen guten Gegner gemacht. Gute Besserung an Philipp!“, so Job.

Auf allen Positionen besser

Zum Spiel: Insgesamt zeigte sich der TVO auf allen Positionen verbessert im Vergleich zum torarmen Spiel gegen die Südpfalz-Tiger. Neben Andreas Jagenow trafen auch Andreas Benz und Mario Fuchs sechs Mal, Fuchs zeitweise sogar als Rechtsaußen im Konter. Weil Tino Gläßgen fehlte, spielte der reaktivierte Felix Kunz auf der für ihn ungewohnten Seite, störte in der Abwehr immer wieder den Pass auf den Linksaußen der Gäste.

Offenbach war über 60 Minuten die bessere Mannschaft, lag nur beim 1:2 (4.) ganz kurz in Rückstand. Nach einer ganz wilden Phase zwischen dem 3:2 (5.) und dem 5:5 (6.) setzte sich der TVO von 7:6 (10.) auf 10:6 (14.) ab. Gäste-Trainer Mirza Cehajic versuchte mit einer Auszeit Ruhe reinzubringen, nach dieser kurzen Unterbrechung geriet sein Team jedoch völlig aus dem Tritt. Der wie immer umtriebige Jagenow traf zum 15:8 (22.).

Zu viele Emotionen

Weil dann allerdings wieder totale Hektik ins Spiel kam und die Schiedsrichter auf beiden Seiten keine klare Linie erkennen ließen, schadete sich der protestierende TVO selbst. Eine Verwarnung gegen Job und Zeitstrafe gegen Nico Bader bedeuteten Ballbesitz Kastellaun/Simmern und wenige Minuten später nur ein 17:13 zur Pause. „Ende der ersten Halbzeit schaden wir uns selbst, weil wir zu viele Emotionen zulassen. Da bin ich auch selbst schuld mit der Gelben Karte“, so Offenbachs Trainer selbstkritisch.

Pfaffmann wieder überragend

Aus der Halbzeit kommend reagierte sein Team dann aber wieder cleverer, auch taktisch: Eine Umstellung der Gäste-Abwehr auf eine offensivere 5-1-Deckung machte der TVO schnell wieder zunichte, zu gut war er nach zehnminütiger Beratungspause in der Kabine darauf eingestellt. Cehajic stellte bald wieder auf 6-0 um, der TVO machte derweil aus einem 21:18 (38.) ein 26:21 (Fuchs, 44.) und das vorentscheidende 32:23 (wieder Fuchs, 50.). „30 Gegentore sind zwar viel, trotzdem war Flo im Tor heute wieder überragend. Das zeigt aber auch die Qualität, die Kastellaun im Angriff hat. Umso wichtiger, dass wir heute gewonnen haben“, sagte Job. Mit elf Paraden alleine in der ersten Hälfte war Florian Pfaffmann im Offenbacher Tor nach starker Leistung im Südpfalz-Derby erneut in Bestform. Sebastian Volk konnte sich in der Schlussphase auszeichnen, hielt drei von fünf Würfen auf sein Tor.

Zeit für taktische Veränderungen hat Job nun eine Woche länger. Nach einem spielfreien Wochenende spielt seine Mannschaft erst wieder Ende November in Nieder-Olm. „Jetzt müssen wir schauen, wie wir die Ausfälle weiter kompensieren“, so der Trainer.

x