Kreis Südwestpfalz RHEINPFALZ Plus Artikel Zweibrücken: Prozess gegen mutmaßliche Raser geht weiter

Das rechte Vorderrad des Mercedes riss beim Crash ab und schlug in einen VW Golf ein.  Archivfoto: Moschel
Das rechte Vorderrad des Mercedes riss beim Crash ab und schlug in einen VW Golf ein. Archivfoto: Moschel

Der Landgerichts-Prozess gegen den Porsche- und den Mercedesfahrer, die am Pfingstsamstag vergangenen Jahres nach einem mutmaßlichen Rennen in ein Stauende auf der A8 bei Contwig gefahren sind, läuft auf Hochtouren. Am Freitag sagte vor dem Zweibrücker Landgericht ein Polizist der Polizei Waldfischbach aus, die die Ermittlungen gegen die beiden Sportwagenfahrer geleitet hat.

„Ich kam erst zum Unfallort, als der schon passiert war“, so der Zeuge vorm Landgericht. Die Unfallopfer seien zu diesem Zeitpunkt schon abtransportiert gewesen, die Autos waren aber noch da. „Vor Ort war auch schon klar, dass durch den Aufprall des Mercedes dessen Rad abgerissen und in den Golf eingeschlagen ist“, sagte der Zeuge weiter. Was ihn erschreckte: Die Feuerwehr teilte ihm mit, dass die Fahrerin des Golfs großes Glück gehabt hätte. Wäre das Rad nur wenige Zentimeter nebenan eingeschlagen, könnte die Fahrerin schwerer verletzt, wenn nicht sogar tot gewesen sein.

Die Aussagen der Zeugen, die der Waldfischbacher Polizist später aufgenommen hat, ähnelten sich laut dem Polizisten größtenteils: Alle hätten im Kern gesagt, dass der Porsche und der Mercedes mit hoher Geschwindigkeit ins Stauende gedonnert sind. Ob sie zuvor nebeneinander oder hintereinandergefahren sind, sei durch die Vernehmungen in Waldfischbach nicht klar geworden.

Für die Gerichtsverhandlung sind noch drei weitere Prozesstage angesetzt. In denen soll es eine Ortsbesichtigung bei einer Zeugin geben, die gesehen haben will, wie die Sportwagen am Unfalltag an ihrem Haus vorbeigerast sind. Zudem sollen zwei neue Zeugen befragt werden: Der erste ist Richter Christian Orth, der die Verhandlung vorm Amtsgericht geleitet hat. Er soll die Aussage einer Zeugin vom Donnerstag überprüfen. Der zweite neue Zeuge ist ein Kollege des Mercedesfahrer, der gesehen hat, wie dieser am Unfalltag durch die Stadt gefahren ist. Er könnte für den Angeklagten sprechen. Ein Urteil könnte voraussichtlich am 20. August gesprochen werden.

Beide Sportwagenfahrer wurden bereits im April vorm Amtsgericht wegen eines illegalen Straßenrennens verurteilt. Die Strafe: sieben Monate Bewährung, eine Geldstrafe sowie acht weitere Monate Führerscheinentzug. Sowohl die Verteidiger als auch die Staatsanwaltschaft haben Berufung eingelegt.

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