Lokalsport Südpfalz Der Antreiber

Martin Langenfeld (Mitte) hat ein überragendes Umschaltspiel.
Martin Langenfeld (Mitte) hat ein überragendes Umschaltspiel.

«BAD BERGZABERN.» Scharte wieder auswetzen, das ist der Plan des TV Bad Bergzabern und seines Spielmachers Martin Langenfeld am Samstag um 18 Uhr in der heimischen Kreishalle. Nach der 71:84-Niederlage beim VfL Bensheim wollen die Kurstadt-Korbjäger mit einem Sieg gegen TuS Makkabi Frankfurt in der 2. Basketball-Regionalliga Südwest wieder zurück in die Erfolgsspur.

Die TVB-Cracks verpassten den Sprung auf Platz eins. Nach der Niederlage von Lich Basketball und dem spielfreien Wochenende des TV Idstein hätten sie die punktgleiche Konkurrenz inklusive EVL Limburg (jeweils 18 Zähler) an der Tabellenspitze hinter sich lassen können. Das klappte nicht. Die „Multi-Kulti-Truppe“ vom Main hat bislang erst drei Erfolgserlebnisse verbuchen können und steht als Tabellenneunter ganz nahe bei den Abstiegsplätzen zehn bis zwölf. Die Erinnerungen an das Hinspiel sind keine schlechten für die Makkabi-Mannschaft. Lange Zeit führte Frankfurt gegen die Südpfälzer, erst in der Schlussminute mussten sie sich knapp gegen das Team um Trainer Florian Hatt geschlagen geben (69:72). So klar wie die Tabelle den Eindruck erweckt, ist die Ausgangslage also keinesfalls. Für die Hatt-Schützlinge spricht, dass sich die Personalsituation wieder stabilisiert hat. Der am Knie lädierte Nick Larsen steht nach zuletzt drei Spielen Pause vor seinem Comeback. Andrej Schmid und Martin Langenfeld sind nach ihren Verletzungen aus der Partie gegen Limburg wieder fit, wie wohl auch alle anderen Leistungsträger. Verletzt sich niemand mehr im Abschlusstraining am Freitagabend, kann Hatt aus dem Vollen schöpfen. Martin Langenfeld plagt zwar eine Grippe, er musste Dienstag im Training passen, will aber wieder eine zentrale Rolle im TVB-Spiel einnehmen. Der eloquente, wieselflinke Regisseur soll als Ausgangsstation der TVB-Angriffe für wichtige Impulse sorgen. Der 26-Jährige besticht mit Spielintelligenz, perfekt getimten Pässen und großem Korbdrang. Überragend ist das Umschaltspiel des großen TVB-Antreibers, der das Tempo vorgibt und immer wieder Überzahlsituationen über effektiv vorgetragene Fastbreaks kreiert. 101 Treffer als einer der Kleinsten auf dem Feld und 14 Dreier sind eine gute Bilanz bisher für einen, der sich in erster Linie um den Angriffsaufbau, die Ballverteilung und die hartnäckige Beschattung der besten gegnerischen Distanzschützen kümmert. „Gegen Limburg machten die Muskel einfach zu, da ging nichts mehr. Zum Glück war es aber keine Zerrung“, erklärt Langenfeld die kurze Zwangspause. „Im Training vor dem letzten Spiel konnte ich zu 80 Prozent wieder durchziehen. Beim Spiel in Bensheim war alles wieder okay. Wir zeigten erst im letzten Viertel, leider zu spät, unser wahres Gesicht. Zuvor stimmte die Einstellung einfach nicht.“ Langenfeld geht weite Wege – aktuell von seinem Wohnort Landau in seinem Referendariat gleich zu zwei Förderschulen für körperlich und geistig beeinträchtige Jugendliche in Langensteinbach und Karlsruhe sowie zu den theoretischen Lerneinheiten nach Heidelberg. Abends ist dann für den Vollblut-Korbjäger, der die „Liebe seines Lebens“ an der Landauer Universität kennenlernte, Training in Bad Bergzabern angesagt. „Sonst sind wir gerne mit Freunden unterwegs, doch aktuell bleibt wirklich wenig Zeit, erst recht wenn Prüfungsphasen oder Lehrproben anstehen,“ sagt Langenfeld. „Das war letzte Woche wirklich saublöd. Weil ein Sieg drin war. Wir haben mit der Niederlage den harterkämpften Heimsieg gegen Limburg nicht vergoldet. Den Ausrutscher wollen wir am Samstag wettmachen und mit den eigenen Fans im Rücken wieder feiern.“

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