Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Das Derby in Offenbach: Jeder weiß alles über den anderen

Das war 2017: Trainer Christian Job (Nußloch, vorne) gegen Trainer Tobias Job (Haßloch). Heute treffen sie sich in Offenbach.
Das war 2017: Trainer Christian Job (Nußloch, vorne) gegen Trainer Tobias Job (Haßloch). Heute treffen sie sich in Offenbach.

Im handballverrückten Familien-Chat der Jobs sind die Sticheleien längst losgegangen. Tobias Job gegen Christian Job ist ein Aspekt des Oberligaderbys in Offenbach. Als Trainer sind sie sich auf höherer Ebene schon begegnet.

Für dieses Derby wurde sogar die Anwurfzeit verschoben: An diesem Samstag um 20 Uhr trifft der TV Offenbach in der Handball-Oberliga auf die SG Ottersheim/Bellheim/Zeiskam/Kuhardt. Auf den Bänken coachen zwei Brüder.

Am Montag sei es mit den Sticheleien im handballverrückten Familien-Chat der Jobs schon losgegangen, sagt Tobias Job und lacht. „Das gehört dazu. Wir wissen das beide gut einzuschätzen.“ Mit ihren Drittliga-Teams Haßloch und Nußloch gab es das Job-Duell oft genug, meist mit Vorteilen für Bruder Christian, der nun mit der SG OBK in die Queichtalhalle kommt.

„Da war Nußloch meist klarer Favorit. Einmal haben wir überraschend gegen sie gewonnen“, erinnert sich Tobias, der TVO-Trainer. Wie die Gewinnchancen diesmal verteilt sind? „Fifty-fifty.“

Freund der gegnerischen Deckung

Er sei selbst ein großer Freund der offensiven Deckung, die der Gegner in der Oberliga praktiziere und damit als Aufsteiger schon so manchem Team auf die Nerven gegangen sei, so der Offenbacher Job. Mit 23:17 Punkten stehen die Gäste nur einen Rang hinter dem TVO, der Sechste trifft auf den Siebten. 25:19 für den TVO endete das Hinspiel, eine zähe Angelegenheit für beide Angriffsreihen. Mit dem siebten Feldspieler verschaffte sich der TVO immer wieder einen Vorteil.

Mario Fuchs: Kilos draufgepackt

Drei Treffer erzielte der Offenbacher Mario Fuchs. In der Jugend auf jeder Position unterwegs, spielt er seine zweite komplette Saison in der ersten Mannschaft und ist nach dem Wechsel von Fabian Graap zur SG OBK am Kreis gesetzt. Eine Position, die er auch tatsächlich erst seit rund zweieinhalb Jahren so spielt. Vom rechten Rückraum im Verbandsliga-Team an den Kreis in der Oberliga. „Das ist schon ein großer Schritt, aber ich habe mich schnell daran gewöhnt“, so der 23-Jährige, der ordentlich Kilos draufgepackt hat, um sich mit dem Rücken zum Tor behaupten zu können. Spielzüge umdenken, Timing und Abläufe neu lernen – das braucht Zeit. Von Graap konnte er in seinem ersten Jahr viel lernen und sich hinter ihm entwickeln. „Als erster Kreis hätte das letztes Jahr vielleicht noch nicht so gut funktioniert“, ist Fuchs selbstkritisch.

Jeder will dabei sein

Für das Derby sieht er sein Team gewappnet: „Es ist schon ein großes Thema, alle sind sehr motiviert und jeder will dabei sein.“ Trainer Tobias Job zieht vorsichtig an der Euphorie-Bremse: „Man kennt sich in- und auswendig, vor allem die Abwehrreihen wissen genau, was kommt. Kleinigkeiten wie Torwartleistung, Rückzugsverhalten oder technische Fehler werden das Spiel entscheiden. Das wird wieder kein Leckerbissen.“

Wie spielt es sich gegen den kleinen Bruder? Sie hätten ja schon Routine darin, sagt Christian Job. „Wer kommt besser damit zurecht mit dem, was man eigentlich weiß“, ist für ihn die Frage. Seine Mannschaft sei unerfahrener, der Gegner individuell besser. Das Wichtigste, so Job: „Emotionen in den Griff kriegen, sich nicht ablenken lassen, fokussieren.“ Der siebte Feldspieler, die Taktik, mit der Offenbach das Hinspiel gewonnen habe, sei großes Thema gewesen.

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