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Der Meister feiert im Venninger Schlemmerstübchen
Drei Spiele hat der TSV Venningen/SV Herta Kirrweiler in der Frauenfußball-Landesliga noch vor sich. Einholen kann ihn schon lange keiner mehr. Das Duell gegen den designierten Vizemeister FV Hanhofen gewann er mit 15:2. Die Bilanz: 17 Spiele, 17 Siege, 74:10 Tore.
Trainer Benjamin Kampits hat drei Torhüterinnen, die auf einem Niveau sind: Eva Herrbruck, Rebecca Hofreiter und Madelaine Stoll, die am Meniskus verletzt ist. Über seine kopfballstarke Abwehrchefin Jasmin Baadte sagt er: „Sie ist sicherer als die Bank von England.“ Die Innenverteidigerinnen Caro Schwaab und Marleen Schreiner können das Spiel nach vorne gut eröffnen. Die sehr schnelle Jana Linßen und Laura Grallath mit starkem linken Fuß agieren hinten auf den Außenbahnen, wo sich Greta Heinemann gut entwickelt hat.
Die Flankengöttin
Drei Spielerinnen sind im zentralen defensiven Mittelfeld zu Hause: Die spielstarke und torgefährliche Kapitänin Noemie Trieloff, die dreimalige luxemburgische Nationalspielerin Sandy Sauber und Isabelle Prinz, laufstärkste Spielerin des Teams. Auf den Außenbahnen agieren Torvorbereiterin Elisabeth Ruf, „Flankengöttin“ Patricia Schreieck, die beidfüßige Jana Zöller und die pfeilschnelle Luisa Avenia. Hannah Arnolds reißt vorne viele Lücken mit ihrer aufreibenden Spielweise. Die spielende Cotrainerin Sophie Linßen kann alle mitreißen und hat einen extremen Siegeswillen. Mit 26 Treffern führt sie die Liste der Torjägerinnen der Liga an. Ab Sommer verstärkt sie zusätzlich das Trainerteam der Junioren des FSV Offenbach.
Pokaltorschützin fehlt seit Dezember
„Sie ist mit die wichtigste Spielerin, weil sie alle Positionen auf dem Feld gemeistert hat“, sagt Kampits über Standardspezialistin Annika Glas, die gute Laune im Team verbreitet. Mit einem Doppelpack am 16. Oktober im Halbfinale gegen den FFV Fortuna Göcklingen II (3:1 nach Verlängerung) öffnete Laura Reichwein die Tür zum Pokalendspiel gegen den SV Dammheim am 26. Mai in Knittelsheim. Nach einer Corona-Erkrankung fällt sie seit Dezember aus.
Statt zu den Derbys gegen Lustadt oder Harthausen/Weingarten geht es in der nächsten Saison in der Verbandsliga ins 140 Kilometer entfernte Kirn oder ins rheinhessische Ingelheim. Die Entscheidung für die höhere Spielklasse fiel spät. Kampits erklärt: „Einige Frauen wussten lange nicht, wohin ihr beruflicher Weg sie führt. Doch als klar war, dass wir zusammenbleiben, haben wir die Herausforderung angenommen.“ Eine verabschiedet sich. Jana Linßen wird sich einen Verein in ihrer hessischen Heimat suchen, sie fuhr bisher mehrmals wöchentlich 90 Kilometer von Pfungstadt in die Südpfalz.
Vier Tage Düsseldorf
Die Vorfreude ist groß, in der Landesliga igelten sich die Gegner meist in der Defensive ein. Die Spielerinnen unternehmen viel gemeinsam. In der Kabine sorgen die DJ's Noemie Trieloff und Eva Herrbruck für Partystimmung. Nach Siegen sind die Spielerinnen oft im Venninger „Schlemmerstübchen“. Am 28. Mai fahren sie zum DFB-Pokalfinale VfL Wolfsburg gegen Turbine Potsdam nach Köln. Die Abschlussfahrt führt sie vier Tage nach Düsseldorf.
Die Mannschaft gibt es seit zwei Jahren. 2020 verließ Teammanager Sigi Kampits mit 26 Frauen den VfL Hainfeld. Er blickt zurück: „Beim VfL war es lange unklar, wie es in der Vereinsführung personell weitergeht. Doch wir wollten den Frauen frühzeitig eine sichere Perspektive anbieten.“ Von den Gäuvereinen wurden sie mit offenen Armen empfangen. Trainiert wird abwechselnd in beiden Orten. Der Venninger Vereinsbus steht ihnen jederzeit zur Verfügung. Als ganz wichtigen Baustein für die kommende Spielzeit bezeichnen Sigi und Benjamin Kampits die Zusage von Cotrainerin Sophie Linßen, Torwarttrainer Lias Schreieck und Betreuer Eberhard Glas.