Basketball RHEINPFALZ Plus Artikel Der TV Bad Bergzabern und das Gefühl, mal wieder zu gewinnen

 Martin Langenfeld (am Ball) behilt in der Schlussphase die Nerven. Rechts hinten Jeremy Black.
Martin Langenfeld (am Ball) behilt in der Schlussphase die Nerven. Rechts hinten Jeremy Black.

Nach fünf Niederlagen in Serie gewinnen die Kurstadt-Cracks gegen Roßdorf. Andrej Schmid und Martin Langenfeld lassen sich feiern.

Er hat das Siegen nicht verlernt. Nach fünf Niederlagen in Folge gewann der TV Bad Bergzabern in der 2. Basketball-Regionalliga 91:82 (45:38) gegen die SKG Roßdorf. Das Erfolgserlebnis feierten die Cracks wie einen Befreiungsschlag.

Da fiel viel angestauter Frust von den TVB-Schultern ab – zumal der Sieg lange am seidenen Faden hing, immer wieder die Führung wechselte und das Spiel spannend bis in die Schlussminuten blieb. „Wahnsinn. Wie schön. Ich wusste gar nicht mehr, wie es sich anfühlt zu gewinnen“, flachste der gut aufgelegte Phil Behrendt. Auch Andrej Schmid strahlte übers ganze Gesicht, mischte sich nach den Ovationen unter die Fans. „Ich bin total erleichtert. Der Sieg war so wichtig. Weil wir ihn nach den beschissenen Wochen alle unbedingt wollten“, erzählte der Topscorer, der mit über 30 Treffern, darunter sieben Dreier, einen „Sahnetag“ erwischte. „So eine lange Negativserie macht was mit dir. Auch das Training ist anders, wenn du zuvor verlierst.“ Der Weitwurfspezialist wurde gefeiert.

Schmids Zauberhand

Es war seine „Zauberhand“, die für die entscheidenden Treffer in der Crunchtime sorgte. Anfang des Schlussviertels war einer von Schmids Dreiern Gold wert zum 70:65. Oder die nächsten durch Roßdorfs Reuse zischenden Weitwürfe zum 77:69 (34.) und 80:71 (35.). Die hartnäckigen Hessen gaben nicht auf und kamen erneut heran. Drei Minuten vor Abpfiff stand es 80:79. Sollten die Südpfälzer auf der Zielgeraden das Match noch aus der Hand geben? Nein! Weil es neben Schmid einen zweiten im TVB-Team gab, der kühlen Kopf bewahrte. Martin Langenfeld versenkte einen Drei-Punkte-Wurf zum 83:79 (38.).

In den letzten 100 Sekunden zog dann wieder „Teufelskerl“ Schmid alle Blicke auf sich. Der „Shooting-Guard“, wie im Basketball die Flügelspieler heißen, machte mit einem „normalen“ Treffer (85:79) und anschließend – als krönender Abschluss – mit zwei weiteren perfekt getimten Dreiern zum 88:79 und 91:82 den Deckel drauf. Auf einen Sieg, der mit dem Endergebnis deutlicher wirkt, als es der nervenaufreibende Spielverlauf eigentlich beschreibt.

Der Plan

„Ich fühle mich überragend. Da es am Anfang nicht so gut lief, veränderten wir einiges, was fruchtete. Wir spielten zielstrebiger den Ball ans Brett und von dort aus wieder zurück, was freie Räume für die Würfe brachte“, sagte Schmid. „Als der Platz da war, fielen die Dreier. Und auch die Korbleger und Freiwürfe saßen. Echt klasse.“

Simon Schmitz streifte in dem wichtigen Match wieder das TVB-Trikot über, musste aber nach einer Knieverletzung früh raus. Der ehemalige Bundesligaspieler unterstützte Spielertrainer Jeremy Black im weiteren Spielverlauf beim Coachen. „Dass wir im letzten Viertel aggressiver verteidigten, mehr Rebounds gewannen und nicht mehr so viele zweite Chancen dem Gegner gestatteten, war entscheidend, um am Ende die Nase vorn zu haben“, analysierte der Ex-Nationalspieler. „Außerdem ging der Plan auf, Martin Langenfeld und Jeremy Black oft den Ball zu geben. Das stresste die SKG enorm. Durch dieses Kollabieren gab es Freiräume für andere Spieler, die wir gewinnbringend nutzten.“

So spielten sie: Schmid (32 Punkte), Langenfeld (21), Tübel (10), Black (10), Wroblewski (9), Behrendt (4), Schmitz (3), Reisberger (2), Michel, Saldariago, Bergmann.

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