Handball
Der TV Offenbach und der liebe Gott
„Die erste Halbzeit war schon nahe an der Perfektion“, sagte Gästetrainer Steffen Ecker nach dem Spiel. Dass es nochmals eng wurde, lag hauptsächlich am Torhüterwechsel nach der Pause. Am Ende hat es nicht sollen sein für den TV Offenbach. Er verlor vor 210 Zuschauern mit 30:32 (15:20) gegen die HF Illtal und bleibt in der Handball-Regionalliga Südwest Vorletzter. „Es ist nur eine Frage der Zeit, bis wir uns belohnen werden“, gibt sich Trainer Christian Job kämpferisch.
Die Saarländer mit Rückenwind von sechs Siegen in Folge, Offenbach nur einmal Sieger in dieser Saison. Anzumerken war es dem Spiel zunächst nicht. Nico Bader erzielte das 3:1 (4.) und mit einem weiteren seiner fünf Treffer auch den vorerst letztmaligen Anschluss zum 5:6 (8.). Danach nahm das Spiel den erwarteten Verlauf. Die Gäste erhöhten ihr Tempo. Erste, zweite Welle, konsequentes Ausnutzen Offenbacher Unsortiertheit. Im Positionsangriff Auslösehandlung, ein, zwei schnelle Pässe, Tor. Illtal ließ Offenbach nicht den Hauch einer Chance. Positiv das Comeback von Spielmacher Luca Metz, der das 6:8 erzielte (10.) und weitere sechs Treffer folgen ließ. Nach dem 9:12 des starken Linkshänders Max Dotterweich nach 15 Minuten verlor Offenbach den Anschluss und lag beim 9:14 mit fünf Toren hinten (18.).
Thomas Jendrsczok kommt
Dotterweich sah diese Sequenz als eine mitentscheidende an: „Wir haben ihre zweite Welle schlecht abgewehrt und vorne wenig einfache Tore erzielt. Wir sind kämpferisch zwar im Spiel, aber das hat viel zu viel Kraft gekostet.“ Nach dem 12:18 durch Dominik Aatz (25.) schien das Spiel schon in Richtung Vorentscheidung zu laufen, zu drückend war die Überlegenheit der Gäste.
Was schon beim Remis gegen die Südpfalz-Tiger aufging, probierten die Hausherren noch mal. Für Max Geiger kam Thomas Jendrsczok ins Tor. Die A-Jugend der Rhein-Neckar Löwen, für die er ein Zweitspielrecht hat, hatte spielfrei. Die Taktik ging wieder auf. Nach dem 17:22 durch Bader (36.) hielt Jendrsczok zwei Siebenmeter in Folge, zeigte einmal mehr eine überragende Leistung. Seine Kollegen schwächten sich selbst, Philipp Mohra quittierte eine Zeitstrafe wegen Meckerns. Dennoch kamen sie in Unterzahl auf 19:22 dran, gerieten aber wieder mit 20:25 ins Hintertreffen (43.).
27:28, noch fünf Minuten
Durch Jendrsczoks Paraden wurde es allmählich ein Spiel, was niemand erwartete. Tor um Tor kämpfte sich Offenbach heran, Metz traf, Dotterweich erzielte das 24:26 (51.). „Wir waren schon gegen Ende der ersten Hälfte nicht griffig genug in der Abwehr, das hat sich dann leider immer mehr fortgesetzt“, bedauerte Steffen Ecker die nachlässige Spielweise seiner Mannschaft. Er brachte alle drei Torhüter, das Duell ging trotzdem klar an Offenbach. Illtals individuell besseren Einzelspieler behielten jedoch die Ruhe, Nuno Rebelo warf das 25:28 (54.). Aber, es wurde immer spannender.
Bader und Metz mit dem 27:28, noch fünf Minuten. Illtal wieder mit der Ruhe. 27:30, noch zweieinhalb Minuten. Dann wurde es richtig wild. Christoph Kunz mit dem 28:30, technischer Fehler Illtal beim Anspiel. Sebastian Mohra antizipiert richtig, 29:30. Noch zwei Minuten. Illtal wieder mit einem Tor, Metz mit dem 30:31. Noch eine Minute, Auszeit Illtal.
Risiko
Die Gäste brachten mehrmals den siebten Feldspieler für ein paar Kreuzungen, nahmen ihn dann wieder raus. „Damit haben sie unsere offensive Abwehr unterbunden. Nach dem Wechsel wollten wir dann gleich nach vorne gehen, mussten was riskieren“, so Job. Es ging nicht auf. Nuno Rebelo unter Zeitspiel mit seinem sechsten Tor zum 30:32. Abpfiff.
„Wir haben uns beeindruckend zurückgekämpft, das macht Mut. Irgendwann ist der liebe Gott mal auf unserer Seite“, sagte Job. „Am Ende ist es auch glücklich für uns“, resümierte Ecker.