Geschichten aus der geschichte RHEINPFALZ Plus Artikel Die Weltspiele in Wörth

Der Schweizer Jean Eric Freudiger fliegt über den Schanzentisch. Ins Finale schaffte er es nicht.
Der Schweizer Jean Eric Freudiger fliegt über den Schanzentisch. Ins Finale schaffte er es nicht.

Deutsche Meisterschaften im Wasserski als Generalprobe, ein Jahr später drei Tage Teil der Weltspiele 1989 in Karlsruhe: Im Wörther Landeshafen ist auch schon so einiges abgegangen.

Die Wasserski-Wettbewerbe, Slalom, Trickski und Springen, sind Ende Juli in Wörth, weil in der Karlsruher Region kein geeignetes Gewässer zur Verfügung steht, hieß es damals. Manfred Schmitz, Vorsitzender des Wörther Sportfischer- und Fischzuchtvereins, hatte zugesagt für den Fall, dass der Wörther Verein an den Einnahmen beteiligt wird.

Gegen alle Widerstände. Im Stadtrat wurde die Umweltbelastung angesprochen. Wäre es nach Schmitz gegangen, hätte die Stadtbahn von Karlsruhe viele Zuschauer bis an den Hafen gefahren. Doch keiner, der was zu sagen hatte, reagierte auf den Vorschlag. Der Wörther Verein bat alle aus Wörth, mit dem Fahrrad zu kommen.

Wespenstiche und zwei Unglücke

17.000 Leute sahen sich die Wasserski-Wettbewerbe drei Tage lang an, schrieb die RHEINPFALZ am 27. Juli 1989. Mehr als 4000 Sportler aus 60 Nationen maßen sich bei den 3. World Games in 46 Disziplinen. Feuerwehren, Polizei, Hostessen und DRK hatten zu tun. Das DRK relativ wenig: „Außer einigen Wespenstichen hatten die fleißigen Leute nur eine Frau zu verarzten, die gleich am ersten Tag unter das zusammengebrochene Teil der Ehrentribüne geriet, sowie ein Kind, das mit dem Bein zwischen Fahradspeichen kam.“

Der Sport: Der weltbeste Wasserskiläufer Patrice Martin aus Frankreich wurde seiner Favoritenrolle gerecht: zweimal Gold. Bei den Damen glänzte die Kanadierin Kim de Macedo. Die Deutschen waren froh, im Finale dabei zu sein. „Zieh“-Rufe beflügelten Steffen Wild. Der 19-jährige Abiturient stand seinen zweitweitesten Sprung überhaupt auf 49 Meter. Im Endlauf sprang er von der 1,67-Meter-Schanze auf Platz sieben. Nicht so weit kam Sharka Silhanek aus Ludwigshafen. Die Zuschauer zollten Favoriten und „Mitläufern“ gleichermaßen Beifall.

„Durchschlagender Erfolg“

Wörths Bürgermeister Harald Seiter und Landrat Joachim Stöckle nahmen Siegerehrungen vor. Die RHEINPFALZ resümierte: „Die Wörther Veranstaltung hat mit dazu beigetragen, den Karlsruher Weltspielen nach den weniger gut angekommenen Demonstrationen nichtolympischer Sportarten 1981 in Santa Clara und 1985 in London zu einem durchschlagenden Erfolg zu verhelfen.

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