Radsport Der Große Preis der SÜW und die Zwei-Länder-Idee
Beim Rad-Bundesligarennen „Großer Preis der Südlichen Weinstraße“ am Samstag führt ein Teil der Strecke erstmals ins Elsass. Nach dem Start am Weintor rollt das Feld durch Windhof und biegt dann ins französische Welschdorf ab. In Scheibenhardt geht es wieder zurück in die Südpfalz. Jean-Marc Schmitt hat die elsässische Radsportszene zusammengetrommelt.
Schmitt arbeitete beim Offenbach Baustoffgroßhandel Henge, war für den Vertrieb in Frankreich verantwortlich. Seine aktive Radsportkarriere hatte er nach einem Sturz in den Siebzigern beendet. Sein damals 14-jähriger Sohn wollte Rennen fahren und führte ihn zurück in den Sport.
Videokonferenz
Schmitt (64) wurde Vorsitzender beim VC Nordelsass und kam auf der Arbeit immer mal wieder mit seinem Buchhalter, dessen Sohn im RV Offenbach Rennen fuhr, über den Radsport, das Offenbacher 1.-Mai-Rennen und das Bundesligarennen ins Gespräch. Eins kam zum anderen, der Kontakt zu Organisationschef Andreas Gensheimer war hergestellt. In einer Videokonferenz kam man zusammen. Schon von Berufs wegen sei er der deutschen Sprache mächtig, als Leiter des deutsch-französischen Freundeskreises sowieso, sagt er. „Ich helfe dir gerne“, sagte Schmitt zu Gensheimer und nahm sich alsbald der administrativen Aufgaben in Frankreich an.
Ans Eingemachte
Erst mal galt es Helfer zu finden. „Da gab es wirklich überhaupt keine Probleme. Der UC Hagenau und mein Verein zogen sofort mit. Strecke sperren, Auf- und Abbau. Eben überall anzupacken, wo es nötig ist. Alle waren sofort begeistert von der Idee“, erzählt Schmitt von den ersten Schritten. Dann ging es ans Eingemachte: Namen der Helfer, die Strecke, alles, was mit Sicherheit zu tun hat. Polizei, Feuerwehr, Sanitätsdienst, alles wurde im Protokoll zusammengetragen und der Präfektur am 9. Februar zur Genehmigung vorgelegt. Sie entscheidet über alle größeren Veranstaltungen in der Umgebung. Und hatte keine Einwände. Schmitt: „Da gingen schon einige Stunden drauf, aber ich bin es gewohnt. Bei Rennen meines Vereins mache ich das Gleiche.“
Schmitt schrieb die Vereine in der Umgebung an, schon vor vier Wochen stand die Veranstaltung in der Presse. Wen es interessiert, wisse Bescheid, so Schmitt. Viele Radfreunde hätten sich angekündigt, an der Strecke zu helfen, anzufeuern und danach ans Weintor zu kommen. Der UC Hagenau bereitet Flammkuchen. Schmitt kann es kaum erwarten. Nach der Durchfahrt macht er sich auch ans Weintor: „Ich weiß, dass es dort guten Wein gibt. Ich freue mich einfach auf diesen Tag.“
Info
Mit der Nummernausgabe für die verschiedenen Rennen (ab 10 Uhr) beginnt am Samstag der Renntag am Deutschen Weintor. Um 13.55 Uhr ist der Start des Bundesligarennens über 149 Kilometer. Ein paar Minuten später geht es auf der Route de Lauterbourg richtig los.