Hermersberg RHEINPFALZ Plus Artikel Zwei Personen sterben bei Brand in Hermersberg

Einsatz unter schwierigsten Bedingungen: Mittels Drehleiter wurden die Flammen von oben bekämpft.
Einsatz unter schwierigsten Bedingungen: Mittels Drehleiter wurden die Flammen von oben bekämpft.

Gegen 15 Uhr am Sonntag war Gewissheit, was zuvor befürchtet worden war: Der Brand in Hermersberg (Landkreis Südwestpfalz) hat zwei Todesopfer gefordert.

Vermutlich handelt sich bei den beiden toten Personen um die Bewohner des Hauses, ein älteres Ehepaar. Die Identität der Opfer ist noch nicht zweifelsfrei geklärt. Kurz vor elf Uhr am Sonntag sahen Nachbarn, dass Flammen aus dem Haus in der Friedhofstraße schlugen. Gebäudebrand lautete zum zweiten Mal binnen einer Woche – vergangenen Sonntag hatte ein Haus in Waldfischbach-Burgalben gebrannt –, die Alarmierung. Schnell war klar, es geht um Menschenleben, jeder Helfer wird gebraucht. Die Sirenen machten das hörbar deutlich.

Ein Haus, in dem ein älteres Ehepaar im Alter von 72 und 77 Jahren lebte, stand in Flammen, als die Einsatzkräfte eintrafen. Die Friedhofstraße in Richtung Höheinöd wurde für den Durchgangsverkehr gesperrt, Einsatzfahrzeug um Einsatzfahrzeug rückte an. Die Friedhofstraße – das Haus steht unweit des Ortsausganges – und ein Teil der Hauptstraße füllten sich mit Fahrzeugen und Rettungskräften.

Rund 140 Einsatzkräfte vor Ort

Die Feuerwehr der Verbandsgemeinde Waldfischbach-Burgalben und Wehren aus der Nachbarverbandsgemeinde Thaleischweiler-Wallhalben waren im Einsatz. Insgesamt waren es inklusive Polizei, Rettungsdiensten, Kriseninterventionsteam, einer Drohneneinheit der Feuerwehr 137 Einsatzkräfte, teilte Verbandsbürgermeister Felix Leidecker (CDU) mit.

Sein Amtskollege Patrick Sema (SPD) aus Thaleischweiler-Wallhalben machte sich gleichfalls vor Ort ein Bild von der Lage bei diesem schwierigen Einsatz. Das Kriseninterventionsteam kümmerte sich um Einsatzkräfte, um Menschen vor Ort, die Gesprächsbedarf hatten, um das Geschehen zu verarbeiten.

Zunächst musste der Strom in der Umgebung des Brandhauses abgeschaltet werden. Das war notwendig, um mit der Drehleiter an den Brand heranzukommen. In der Friedhofstraße sind noch Dachständer montiert, über die Strom fließt.

Extrem hohe Temperaturen

Rauch und enorm hohe Temperaturen, die sich entwickelten, machten den Einsatz herausfordernd und gefährlich. Schnell wurde befürchtet, dass die beiden Bewohner das Haus nicht mehr hatten verlassen können, als der Brand ausgebrochen war. Gegen 13 Uhr war klar, dass der Brand mindestens ein Todesopfer gefordert hatte. „Ich muss die traurige Mitteilung machen, dass bei dem Brand eine Person ums Leben gekommen ist“, teilte Leidecker zunächst mit.

Die Hoffnung, die zweite Person noch lebend zu finden, war zu diesem Zeitpunkt nur noch sehr gering. Zwei Stunden später war Gewissheit, was befürchtet worden war: „Wir haben auch die zweite vermisste Person nur noch tot bergen können“, bedauerte Leidecker. „Nach aktuellem Ermittlungsstand handelt es sich mutmaßlich um die Hausbewohner im Alter von 77 und 72 Jahren. Die Identität der Toten steht bislang nicht zweifelsfrei fest“, teilte die Polizei mit.

Fassungslosigkeit vor Ort

„Wir stehen hier alle unter Schock. Natürlich haben wir uns gekannt. Hier bei uns auf dem Dorf kennt man sich. Mit so etwas rechnet man doch nicht“, sagten Ortsbürgermeister Erich Sommer und die Beigeordnete Elke Faust, sichtlich mitgenommen von den Ereignissen. Fassungslos wie alle ihre Mitbürger – das Dorf zeichnet eine besonders gute Dorfgemeinschaft aus – nahmen sie die Todesnachrichten auf.

Als die ersten Einsatzkräfte eintrafen, schlugen die Flammen aus dem Gebäude, schilderte Leidecker die Situation, die die Retter zunächst vorgefunden hatten. „Wir gehen davon aus, dass der Brand im Erdgeschoss ausbrach“, sagte der Bürgermeister. Die Ermittlungen zur Brandursache dauern noch an, die Kriminalpolizei hat diese übernommen.

Das Haus habe eine ältere Bausubstanz gehabt, weshalb die Flammen, die zunächst im unteren Bereich gesichtet worden waren, schnell auf den Rest des Hauses übergeschlagen hatten. Zunächst konnte das Feuer nur von außen bekämpft werden. Als die Einsatzlage es zuließ, dass erste Kräfte ins Haus gehen konnten, konnte eine Person nur noch tot geborgen werden. Die Brandbekämpfung von innen musste unterbrochen werden, da sich Gebäudeteile lösten, für die Einsatzkräfte höchste Gefahr bestand.

Zahlreiche Glutnester im Haus

Immer wieder flammte das Feuer neu auf. Zahlreiche Glutnester hatten sich gebildet. Erst nachdem Sachverständige grünes Licht gaben, konnte das Haus wieder betreten werden. So war es möglich, auch die zweite Person zu bergen, die bei diesem verheerenden Brand ihr Leben verlor.

Weil im Umfeld des Brandes zunächst der Strom abgeschaltet werden musste, war im Hermersberger Rathaus für den Bedarfsfall eine Wärmeinsel eingerichtet worden. „Wir gehen davon aus, dass der Einsatz noch einige Stunden andauern wird“, sagte Leidecker am Nachmittag. Nicht nur die Sirenen, auch die Warn-Apps hatten ausgelöst. „Wir hatten eine extreme Rauchentwicklung“, erläuterte Leidecker. Die Menschen in Hermersberg wurden gebeten, Fenster und Türen geschlossen zu halten, um sich vor dem Rauch zu schützen. Auch am Nachmittag stand noch sichtbar eine Rauchsäule über dem Ort auf der Sickingerhöhe.

Rund 140 Personen waren im Einsatz.
Rund 140 Personen waren im Einsatz.
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