Lokalsport Südpfalz Der Wahnsinn

Die Bergzaberner Tilmann Strepp und rechts Philipp Behrendt (in Weiß) verteidigen.
Die Bergzaberner Tilmann Strepp und rechts Philipp Behrendt (in Weiß) verteidigen.

«BAD BERGZABERN.» Ein Wahnsinns-Kracher zum Jahresauftakt in der 2. Basketball-Regionalliga! Beim 93:91 (48:45)-Sieg des TV Bad Bergzabern gegen Ex-Zweitligist EVL Baskets Limburg erleben über 200 begeisterte Zuschauer ein unter die Haut gehendes Match im Hexenkessel Kreishalle.

Dieses Spiel vergessen die Anhänger so schnell nicht. Nicht nur, weil die Spannung zum Schluss am Siedepunkt war und sich zwei Topteams mit herausragenden Akteuren auf Augenhöhe alles abverlangten. Vor allem, weil es Basketball auf diesem Niveau noch nie zuvor in Bad Bergzabern gegeben hat. Ein echter Hingucker: Beide Teams waren mit starken Schützen offensiv ausgerichtet. Alle Beteiligten hatte große Lust, das war zu spüren, gaben alles und boten in der Kreishalle einen Schlagabtausch, der es in sich hatte. Ständig wechselte die Führung, den höchsten Vorsprung überhaupt „zimmerte“ 2,08-Meter-Riese Philipp Behrendt zum 56:49 Mitte des dritten Durchgangs in die Limburger Maschen. Zuvor ging es schon hitzig her: In der 5. Minute hatten die stark besetzten Hessen beim 10:16 ihre höchste Führung erzielt. Doch Bergzabern, angetrieben von den lautstarken Fans, konterte noch vor der ersten Viertelpause: Die überragenden Jeremy Black, Jan Wroblewski und Andrej Schmid drehten das Match zum 22:20 (9.). Den ersten Abschnitt gewannen die Gäste 26:24, im zweiten Viertel (24:19) dominierte Bergzabern. Tilmann Strepp am Regiepult sowie Philipp Behrendt und Leonard Laxa mit effektivem Zweikampfverhalten und Durchsetzungsvermögen setzten Ausrufezeichen vor der Pause. Dem schnellen Spiel, das keine Zeit für Verschnaufpausen ließ, setzte exakt mit der Halbzeitsirene Black die vorläufige Krone auf: Gegen drei Gegenspieler, teils größere, tankte sich der Amerikaner mit unfassbarem Willen und einer Wucht, die bis zu den direkt am Spielfeldrand sitzenden Zuschauern zu spüren war, durch und hämmerte mit einer Hand gegen hautenge Behinderung die Lederkugel als Monster-Dunk zum 48:45 in den Limburger Korb. Die Halle stand Kopf. Die packende Partie nahm weiter Fahrt auf – und drohte für einen Moment zu kippen: Limburg traf aus allen Lagen und lag nach einer 11:2-Serie mit 60:58 in Führung. Bergzaberns Haupt-Protagonisten lagen sich nach zwei blitzschnell kassierten Schnellangriffen und mehreren überhastet abgeschlossenen Angriffen in den Haaren – deutlich sichtbar für alle Fans. Reicht überhaupt die körperliche und mentale Kraft bis zum Schluss? Immerhin konnte TVB-Trainer Hatt nach den Ausfällen von Nick Larsen (Knie im Training verdreht) und Martin Langenfeld nach muskulären Problemen im zweiten Viertel nur auf eine kleine Rotation zurückgreifen. Sie hielt! Und Hatt schaffte es, nach einer Auszeit die nervlich angespannten und aufgewühlten TVB-Jungs wieder zu einer Einheit zu schweißen. Laxas Dreier, Blacks große Präsenz unterm Korb und auf den Außenbahnen, Schmids Kunstwurf, Wroblewskis Weitwurf und Behrendts Nervenstärke an der Freiwurflinie hielten Bergzabern bis in die Schlussminute im Spiel. 68:68, 73:72, 77:82, 84:82, 91:91. Die Schlussminute: Black punktet 36 Sekunden vor Schluss zum 93:91. Limburgs Gegenangriff macht Bergzabern zunichte, schenkt aber aufgrund eines angeblichen Rückspiels in die eigene Hälfte – eine Millimeter-Entscheidung – Limburg den letzten Angriff. Noch neun Sekunden. Die Gäste spielen ihren Besten, Kellon Thomas (28 Punkte), an der Drei-Punkte-Linie frei. Sein Wurf mit guter Flugkurve senkt sich mit der Schlusssirene Richtung Korb. Ist er drin, gewinnt Limburg. Doch der Ball springt auf den Ring und rollt über ihn am Ziel vorbei. Die Halle tobt, Bergzabern jubelt. Wow! So spielten sie TV Bad Bergzabern: Black (32 Punkte), Wroblewski (16), Behrendt (15), Schmid (11), Laxa (9), Langenfeld (4), Strepp (3), Bergmann (3), Schwalbach

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