Kreis Südwestpfalz Zweibrücken-Land: Bernhard übt heftige Kritik an SPD
Björn Bernhard bleibt Vorsitzender der CDU in der Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land. Er wurde gestern Abend in Contwig ohne Gegenstimmen wiedergewählt. 2019 wird er sein Amt als dritter Beigeordneter der Verbandsgemeinde abgeben. In seiner Rede übte er gestern Abend heftige Kritik an Verbandsbürgermeister Jürgen Gundacker und der SPD.
«Contwig.»200 Mitglieder hat die CDU in der Verbandsgemeinde, 41 stimmberechtigte Mitglieder plus zehn Gäste aus anderen Verbandsgemeinden und der Stadt Zweibrücken waren in die Gaststätte der VT-Turnhalle gekommen, und alle sprachen sich dafür aus, dass Björn Bernhard ihr Vorsitzender bleibt. Das Amt hat der 35-Jährige seit 2014 inne. Ebenfalls seit 2014 ist er dritter Beigeordneter der Verbandsgemeinde und damit dritter Stellvertreter von Verbandsbürgermeister Jürgen Gundacker (SPD). Das heißt: Er ist Teil der Verbandsgemeindespitze. Bernhard nutzte seine Rede als Vorsitzender gestern Abend dennoch, um sein Profil und das der CDU zu schärfen. Als Ziel für die Kommunalwahl 2019 gab er aus, dass die CDU stärkste Fraktion im Verbandsgemeinderat werden soll.
Heftige Kritik an Verbandsbürgermeister
Besonders jedoch übte er heftige Kritik an Verbandsbürgermeister Jürgen Gundacker und der SPD, Koalitionspartner im Verbandsgemeinderat, vor allem wegen des Rücktritts von Wehrleiter Markus Schmidt und des geplanten Kaufs einer Drehleiter. „Markus Schmidt war ein sehr, sehr guter Wehrleiter“, sagte er. Er habe der Verbandsgemeinde auch sehr viel Geld gespart. Dafür, dass er sich vor Schmidt stellte, sei er von der SPD angegriffen worden, sagte Bernhard. Man habe ihm gesagt, er könne nicht morgens Feuerwehrmann sein und nachmittags Beigeordneter. Seine Antwort: „In erster Linie bin ich CDU-Vorsitzender, und ich lasse mir nicht den Mund verbieten!“ Bernhard räumte ein, dass er anfangs gegen ein Kommandofahrzeug für die Feuerwehrspitze gewesen sei, es mittlerweile aber für notwendig erachte. 40 000 Euro seien auch nicht zu teuer, und man könne das Fahrzeug auch nicht mit dem Dacia Duster des Werkleiters vergleichen: „Der fährt von Baustelle zu Baustelle und muss nicht mit 150 über die Autobahn.“ Er kündigte an, die CDU werde Gundackers Rolle beim Rücktritt von Markus Schmidt kritisch hinterfragen.
Billigere Lösung für Brandschutz gefordert
Bernhard erinnerte auch daran, dass die CDU seit 2012 fordert, für den Brandschutz im Hotel Kloster Hornbach eine billigere Lösung zu finden, als eine Drehleiter zu mieten, die die Verbandsgemeinde mittlerweile bereits 500 000 Euro gekostet habe. „Unvorstellbar“ nannte er es, dass die CDU nicht darüber informiert worden sei, dass die Kreisverwaltung bereits 2012 eine günstigere Lösung vorgeschlagen hatte. Eine Drehleiter sei „sicher extrem wichtig“, und er wolle auch niemandem ein Auto wegnehmen, aber er frage sich, wie er den Feuerwehrleuten in Käshofen und Großbundenbach erklären soll, „dass wir 500 000 Euro ausgegeben haben, um etwas zu mieten, was wir eigentlich nicht brauchen“.
Anonyme Mobbingvorwürfe
Auch auf die anonymen Mobbingvorwürfe gegen Jürgen Gundacker, die Ende 2016 aufgekommen waren, ging Bernhard ein. Auch hier hätten der Bürgermeister und die SPD die Schuld bei jemand anderem gesucht: „Es wurde behauptet, der Brief komme von der CDU.“ Bernhard kritisierte zudem, dass er und die CDU allgemein nicht ausreichend auf dem Laufenden gehalten würden: „Wir bekommen wenig bis gar keine Informationen.“ Nur zweimal habe Gundacker zu Beigeordneten-Gesprächen geladen, seitdem nicht mehr. Er bekräftigte seine Entscheidung, sein Amt als dritter Beigeordneter 2019 abzugeben: „Das ist definitiv so.“ Er brauche keinen Beigeordnetenposten, um Jubilaren zum 80. oder 85. Geburtstag zu gratulieren, „aber nichts mitentscheiden zu dürfen“.
Nicht auf drei Namen beschränkt
Ob Björn Bernhard, der aus Bechhofen stammt, zwischendurch in Großsteinhausen wohnte und mittlerweile in Dietrichingen lebt, 2020 bei der Verbandsbürgermeisterwahl gegen Jürgen Gundacker antritt, ließ er gestern Abend offen. Man habe noch nicht über die Verbandsbürgermeisterwahl gesprochen, sagte er im Gespräch mit der RHEINPFALZ. Auch der Fraktionssprecher im Verbandsgemeinderat, Klaus Martin Weber aus Käshofen, gilt als möglicher Kandidat. Der erste Beigeordnete Klaus Freiler aus Großsteinhausen, bei der Wahl 2012 parteiintern Paul Sefrin aus Bechhofen unterlegen, ist der dritte große Name im Bunde. Er war gestern Abend verhindert. Für Bernhard ist der Kreis möglicher Kandidaten nicht auf diese drei Namen beschränkt, sagte er gestern am Rande der Versammlung und nannte als Beispiel Thorsten Sefrin, den CDU-Fraktionssprecher im Contwiger Gemeinderat. Neuwahlen Neben Björn Bernhard als Vorsitzenden wurden gewählt: Stellvertreterin Angelika Küttner (39 Ja-Stimmen, zwei Enthaltungen), Stellvertreter Stefan Fercher (40 Ja-Stimmen, eine Nein-Stimme), Schatzmeister Jörg Marx (38 Ja, zwei Nein, eine Enthaltung), Schriftführer Steffen Schmidt (40 Ja, eine Enthaltung), die Beisitzer Siegbert Bernhard (35 Ja), Thomas Leiner (33), Daniel Maske (38), Mareike Pfeifer (40), Jochen Schunck (41), Bernd Sefrin (38) und Thomas Stauter (34) sowie die Rechnungsprüfer Dieter Höhle und Joachim Schmidt (einstimmig).