Fußball
Der große Abschied nach einem 2:2 in Zeiskam
Fußball-Verbandsligist TB Jahn Zeiskam wollte beim letzten Heimspiel ihres Trainers gegen den SV Hermersberg noch mal alles reinhauen. Er habe bereits vor dem Spiel in der Kabine gespürt, dass die Mannschaft motiviert gewesen sei, sagte Stefan Ronecker. „Das hat mich unglaublich gefreut und wir haben dann auch unglaublich gut angefangen.“
In der dritten Minute brachte Sanel Catovic einen Freistoß in den Strafraum der Gäste, den Domenico Bottaccio gegen eine unsortierte Hintermannschaft zum 1:0 über die Linie stocherte. Zehn Minuten später erkämpfte sich Leon Ohlinger auf der linken Seite stark den Ball, seine Flanke ließ Gäste-Torwart Noah Wächter vor die Füße von Nico Nagel fallen, der zum 2:0 einschob. Alles lief nach Plan, und Ronecker saß ruhig auf seiner Bank.
Schnelle Gegentore
Hermersberg fing sich dann aber und profitierte in der 19. Minute davon, dass Zeiskam-Verteidiger Henrik Streib nach einem langen Ball der Gäste ausrutschte. Patrick Freyer hatte freie Bahn und schoss das 1:2. Zwölf Minuten später stand Streib etwas alleine gelassen hinten, Pascal Masch konnte Zeiskam-Torwart Kai Anschütz umkurven und zum 2:2 einschieben. Ronecker ärgerte sich über die Gegentore, blieb aber weiter gelassen. Und so ging es mit 2:2 in die Pause.
Zu Beginn der zweiten Hälfte machte Zeiskam wieder mehr Druck als der Gegner. Ronecker fing früh an durchzuwechseln und gab allen Ersatzbankspielern Spielzeit. Hermersberg, das gegen den Abstieg kämpft, schaltete erst in der Schlussviertelstunde einen Gang hoch und hatte durch einen knapp abgefälschten Schuss von Johannes Mendel (83. Minute) und Maschs Schuss, den Luca Lehr kurz vor der Linie stark rettete (89.), den Sieg auf dem Fuß. Es blieb beim 2:2. „Am Ende hat uns die Kraft gefehlt, das Spiel zu drehen. Jetzt haben wir aber alles im letzten entscheidenden Heimspiel in der Hand“, betonte Gäste-Trainer Jens Mayer.
Stimmen zum Spiel
Philipp Mees: „Stefan Ronecker hat es absolut verdient, dass wir alles reinhauen. Er hat in den vier Jahren viel Gutes bewirkt und uns Spieler sportlich und persönlich weitergebracht. Wir wollten auf alle Fälle den Sieg holen, haben den Gegner nach gutem Beginn aber eingeladen. Das Unentschieden ist verdient.“
Kapitän Simon Stubenrauch: „Wir haben die Anfangsphase dominiert, dann aber einen Gang nachgelassen, und dann wird es eng. Jeder Spieler, Betreuer und alle Beteiligte sind dem Trainer dankbar, und ich kann ihm nur viel Glück auf seinem neuen Weg wünschen. Für den perfekten Abschluss wollen wir nächste Woche noch mal drei Punkte in Gau-Odernheim holen.“
Cotrainer Stefan Mees: „Stefan und ich hatten in den vier Jahren immer ein offenes und ehrliches Verhältnis und haben uns auch menschlich gut verstanden. Der Verein stand immer hinter uns, und er konnte in familiärem Umfeld in Ruhe arbeiten.“
Teammanager Patrick Pfaff: „Die zwei Jahre, in denen ich hier bin, waren interessant und erfolgreich. Auch wenn Stefan Ronecker und ich mal Meinungsverschiedenheiten hatten, haben wir uns immer gut verstanden. Wir werden viele seiner Methoden auch nach seiner Zeit mitnehmen.“
Stefan Ronecker: „Es war eine unglaublich lehrreiche Zeit. Der Verein hat alles Neue von mir angenommen und sich schön entwickelt. Die Spieler haben gemerkt, dass sie besser geworden sind. Ich mag meine Spieler, das sind anständige Jungs. Wenn man als Trainer grundlos geht, weil man seine Karriere beendet, tut das weh. Aber wir bleiben in Kontakt und ich werde öfter mal vorbeikommen und ,mit de Buwe en Schorle trinke’.“