Lokalsport Südpfalz Beagle Boy wie ein rennender Geldschrank

Immer gut besucht: Galopprennen in Billigheim.
Immer gut besucht: Galopprennen in Billigheim.

«BILLIGHEIM-INGENHEIM.»Auf den Billigheimer Purzelmarktwiesen steigt am Sonntag der einzige Renntag in der Südpfalz. Mit einem Trachtenrennen zum Auftakt und einer Konkurrenz für Reitpferde zum Abschluss wird der besonderen Geschichte des Purzelmarktes Rechnung getragen. Der erste Start erfolgt gegen 12 Uhr.

Im Mittelpunkt stehen vier Prüfungen für Englische Vollblüter. Seit der Schließung des Herxheimer Hippodroms im Jahr 2001 haben sie einen festen Platz im Rennkalender des Südwestens. Die Dotierungen wurden mehrfach angehoben. Zudem wurde die Bahn in den vergangenen Jahren sukzessive verbessert. „Das Geläuf wurde im Frühjahr komplett gesandet. Wir haben regelmäßig gemäht, damit hat die Bahn die entsprechende Dichte und Griffigkeit. Die Aktiven werden trotz des Regens der vergangenen Tage sehr gute Bedingungen vorfinden“, versichert Sabrina Martin. Sie zeichnet im Purzelmarktverein für die Rennen verantwortlich. Mit dem Nennungsergebnis ist sie zufrieden. 22 Galopper werden sich hinter dem Startband versammeln. Sportlicher Höhepunkt ist das 18. Schwarz-Gelbe Band von Billigheim (Start: 14 Uhr), ein mit 2000 Euro dotierter Ausgleich IV der Kategorie F über die Mitteldistanz von 1800 m. Der Vorjahressieger Ice Club ist mittlerweile einer der erfolgreichsten Südwestgalopper, Siege in Köln und Krefeld folgten. Die siebenjährige Stute Golden Touch aus dem Saarbrücker Quartier von Wilfried Kujath trägt mit 60 Kilo Höchstgewicht. Als Favoritin gilt der fünfjährige Wallach Wisewit aus dem niederrheinischen Sonsbeck. Am 27. August gewann er in Miesau. Im Sattel sitzt Berufsrennreiter Fabian Xaver Weißmeier, in diesem Jahr bereits elf Mal siegreich. Mehrere Ritte absolvieren Larissa Bieß und Eva Maria Herresthal, die erfolgreichsten Amateurrennreiterinnen des vergangenen Jahres. Beide lieferten sich 2016 ein packendes Duell um das Championat, die Landauer Lehramtsstudentin Bieß hatte einen Sieg Vorsprung. Der vierjährige Wallach Cumbriano vertritt ein großes Quartier des Westens, er wird vom mehrfachen Championtrainer Christian Freiherr von der Recke in Weilerswist vorbereitet. Zu seinen Chancen im „Preis der Sparkasse SÜW“ über weite 2700 m meint der Trainer: „Wir werden wohl Zweiter hinter Beagle Boy.“ Der gemeinte zehnjährige Wallach gilt als „galoppierender Geldschrank“, 22 Siege bei 55 Starts sorgten für eine Gewinnsumme von 79.000 Euro. „Er hat schon viele Schlachten geschlagen und muss nichts mehr beweisen“, sagt Betreuer Christian Peterschmitt. Der Besitzertrainer aus Zweibrücken sattelt vier weitere Starter. Mit 90.000 Euro noch mehr Hafergeld verdient hat Stallgefährte Beacon Hill. Der neunjährige Shamardal-Sohn gewann am 21. Mai in Haßloch, er startet im „Preis der VR Bank SÜW“. Seinen letzten Start hat der elfjährige Wallach Nardo im abschließenden „Preis der Pfalzwerke“. Einige von Peterschmitts Vollblütern haben nach der Karriere in der Südpfalz eine neue Heimat gefunden. Die Rennen können am Bildschirm verfolgt und bewettet werden. Die örtliche Genossenschaftsbank stellt das Personal zur Verfügung.

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