Fußball RHEINPFALZ Plus Artikel Bann gebrochen: FC Kandel siegt 6:0

Der Kandeler Dominik Steinel hat Nils Frey neben sich und Armen Hayrapetyan vor sich.
Der Kandeler Dominik Steinel hat Nils Frey neben sich und Armen Hayrapetyan vor sich.

Mit dem ersten Sieg unter der Regie von Reinhard Schenker bleibt der FC Kandel in der Verbandsliga über der Abstiegszone. Gegner TuS Steinbach kann nicht dagegenhalten. Aaron Schmidt macht bei seinem ersten Startelfeinsatz nach dreimonatiger Verletzungspause ein gutes Spiel.

Das Plumpsen der Steine der Erleichterung nach dem 6:0 (2:0)-Heimsieg gegen den TuS 07 Steinbach war nicht zu hören. Doch Trainerteam, Spielern und Fans des FC Bienwald Kandel war die gewichene Anspannung in den Gesichtern nach der Partie anzusehen. Mit dem ersten Sieg im sechsten Spiel unter der Regie des neuen Trainers Reinhard Schenker konnten die Löwen ein erstmaliges Abrutschen in dieser Saison auf die Abstiegsplätze vermeiden. Die Gäste aus dem Nordpfälzer Bergland bleiben Tabellenletzter der Fußball-Verbandsliga. Sie brauchen nach der fünften Niederlage in Folge nun ein Fußballwunder, um nach dem Aufstieg den Abstieg noch zu vermeiden.

Einbahnstraßenfußball

Vorausgegangen waren 90 Minuten Einbahnstraßenfußball. Bei konsequenterer Chancenauswertung hätten die Gastgeber das Ergebnis zweistellig gestalten können. Am vergangenen Spieltag wurde ihr Chancenwucher von der TSG Bretzenheim beim 2:2 noch bestraft. Doch die Steinbacher waren in der Offensive einfach zu harmlos, um den Gegner ernsthaft in Gefahr zu bringen. In den Zweikämpfen standen sie in ihrem 4-2-3-1-System viel zu weit vom Gegenspieler weg und reagierten meist zu langsam auf das Umschaltspiel der Südpfälzer. Einzig ihr bester Akteur Jonas Krautschneider sorgte mit zwei gefährlichen Freistößen für Gefahr. Sein erster Versuch ging knapp über die Latte (26.), danach parierte Kandels Keeper Aust glänzend (73.).

Bereits nach sechs Minuten schob Lukas Bosch nach Hereingabe von Renaldo-Doru Balasa den Ball aus zwölf Metern zur Führung ein. Seinen zweiten Treffer markierte er kurz vor der Pause aus kurzer Distanz, nachdem Mittelstürmer Maximilian Krämer einen weiten Einwurf von Bleron Azemi mit dem Kopf verlängert hatte. Weitere Treffer hätten fallen müssen. Nach zwei Minuten hob Assistent Steffen Rößler nach Krämer-Treffer die Fahne, Balasa traf freistehend aus drei Metern die Latte. Ein Freistoß von Pascal Hüll ging knapp am Tor vorbei.

Liginger zu Gast

Kandels künftiger spielender Cotrainer Christian Liginger schaute mit seiner Familie am spielfreien Wochenende des SV Büchelberg bei seinen künftigen Teamkollegen vorbei. Seine Einschätzung zur Pause: „Bis auf einen zehnminütigen Durchhänger agierte Kandel sehr konzentriert und dominant. Es müsste eigentlich schon 5:0 stehen.“

In der 50. Minute wurde der zweite Krämer-Treffer per Abstauber nach Lattentreffer von Bosch wieder wegen Abseits aberkannt. Doch sein dritter Versuch fünf Minuten später zählte. Nach feinem Balasa-Zuspiel schob er an der Strafraumgrenze dem herausgeeilten Gästekeeper Klaus Jürgen Siebecker den Ball zum 3:0 durch die Beine. Zehn Minuten später erhöhte Balasa auf 4:0, nachdem sich Kapitän Yanik Wagner mit energischem Einsatz an der Mittellinie das Leder erkämpft hatte. Boschs drittes Tor drei Minuten später durch einen Heber bereitete Dennis Hanß mit einem gewonnenen Kopfballduell wenige Sekunden nach seiner Einwechslung vor. Das 6:0 markierte das Kandeler Eigengewächs eine Minute vor Schluss nach Rechtsflanke von Balasa aus kurzer Distanz selbst.

Aaron Schmidt bester Spieler

Ein weiterer waschechter Kandeler avancierte zum besten Akteur des Spiels. Bei seinem ersten Startelfeinsatz nach dreimonatiger Verletzungspause gefiel Aaron Schmidt durch Dynamik in der Vorwärtsbewegung, Zweikampfstärke und hohe Passqualität. Schmidt: „Ich war einfach glücklich, wieder auf dem Platz stehen zu dürfen. Die Stimmung im Training war diese Woche überragend.“

Beeindruckend war die Fairness der Gäste. Ihr Trainer Christoph Heinrich sagte nach der Partie: „Wir waren in allen Belangen unterlegen. Wir haben alle Tugenden vermissen lassen, die man im Abstiegskampf an den Tag legen muss. Das war vor allem in den Zweikämpfen so.“ Kandels Reinhard Schenker sagte nach seinem ersten Dreier: „Natürlich bin ich erleichtert. Heute haben aber wir das Resultat einer kontinuierlichen Aufwärtsbewegung der letzten Wochen gesehen. Die Jungs haben heute in allem Mannschaftsteilen überzeugt, wir hätten deutlich höher gewinnen müssen.“

So spielten sie

FC Kandel: Aust - Wagner (80. Moukouri), Staiger, Schmidt (76. Zimmel), Azemi (67. Brück), Steinel - Hüll (78. Laturner), Balasa, Sahin, Bosch - Krämer (67. Hanß)

TuS Steinbach: Siebecker - Wolf, Gödtel, Stumpf (21. Mirschberger), Schunk - Lukas-Franz Krautschneider, Walther - Hayrapetyan, Metzinger (66. Hofmann), Jonas Horst Krautschneider - Frey (66. Roth)

Tore: 1:0 und 2:0 Bosch (6. und 45.), 3:0 Krämer (50.), 4:0 Balasa (65.), 5:0 Bosch (68.), 6:0 Hanß (89.) - Gelbe Karten: Laturner, Schenker (beide Kandel) - Beste Spieler: Schmidt, Bosch, Balasa - Jonas Krautschneider - Zuschauer: 140 - Schiedsrichter: Patrick Simon (Wonsheim)

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