Basketball
Der TV Bad Bergzabern und Jeremy Blacks Standpauken
Basketball-Regionalligist TV Bad Bergzabern ist ohne den Landespokal aus Trier zurückgekommen. „Nach einer langen, anstrengenden und erfolgreichen Saison waren wir einfach platt“, sagte ein ausgepumpter Jan Wroblewski nach dem mit 54:74 verlorenen Endspiel gegen den Oberliga-Meister ASC Mainz. „Aber hey, zweiter Platz in Rheinland-Pfalz, davor schon der überragende dritte Platz in der Regionalliga – das ist mehr als okay. Wir können völlig zufrieden in die Sommerpause gehen.“
Bergzabern hatte im Halbfinale 20 Stunden davor gegen die SG Lützel-Post SV Koblenz II (98:93-Sieg in der Nachspielzeit) viele Körner gelassen. Spielertrainer Jeremy Black standen am Sonntag nur acht Spieler zur Verfügung. „Mainz war richtig stark, vom ersten Moment hellwach. Wir haben gleich zu Beginn des Endspiels einen deftigen Lauf gegen uns kassiert“, erklärte Wroblewski. „Doch wir kämpften und zeigten Moral.“ Bergzabern kam bis zur Halbzeit auf sieben Zähler heran. Leichte Hoffnung kam im TVB-Lager auf – doch keine Euphorie, weil das Team die Wucht des starken Mainzer Teams spürte und vor allem offensiv rein gar nichts zusammenlief. Wroblewski: „Wir haben viele offene Dinger und auch 100-prozentige Würfe nicht getroffen. Unsere Trefferquote war wirklich schwach.“
Zur Pause bereits verloren
„Beide Gegner waren hochmotiviert, das spürten wir bereits im Halbfinale gegen Lützel. Da hatten wir wie im Endspiel bereits den Anfang komplett verschlafen und das Spiel eigentlich bereits zur Pause verloren“, schilderte Philipp Behrendt. „Die Standpauke von Jeremy in der Halbzeit half. Der Coach forderte uns lautstark auf, besser, intensiver zu verteidigen und effizienter zu rebounden. Das taten wir dann auch, kämpften bis zum Umfallen und spielten endlich auch wie Männer.“
Verantwortung in der entscheidenden Phase übernahmen Jeremy Black selbst und Kapitän Martin Langenfeld. Schlecht zu treffen und schlecht zu verteidigen, sei einfach keine gute Kombination, fügte Halbfinal-Matchwinner Langenfeld schmunzelnd hinzu. „Doch wir bekamen noch die Kurve, weil wir nach der Halbzeit wieder vieles richtig machten. Wäre das von Anfang an gelungen, hätte es erst gar nicht so ein kräftezehrendes Match geben müssen. Und das rächte sich dann einen Tag später im Endspiel.“
Große Mainzer
„Puh, war Mainz stark. Hammertruppe, die zurecht aufgestiegen ist“, sagte Behrendt. „Der Korb schien wie vernagelt für uns. Groß waren sie, noch dazu flexibel und athletisch – ein echt starker Mixed. Mainz hat verdient gewonnen!“
Die Halbzeit war „gefühlt“ eine Blaupause vom Halbfinale. Erneut musste Black mit einer gehörigen Standpauke die TVB-Cracks wachrütteln. Doch dieses Mal zündete das Kabinenfeuerwerk nicht. Langenfeld: „Mainz hatte einen krassen Spieler dabei, der Aufbau spielte, aber zwei Meter groß war. Tolles Ballhandling und gefühlt alles getroffen hat. Wir haben insgesamt nicht schlecht verteidigt, aber dieser Wahnsinnstyp ballerte uns alles rein.“