Fußball RHEINPFALZ Plus Artikel Bezirksliga: Brisanz im Duell des TuS 08 Schaidt gegen FC Lustadt

Sascha Miller
Sascha Miller

Derbyzeit in der Fußball-Bezirksliga Vorderpfalz: Der abgeschlagene SV Rülzheim trifft auf den VTG Queichhambach (Samstag, 18 Uhr), der TuS 08 Schaidt auf den FC Lustadt (Sonntag, 15 Uhr). Das Duell Sonntag am Viehstrich ist brisant. Mit einem Heimsieg könnte die Elf von Trainer Ersan Ucal den Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz auf acht Punkte ausbauen.

Lustadt ist nach einer Negativserie vom dritten Rang nach unten auf Rang 13 durchgereicht worden. In den vergangenen acht Partien gelang nur ein Sieg. Der formstarke Neuling Schaidt verlor dagegen nur eins seiner jüngsten sieben Spiele. Das Tal aus der Vorrunde scheint überwunden zu sein. TuS-Spielleiter Achim Rinck: „Den Ausfall wichtiger Leistungsträger konnten wir nicht kompensieren. Zudem mussten sich die Jungs an die viel energischere und laufintensivere Defensivarbeit in der neuen Liga erst gewöhnen.“

Bitter war die Verletzung von Sascha Miller, der von den Sportfreunden Dierbach gekommen war. Nach intensiver Vorbereitung zog er sich in seinem ersten Pflichtspiel im Verbandspokal beim FV Neuburg ohne gegnerische Einwirkung einen Wadenbeinbruch zu. Der 24-Jährige schildert seine damalige Gefühlslage: „Am Anfang hieß es, ich könne nie wieder kicken. Ich war total geschockt. Doch der operierende Arzt in Karlsruhe machte mir wieder Mut.“ Gleich nach dem Verlassen des Krankenhauses begann er mit der Physiotherapie bei Max Bischoff, der bei Fortuna Billigheim-Ingenheim spielt. Zu Beginn der Wintervorbereitung stand er wieder auf dem Platz und feierte einen Einstand nach Maß. In seinem ersten Punktspiel leitete er mit einem Doppelpack den 3:2-Sieg beim TuS Niederkirchen ein – nach einem 0:2-Rückstand. Im zweiten Spiel am vergangenen Sonntag beim BSC Oppau (1:1) schoss er das erste Tor.

Aus Torhüter wird Torjäger

Dabei hatte Miller als Torhüter bei seinem Heimatverein SpVgg Oberhausen/Barbelroth begonnen. Bei den B- und A-Junioren stand er für den SV Viktoria Herxheim in der Verbandsliga zwischen den Pfosten. Dort spielte er gemeinsam mit den Zwillingen Kevin und Denis Simon, deren Vater Gerhard Trainer in Dierbach war. Miller wechselte zu den Sportfreunden in die B-Klasse, zunächst als 17-Jähriger mit Zweitspielrecht. Simon funktionierte ihn zum Stürmer um. Kopfballstärke und der direkte Zug zum Tor zeichnen Miller aus. Seine Tore trugen zum sportlichen Höhenflug der Dierbacher bei. 2018 stiegen die Kicker aus dem 600-Seelen-Dorf als Meister der B-Klasse West in die A-Klasse auf. Sie hielten sich fünf Jahre.

Schritt nicht bereut

Im Abstiegsjahr erzielte Miller elf der 31 Saisontreffer. Dann kam der Anruf von Schaidts Achim Rinck. „Ich wollte es einfach höherklassig probieren. Beim ersten Gespräch mit Trainer Ersan Ucal wusste ich, das passt. Ich fühle mich in einem tollen Team pudelwohl, habe diesen Schritt zu keiner Sekunde bereut“, so Miller.

Er wünscht sich mal einen anderen Deutschen Meister als Bayern München. Dabei ist er großer Fan von Thomas Müller. Dessen Identifikation und Vereinstreue imponieren ihm.

Beruflich verändert er sich. Zum 1. April wechselt der Sozialversicherungsfachangestellte in die Kandeler Agentur einer privaten Krankenversicherung

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