Kreis Südwestpfalz RHEINPFALZ Plus Artikel Zweibrücken: Auch die CDU in der Opposition wählt den Grünen Bernd Hofer

Thomas Hohn (links) ist der erste Stellvertreter von Verbandsbürgermeister Jürgen Gundacker. Vor der Wahl hatte CDU-Sprecher Bjö
Thomas Hohn (links) ist der erste Stellvertreter von Verbandsbürgermeister Jürgen Gundacker. Vor der Wahl hatte CDU-Sprecher Björn Bernhard (rechts) Amtsinhaber Klaus Freiler (am Tisch neben Bernhard) zur Wiederwahl vorgeschlagen.

Thomas Hohn aus Hornbach, Bernd Hofer aus Käshofen und Doris Schindler aus Dellfeld sind die neuen Stellvertreter von Verbandsbürgermeister Jürgen Gundacker. Der Verbandsgemeinderat Zweibrücken-Land wählte sie am Donnerstagabend in seiner ersten Sitzung nach der Wahl zu Beigeordneten. Ein Abstimmungsergebnis überraschte sogar den Gewählten.

Das beste Ergebnis holte der unbekannteste Kandidat: Bernd Hofer von den Grünen hatte zwar schon vor fünf Jahren für den Verbandsgemeinderat kandidiert und ist Kreisvorstandssprecher seiner Partei, aber ansonsten ist er bisher kaum als Kommunalpolitiker bekannt. So sagte CDU-Fraktionssprecher Björn Bernhard zwar zu, dass auch seine Fraktion Hofer wählen werde, obwohl sie nicht an der neuen SPD-FDP-Grünen-Koalition beteiligt ist, bat ihn aber, sich kurz vorzustellen. Seine Wahl zum zweiten Beigeordneten – und damit zum dritten Mann an der Spitze der Verbandsgemeinde – bedeutet einen gewaltigen Sprung für den 48-Jährigen, der an einer Homburger Berufsschule Wirtschaftswissenschaften unterrichtet. Er habe niemals damit gerechnet, als Beigeordneter nominiert zu werden, gestand Hofer in seiner kurzen Vorstellung. Und nach der Wahl war er „sehr geplättet“, dass er auch die Stimmen der Opposition bekommen hatte: 30 Ratsmitglieder stimmten für ihn, es gab eine Nein-Stimme und eine Enthaltung.

CDU stellt Klaus Freiler als Gegenkandidaten auf

Zuvor hatte die CDU, die bei der Wahl im Mai zwar die meisten Stimmen bekommen hatte, aber nach über 30 Jahren nicht mehr in einer Koalition mit der SPD regiert, bei der Wahl zum ersten Beigeordneten einen Gegenkandidaten nominiert: Klaus Freiler (CDU) aus Großsteinhausen, der das Amt bisher innehatte, trat gegen Thomas Hohn (FDP) an, musste sich aber geschlagen geben. Er erhielt 13 Stimmen – das deutet darauf hin, dass ihn die komplette Opposition gewählt hat: die zehn Mitglieder der CDU-Fraktion und drei der UWG-Fraktion. Hohn bekam 18 Stimmen bei einer Enthaltung. Die Koalition besteht aus zehn Mitgliedern der SPD-Fraktion, fünf FDPlern und vier Grünen.

Uneinheitlich war das Bild bei der dritten Abstimmung des Abends: Doris Schindler (SPD), bisher zweite Beigeordnete, wurde mit 23 Ja-Stimmen, sechs Nein-Stimmen und drei Enthaltungen zur dritten Beigeordneten gewählt.

Martina Wagner spricht von „Aufblähung“

Die drei bekommen eigene Aufgabengebiete. Thomas Hohn kümmert sich um die Feuerwehr, Bernd Hofer um den Klimaschutz und Doris Schindler um das Thema Kommunikation, Bildung und Soziales. Das sah CDU-Sprecher Bernhard „sehr, sehr kritisch“: Anstatt Aufgaben zu bündeln, zersplittere man sie. Er befürchtete zudem höhere Kosten. Unterstützung bekam er von seiner Parteikollegin Martina Wagner, die als Bürgermeisterin von Kleinsteinhausen, warnte davor, dass die Verwaltung künftig nicht mehr für die Dörfer da sein könnte, sondern vor allem für die politische Ebene. Die Verbandsgemeinde habe sich um die Werke, die Feuerwehr, den Flächennutzungsplan und die Grundschulen zu kümmern und nicht um den Tourismus, nannte sie ein Beispiel. „Wir müssen sehr aufpassen, welche Aufgaben die Verbandsgemeinde hat“, sagte sie und sprach von einer „Aufblähung der politischen Ebene“. Die Vertreter der Koalition wiesen die Kritik zurück. Reiner Hohn (FDP) warf Björn Bernhard vor, in der allerersten Sitzung schon wieder Wahlkampf zu machen. Bernhard tritt bei der Verbandsbürgermeisterwahl im Oktober gegen Amtsinhaber Gundacker an. Er soll heute Abend offiziell nominiert werden.

Die Fraktionssprecher

CDU: Björn Bernhard (Dietrichingen)

Stellvertreter: Bernd Sefrin (Contwig)

und Klaus Martin Weber (Käshofen)

SPD: Achim Scherer (Bechhofen)

Stellvertreter: Jürgen Sauter (Hornbach)

und Roland Heitmann (Contwig)

FDP: Volker Schmitt (Großsteinhausen)

Stellvertreter: Tino Weber (Hornbach)

Grüne: Fred Konrad (Käshofen)

Stellvertreterin: Susanne Bendig (Käshofen)

UWG: Bernd Kipp (Althornbach)

Stellvertreterin: Birgit Müller (Contwig)

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