Basketball
Denkwürdiges Derby geht glorreich an den TV Bad Bergzabern
Knapp 200 Treffer, ein Korb schöner als der andere: In einem denkwürdigen Derby feierte der TV Bad Bergzabern in der 2. Basketball-Regionalliga einen 103:96 (55:47)-Erfolg gegen die SG TV Dürkheim/BI Speyer II.
Philipp Behrendt schmeckte nach dem Derby sein Siegerbier. Die zweite Flasche nahm er mit unter die Dusche. „Wir haben die letzten Wochen hart trainiert und den Derbysieg uns redlich verdient“, frohlockte Bergzaberns 2,08-Meter-Riese. „Das zweite Spiel in einer Woche über 100 Punkte. Es läuft wieder bei uns. Endlich! Andrej Schmid haben wir zu unserem 100-Punkte-Mann gekürt. Zum zweiten Mal in Folge erzielte er den besonderen Treffer.“
Der Plan der Gäste
Jedem Spieler war anzumerken, wie viel Lust er auf das Weinstraßen-Duell hatte. 27:27 hieß es in einem tempogeladenen Match nach zehn Minuten. „Wir haben den Ball richtig gut bewegt. Das ist immer unser Plan, wenn wir gegen ein Team spielen, das nicht so jung ist wie wir“, sagte Joshua Kreilein, einer der SG-Scharfschützen. „Wir gingen hohes Tempo und passten schnell. Dadurch bekamen wir freie Wurfabschlüsse, die wir hochprozentig nutzten. Bei mir fiel in der ersten Halbzeit gefühlt jeder Wurf in den Korb. Nach der Halbzeit ging dagegen deutlich weniger.“ Bergzaberns Big Player hätten seine Mannschaft gekillt. „Wir konzentrierten uns oft auf Jeremy Black, was Philipp Behrendt Freiraum gab.“ Die beiden Zwei-Meter-Männer wirbelten in der SG-Zone, punkteten selbst oder schafften Freiraum für andere.
23 Drei-Punkte-Würfe
„Natürlich ärgert uns die Niederlage. Doch ich fand es auch beeindruckend, wie stark wir nach einem 14-Punkte-Rückstand noch einmal zurückgekommen sind. Wir hatten bis zur letzten Minute volle Energie“, ergänzte Oskar Humpert, einer der jungen Wilden im SG-Team, der über 20 Zähler markierte. „Ums Haar hätte unser starkes Comeback noch zum Sieg gereicht. Doch leider trafen wir am Ende nicht mehr die Dreier wie noch zuvor.“
13 Mal zischten Dürkheims „Dreier“ durch die Reuse, zehnmal waren die Südpfälzer an der Drei-Punkte-Linie erfolgreich. So etwa Martin Langenfeld, der mit seinen Treffern in der zweiten Halbzeit dem Derby die entscheidende Richtung gab. Auch Jan Wroblewski, Jeremy Black und Andrej Schmid netzten aus der Distanz ein. Ihre Erfolge bedeuteten zwischenzeitlich die 94:80-Führung (37.).
Langenfeld: „Das Beste von uns“
„Puh, das war ein wildes Run-and-Gone-Match mit verschiedenen Läufen auf beiden Seiten, das Spaß machte. Zwar lief bei uns defensiv nicht alles optimal. Wenn man aber 103 Punkte erzielt, dann ist doch alles gut“, sagte Martin Langenfeld, Bergzaberns Topscorer, und grinste. „Die SG hat ein junges, super-fittes Team. Wir haben richtig stark dagegen gehalten, immer wieder den freien Raum für den Abschluss gefunden. Das war das Beste von uns in dieser Runde.“
Als alle bereits die Vorentscheidung fühlten, schlug die Mannschaft von Coach Carlos Hidalgo Guijo nochmals zurück. Die nie aufsteckenden SG-Cracks kamen auf 96:99 heran. Bei 40 Sekunden Restzeit und Ballgewinn hatten sie nicht mehr das Spielglück. „Uns fehlte die notwendige Energie in der Defensive, die wir für einen Sieg gegen einen so starken Gegner benötigt hätten“, meinte Hidalgo Guijo. „Wir belohnten unsere gute Offensivleistung nicht, weil unsere Verteidigung zu offen war.“ SG-Spielmacher Paul Stupperich konnte sich nicht richtig über seine Gala-Vorstellung mit 27 Treffern freuen: „Wir haben schon vor der Halbzeit zu viele Gegentreffer kassiert. 55 Punkte waren zu viel. Da ist es schwer, erfolgreich zurückzukommen.“ Die zweite Halbzeit ging sogar knapp an die Gäste, doch zum Sieg reichte es nicht.
So spielten sie
TV Bad Bergzabern: Langenfeld (24 Punkte), Black (19), Behrendt (16), Schmid (12), Wroblewski (12), Tübel (8), Jäger (6), Reimisch (4), Bergmann (2), Reisberger, Krahn, Michel.
SG TV Dürkheim/BI Speyer II: Stupperich (27 Punkte), Kreilein (23), Humpert (21), Lange (8), Skiba (7), Grimley (5), Becht (3), Hillmer (2), Leopold, Ludwig.