Rheinpfalz Caritas gibt Seniorenzentrum in Waldfischbach-Burgalben auf

Das Caritas-Altenzentrum Maria Rosenberg war ursprünglich als Alterssitz für Ruhestandsgeistliche gedacht und gebaut worden. Es
Das Caritas-Altenzentrum Maria Rosenberg war ursprünglich als Alterssitz für Ruhestandsgeistliche gedacht und gebaut worden. Es erfüllt die Anforderungen an ein modernes Seniorenheim nicht mehr.

Paukenschlag auf Maria Rosenberg: Die Caritas gibt ihr Seniorenzentrum in Waldfischbach-Burgalben auf. Für Bewohner und Mitarbeiter wurde jedoch eine Lösung gefunden. Um über die Details und die Gründe für diesen Schritt zu informieren, war am Dienstag eigens Caritas-Direktor Vinzenz du Bellier aus Speyer angereist.

Damit hatte kaum jemand gerechnet: Das Caritas-Altenzentrum Maria Rosenberg plant den Umzug in ein neues Gebäude, nach St. Nikolaus in Landstuhl. Umzugsdatum: Ende März 2020. Betroffen davon sind 77 Bewohner sowie 65 Mitarbeiter in verschiedenen Gesellschaften und unterschiedlichen Arbeitsverhältnissen.

Diese Information verkündete der Direktor der Caritas Speyer, Vinzenz du Bellier, am Dienstag im Altenzentrum. Gleichzeitig betonte der Geschäftsführer: „Wir wollen uns nicht verabschieden als Caritas aus Waldfischbach. Es geht um ein neues Konzept vor Ort, um eine dauerhafte Lösung.“

Um die Frage zumindest teilweise zu beantworten, „wie es in näherer und mittelfristiger Zukunft hier weiter geht“, so du Bellier, habe man sämtliche Betroffene, Vertreter aus Kommunalpolitik, Netzwerkpartner, Angehörige von Bewohnern, Kirchenvertreter und andere zu Informationsgesprächen eingeladen.

Bewohner wollen zusammenbleiben

Primär wurden jedoch die 65 Mitarbeiter der Einrichtung informiert; danach die Heimbewohner und einige Angehörige. Es sei dabei auf die Frage „Wollen wir diesen Weg gehen?“ eine nahezu einhellige Antwort gekommen, die „ja“ lautete. Es herrsche im Haus eine sehr positive Grundstimmung sowohl seitens der Mitarbeiter als auch der Heimbewohner. Für die Heimbewohner stehe im Vordergrund, dass man zusammenbleiben könne.

Selbstredend, so der Caritas-Direktor, bleibe es den Heimbewohnern und Mitarbeiter jedoch freigestellt, ob sie mitgehen oder nicht. Wer in Ortsnähe bleiben wolle, dem sei durch die frühzeitige Information die Möglichkeit geschaffen, sich anderweitig umzuschauen. Bezüglich der 65 Mitarbeiter unterschiedlicher Gesellschaften und in unterschiedlichen Arbeitsverhältnissen sei nur ein Mitarbeiter die 25 Jahre dabei, in der die Caritas das Altenzentrum Maria Rosenberg übernahm.

Problem Brandschutz

Auslöser der Umstrukturierung und der damit verbundenen Umzugsplanung seien erhöhte Brandschutzmaßnahmen gewesen. So fehlten etwa flächendeckend Brandmeldeanlagen und Außen-Fluchttreppen.

Die notwendigen Investitionen in den Brandschutz schätzte der Caritas-Direktor auf zwei Millionen Euro. Hinzu komme, dass das im Jahr 2012 vom Bischöflichen Ordinariat übernommene Haus Maria Rosenberg in die Jahre gekommen sei. Du Bellier sprach von einem relativ großen Investitionsstau, etwa bei der Heizung, der Technik, dem Bodenbelag, der Sanitärausstattung und vielem mehr. Bei grober Kostenschätzung seien hier weitere fünf Millionen Euro notwendig.

Sechsstelliges Defizit

All diese Sanierungsmaßnahmen bei Belegung durch Heimbewohner vorzunehmen sei praktisch unmöglich und „ein betriebswirtschaftlicher Harakiri“, meinte Vinzenz du Bellier. Hinzu komme, dass das Haus ein sechsstelliges Defizit erwirtschaftet habe. Zudem laufe die Betriebserlaubnis Ende des Jahres aus. Man sei jedoch in guten Gesprächen mit der Kreisverwaltung, so dass man von einer Verlängerung bis Ende März 2020 ausgehe.

Aus all diesen Gründen und Überlegungen habe man sich entschlossen, eine Verlegung vorzunehmen, und zwar das neuerrichtete Altenzentrum in Landstuhl. Dort stehen 84 Einzelbettenzimmer zur Verfügung. Du Bellier sagte, dass die Caritas weiterhin Anmeldungen für das Seniorenheim annehme – allerdings verbunden mit dem Hinweis, dass der Umzug nach Landstuhl bevorsteht.

Zur Sache: Was passiert mit dem Haus?

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