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Mittwoch, 12. September 2018 - 15:04 Uhr Drucken

Germersheim-Ticker

Germersheim: Bergung der Dampflok „Rhein“ nimmt Fahrt auf

Links ragen die 21-Meter-langen Spundwände aus dem Wasser. In der Mitte steht der im Boden verankerte Ponton mit dem Bagger und rechts liegt das Schiff, das Baumaterialien andient. Foto: Bartenbach

Links ragen die 21-Meter-langen Spundwände aus dem Wasser. In der Mitte steht der im Boden verankerte Ponton mit dem Bagger und rechts liegt das Schiff, das Baumaterialien andient. Foto: Bartenbach

Die älteste Dampflokomotive Deutschlands soll am 21. Oktober bei Germersheim aus dem Rhein geborgen werden. Seit 166 Jahren liegt sie dort begraben, nachdem sie bei einem Sturm von einem Rheinschiff gefallen war. Mittlerweile soll sie von einer fünfeinhalb Meter dicken Kies- und Sandschicht bedeckt sein. Die Bergung des 20-Tonnen-Schatzes ist eine technische Herkulesaufgabe. Die vorbereitenden Arbeiten haben bereits begonnen und nehmen nun an Fahrt auf.

Noch ist nicht sicher, ob die Lok dort liegt



Anfang Oktober steht ein besonders spannender und spektakulärer Moment bevor: Der erste Sichtkontakt mit der Lok wird aller Voraussicht nach die eindeutige Identifikation ermöglichen. „Aktuell basiert die Annahme, dass es sich tatsächlich um die Lok „Rhein“ handelt, allein auf den Magnetresonanzbildern. Eine Überraschung beim Freilegen ist also noch möglich“, sagt Tobias Bartenbach, Leiter des Projektbüros „Jäger der versunkenen Lok“. Volker Jenderny, Mitinitiator der Bergung vom Eisenbahnmuseum Bahnwelt Darmstadt-Kranichstein, ergänzt: „So ein Projekt macht man einmal in seinem Leben, ich bin gespannt wie Bolle, was wir da nun wirklich aus dem Wasser holen werden.“

Etwa 5000 Tonnen Kies werden entfernt



Um die Lok zu bergen wurde zunächst Ende August eine Buhne im Rhein abgetragen, unter der die Fundstelle der Lok vermutet wird – 50 Meter vor dem Rheinufer. Anfang September wurde ein Ponton mit einem Bagger im Rhein verankert. Der Spezialbagger wird 3000 Tonnen Kies, Sand und Geröll aus dem Weg schaffen, die die Lok bedecken. Mitte September werden die Baggerarbeiten eine Tiefe von vier Metern erreicht haben. Ende September geht es dann an die Feinarbeit: Industrietaucher legen die Lok mit Kiessaugern behutsam frei, um sie nicht zu beschädigen. Weiteren 2000 Tonnen Material werden sie mit ihren Saugern zu Leibe rücken.

Bei Bergung wird Lok mit Gurten angehoben



Nach der möglichen Identifikation der Lok muss das Bergungsunternehmen entscheiden, wie der massige Metallkörper unbeschädigt aus dem Wasser gehoben werden kann. „Wir werden die Lok mit Gurten heben oder eine Palette darunter schieben. Dabei müssen wir beachten, dass die Lok nicht abrutschen und zurück in den Rhein fallen kann“, sagt Wolfhard Neu. |rhp/wim

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