Lokalsport Südpfalz Drei Fragen: „Entscheidend ist die Perspektive für unsere Talente“

Anna Rapp (33), aufgewachsen in Kapellen, wohnt in Landau und arbeitet als Senior-Managerin Unternehmenskommunikation bei der BASF. Sie geht seit über 25 Jahren beim TV Bad Bergzabern auf Korbjagd und ist Schiedsrichterin in den Oberligen. Anna, nach dem Höhenflug bis in die Regionalliga folgt nach zwei Spielzeiten in der Oberliga der freiwillige Rückzug in die Landesliga. Warum so ein harter Schnitt? Leistungsträgerinnen stehen nicht mehr zur Verfügung, in der Spielzeit zuvor gab es ja auch schon Abgänge. Entscheidend ist aber die Perspektive für unsere eigenen Talente. Nicht die erfahrenen Spielerinnen, die am Ende ihrer Karriere stehen, sollen die meiste Spielzeit erhalten. Sondern unsere Nachwuchsasse, allen voran unsere Jüngsten Nora Zoller und Lea Kreutz, wollen wir noch mehr fordern und fördern. Das wäre in der Oberliga schwierig. Mit einem Neuaufbau in der Landesliga können wir gerade die jungen Spielerinnen in den Mittelpunkt unseres Teams rücken und sie lange Zeit aufs Feld schicken. Nur mit viel Spielpraxis werden wir es schaffen, möglichst schnell unseren Nachwuchs als zukünftige Leistungsträgerinnen im Aktivenbereich aufzubauen. Genau so überraschend ist die Rückkehr von Trainer Klaus Fremgen ... ... Ja, das passt natürlich perfekt. Wir brauchen jetzt gerade in dieser wichtigen Phase einen erfahrenen Trainer, der es versteht, aus den vielen unterschiedlichen Spielertypen, aus erfahrenen und ganz jungen Kräften, eine feste, stabile Einheit, ein echtes Team zu formen. Klaus kann das. Das war unser Manko in den vergangenen Jahren, wir lebten von den individuellen Stärken, schafften es aber nicht, die jungen, nachstrebenden Talente auf das Niveau der Stammspielerinnen zu bringen. Nach der letzten Saison mit drei Trainern - zunächst Nils Willems, dann Philipp Pfaffmann und nach dessen Studienplatzwechsel Chris Adam bis zum Saisonende – sind Kontinuität und klare Strukturen jetzt wichtig. Wie schaffte es das Team, Klaus Fremgen für sich zu gewinnen? Erstens weil er selbst als U18-Coach nicht mehr richtig zufrieden war, die neue Aufgabe bei uns eine interessante ist und einen neuen Reiz bedeutet. Außerdem weiß Klaus, dass wir ehrgeizig sind und mitziehen werden. Sabine Bott, meine Schwester Lisa und ich sind selbst als Ältere topmotiviert, wollen gerade mit den jungen Kräften etwas Neues aufbauen. Die erste Ansprache von unseren neuen Trainer ans Team gibt uns den Weg vor: Viel aggressiver in der Verteidigung werden und im Angriff strukturiert und schnell spielen. Wir sind alle motiviert und wollen ganz oben mitmischen. Die Meisterschaft ist unser Ziel. | Interview: Uwe Eid
