Basketball RHEINPFALZ Plus Artikel Der große Schock in Bad Bergzabern

Der Moment, der Martin Langenfeld aus dem Spiel nimmt. Er tritt auf den Fuß des Gegenspielers.
Der Moment, der Martin Langenfeld aus dem Spiel nimmt. Er tritt auf den Fuß des Gegenspielers.

Martin Langenfeld, Regisseur und Antreiber des TV Bad Bergzabern in der 2. Regionalliga, verletzt sich am Sprunggelenk und kann nicht weiterspielen. Der Tabellenletzte ist danach völlig von der Rolle. Der Kapitän leidet am Spielfeldrand, sein Team verliert auch das Kellerduell mit der SG Weiterstadt.

Bis zur 9. Minute ist die Welt in Ordnung. Die Partie der 2. Basketball-Regionalliga gegen Aufsteiger Weiterstadt verläuft ausgeglichen. Das große TVB-Ziel ist der erste Saisonsieg – ohne Topscorer Jeremy Black und Jan Wroblewski. Doch dann kommt der Moment, im Schlüsselspiel alles verändert: Langenfeld sprintet nach Ballgewinn im Fastbreak auf den Gäste-Korb zu. Per Korbleger will er seine Mannschaft in Führung bringen.

„Das war eine beschissene Aktion“

„Mein Gegenspieler hat mich mit beiden Händen festgehalten und massiv am Wurf gehindert. Er ist voll in mich reingelaufen“, berichtet der Verletzte wenig später am Spielfeldrand. Während die Partie nach längerer Unterbrechung schon wieder fortgesetzt wird, liegt Langenfeld hinter der Spielerbank des TV Bad Bergzabern auf dem Boden. Den verletzten Fuß hat er hochgelegt. „Viel schlimmer als das Halten war, dass er direkt vor mich gelaufen ist. Dabei habe ich die Körperkontrolle verloren. Ich bin bei der Landung auf seinen Fuß getreten und umgeknickt. Es sind wohl wieder die Außenbänder“, sagt Langenfeld. „Zigmal schon passiert. Ich weiß gar nicht, wie oft ich an dieser Stelle schon verletzt war – obwohl ich das Sprunggelenk regelmäßig im Kraftraum stabilisiere.“

Walter Herzog, Jugendwart des TV Bad Bergzabern, kommt vorbei, ist verärgert über den unfairen Zweikampf. „Das war ein absichtliches Foul“, meint er. Der Spieler fasst an sein verletztes, getaptes Sprunggelenk, das mit Druckverband zusammengepresst ist, um eine Schwellung möglichst zu vermeiden. Herzog versucht ihn aufzumuntern – es gelingt nicht. Langenfeld: „Das war eine beschissene Aktion. Aber ob Absicht oder nicht – es ändert nichts mehr.“

Die dritte Verletzung in diesem Jahr

Britta Holle, die gute Seele des Vereins, und Julia Wenz, Lebensgefährtin von Timo Tübel, besuchen Langenfeld abseits des Spielgeschehens und trösten ihn. Auch sie schaffen es nicht, ihm sein Lächeln zurückzuzaubern. Die vielen Ballverluste seines Teams sorgen ebenfalls für keine Stimmungsbesserung. Langenfeld ist am Boden zerstört: „Was hätte ich heute so gerne gespielt. Dann so was. Das wird die nächsten Tage wieder ganz schön bunt werden. Und es drohen wieder einige Spiele Pause.“

Im Frühjahr, als er umknickte, war es dasselbe Sprunggelenk. „Dann die Handverletzung vor zwei Wochen, als ich in ein offenes Cuttermesser griff und es nicht aufhörte zu bluten. Ich wurde genäht, und zwei Tage später im Heimspiel platzte die Wunde bei einem Zweikampf wieder auf. Nun wieder das Sprunggelenk!“

TVB-Feuer erlischt zu schnell

„Defense, Defense“ rufen Langenfelds Kameraden vor ihm auf der Auswechselbank. Die Anfeuerung pusht das Team, das nach dem 17:19 mit 18:27 und 25:36 in Rückstand geraten ist. Punkt um Punkt kämpfen sich die TVB-Cracks auf 35:41 heran. Doch wenig später ist das TVB-Feuer wieder erloschen. Weiterstadt zieht auf 40:64 (35.) davon und entscheidet das Duell frühzeitig.

„Jeder ist nicht da, wo er sein könnte“

Während Langenfelds Laune mit jedem Gäste-Treffer noch weiter in den „Keller“ rutscht, entlädt sich der Frust von TVB-Trainer Florian Hatt in einem Tritt gegen den Trainerstuhl, der zwei Meter weiter umfällt. Co-Trainer Jan Wroblewski ist nach dem Abpfiff, der TVB verliert mit 54:81, frustriert: „Antworten auf das Erlebte fallen gerade schwer. Wir haben uns etwas ganz anderes vorgenommen. Aber auch heute nicht die richtige Lösung gefunden. Jeder ist aktuell nicht da, wo er von seinem Leistungspotenzial sein könnte. Auch als Team rufen wir nicht das ab, was uns die ganzen Jahre ausmachte.“

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