Lokalsport Südpfalz Bittner lässt die Zeit für seine Elf spielen

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OFFENBACH/ZEISKAM. Zwei Spiele sind gespielt und eine Befürchtung ist bereits bestätigt: Der FSV Offenbach wird es schwer haben – heute um 17 Uhr gegen den SC Idar-Oberstein und insgesamt in der Fußball-Verbandsliga.

Trainer Dietmar Bittner hofft, dass die Zeit für seine Elf spielt, dass sich seine jungen Spieler im Lauf der Saison steigern – insbesondere der neue Angreifer Jonas Mittenbühler. Der kam aus der A-Jugend des FC Speyer, wohnt in Freisbach und macht im nächsten Jahr sein Abitur. „Unsere Zukunft“, sagt Bittner, „aber er braucht Zeit, die wir ihm auch geben.“ Mittenbühler freut sich über die bisherige Einsatzzeit, spürt die Umstellung von der A-Jugend-Verbandsliga in die der Herren: „Das Tempo ist viel höher, die Gegenspieler sind viel zweikampfstärker. Man hat es schwer, sich durchzusetzen“, erklärt der 18-Jährige, dem Bittner ein enormes Laufpensum bescheinigt: „Er bewegt sich auch gut, ist anspielbar. Allerdings fehlte bisher so ein wenig der Zug zum Tor und der Abschluss.“ Mittenbühler hofft, dass er das heute besser umsetzen kann, hofft auf seinen ersten Treffer. Neben Schule und Fußball bleibt derzeit kaum Platz für andere Beschäftigungen. Er hat sofort einen guten Draht zu allen Mitspielern gefunden: „Weil die Mannschaft so jung ist, geht das auch schneller.“ Bittner bereiten andere Personalien Sorgen. Daniel Evrard, ein absoluter Eckpfeiler des Teams, ist im Urlaub, Jannik Jorissen hält sich über das Wochenende in Thüringen auf. Evrards Position im defensiven Mittelfeld soll Tim Hörner übernehmen. Für Jorissen rückt wahrscheinlich Timo Steigner in die Anfangsformation. Idar-Oberstein ist ein Gegner mit einer starken Offensive: „Enorm trickreich, schnell, erfahren“, sagt Bittner und sieht sein Team vor einer nahezu unlösbaren Aufgabe, erst recht, wenn es sich wieder Fehler im Spielaufbau leistet. Der VfR Kandel und der TB Jahn Zeiskam treten bei den beiden Schlusslichtern der Liga an, der VfR ist bereits heute um 15 Uhr im Möbus-Stadion bei der SG Eintracht Bad Kreuznach gefordert. Mit der Eintracht kehrt ein Südwest-Traditionsverein auf die Bühne des höherklassigen Amateurfußballs zurück. Die sportliche Blütezeit der Nahestädter war in den 1970er-Jahren. Da spielten sie in der 2. Bundesliga, einer der Protagonisten war Günther Brust. Der Südpfälzer spielte ab 1968 sieben Jahre für den ASV Landau, ehe er für vier Jahre das Eintracht-Trikot trug. Dem Abstieg aus der Oberliga in der Saison 2007/2008 folgte der freie Fall in die Bezirksliga. Als Landesliga-Zweiter gelang in der Relegation im Mai gegen Wormatia Worms II der Aufstieg in die Verbandsliga. Führungsspieler ist Tim Hulsey, der 2008 in der Oberliga schon dabei war wie Spielertrainer Patrick Krick. Der ist nach zwei Auftaktniederlagen und elf Gegentoren nicht zufrieden. Er sagt: „Natürlich wollen wir offensiven Fußball anbieten, aber die Abwehr muss deutlich stabiler werden.“ Vor den Bienwaldstädtern hat er gehörigen Respekt („das 3:0 gegen Bingen war ein deutliches Ausrufezeichen“). Kandels Abwehr muss die Kreise von Gürkan Satici einengen, dem Neuzugang aus Bingen gelangen bereits drei Saisontreffer. Die Abwehrkette der Rasenspieler war ein Garant für das jüngste 3:0. „Mit geschicktem Verschieben, gutem Stellungsspiel und Verengung der Räume haben wir eine gute Offensive fast zur Verzweiflung gebracht“, resümiert ein zufriedener Spielertrainer Marc Staiger. Die beiden Auftaktsiege sind für ihn sechs Punkte gegen den Abstieg. Den Schlusspunkt unter die gute Vorstellung am Sonntag setzte der eingewechselte Can Tuna Güner mit seinem Treffer zum 3:0. Er kam im Juli von den A-Junioren des FSV Offenbach und wurde vor wenigen Tagen 19 Jahre alt. Zuvor spielte er beim SV Sandhausen und bei Siemens Karlsruhe. „Mein Vater Turgay hat mich immer unterstützt. In Kandel habe ich mich gut eingelebt und bekomme auch entsprechend Einsatzzeit“, sagt er. Seine Trainer schätzen seine glänzende Ballbehandlung und die schnellen Dribblings. Er spielt am liebsten im Sturmzentrum. Güner wohnt in Rheinzabern und beginnt in Kürze eine Ausbildung als Fachkraft für Lagerlogistik in Landau. Außer den drei Langzeitverletzten Marcel Adel, Felix Forstner und Nouredine Amezoug sind alle Akteure einsatzbereit. Auf den Auftritt des TB Jahn Zeiskam bei den punktlosen Mombacher (Sonntag, 15 Uhr) darf man gespannt sein. Dem historischen 4:0-Derbysieg beim FV Dudenhofen folgte eine 1:4-Heimschlappe gegen die SG Rieschweiler. Trainer Sahin Pita nennt Gründe: „Wir haben die schnellen Offensivkräfte nicht in den Griff bekommen, weil wir nachlässig agierten und zu weit vom Gegenspieler entfernt waren.“ Pita erwartet eine Reaktion seiner Mannschaft, zumal er die Begegnungen des Vorjahres (2:3 zu Hause, 0:4-Niederlage im April auswärts) noch nicht abgehakt hat. Am Donnerstag feierte Spielleiter Manfred Weck seinen 70. Geburtstag, einen Tag zuvor wurde Teammanager Thorsten S. Reiter 25 Jahre alt. „Neben dem üblichen Präsent der Mannschaft möchte ich beiden jeweils eineinhalb Punkte schenken“, sagte der Trainer. Pascal Thiede und Max Weilbach werden wohl wieder die Innenverteidigung bilden. Neben den Langzeitverletzten Serkan Toker und Simon Stubenrauch wird auch Dominik Steinel (Sprunggelenkverletzung) ausfallen. Der Einsatz von Engin Koc (Kniebeschwerden) und Eric Kiefer (Sprunggelenk) ist fraglich. Einen ähnlich hohen Stellenwert wie Pita in Zeiskam genießt Coach Thomas Eberhardt in Mombach, er geht in seine fünfte Spielzeit im Mainzer Norden. Sein Team verlor zuerst 0:1 gegen Kandel und am vergangenen Sonntag 0:4 beim Aufsteiger SV Herschberg. Trotz komplett neuem Kader sieht Manager Johann Grabowski den Klassenerhalt nicht in Gefahr. Er sagt: „Wir müssen uns finden und einspielen. Das braucht seine Zeit.“ |mame/kebe

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