Kreis Südwestpfalz Zur Sache: Hotel Martin im Rückblick

Gut 100 Jahre war das Hotel Martin in Familienbesitz, bis es in den 1990er Jahren verkauft wurde. Erst wurde es als Gasthaus mit Biergarten und als Metzgerei geführt, dann als Hotel. Nach dem Verkauf versuchte man sich als „Pfalzgraf“ in gehobener Gastronomie, ehe es türkische Geschäftsleute übernahmen. Das mittlerweile wertlose Objekt landete bei der VR-Bank Westpfalz, die es 2006 für einen symbolischen Euro an eine Heltersberger Firma loswurde. Deren Chefin soll aber nur vorgehabt haben, einem Investor mit professionellen Unterlagen für den angeblich geplanten Bau eines Mehrgenerationenhauses 1,5 Millionen Euro abzunehmen. Sie wurde im Zusammenhang mit Betrug um die Schrottimmobilie zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt. Immer mal wieder meldeten sich Interessenten, die das Grundstück erwerben wollten, um dort altersgerechtes Wohnen, Geschäfte oder Gastronomie zu verwirklichen. Alle sprangen jedoch wieder ab, weil es nicht möglich war, mit den Heltersbergern in Kontakt zu treten, auch um einen Besichtigungstermin zu vereinbaren. Selbst der Gerichtsgutachter kam nicht rein. 2011 wurde sich ein Interessent dann wohl doch mit der Firma über den Kauf des ehemaligen Hotels einig – eine sinnvolle Nachnutzung schien greifbar. Doch die Eigentümer ließen den bereits anberaumten Notartermin einen Tag vorher platzen, weil ihnen offenbar der Preis nicht hoch genug war. 2012 stellte ein Gutachten einen Verkehrswert des Objekts von 380 000 Euro fest, der nicht dem realistischen Preis der Schottimmobilie entsprach. Die Zwangsversteigerung im Folgejahr wurde auf Betreiben der Verbandsgemeinde angesetzt, weil offene Forderungen aus Gebühren und Beiträgen von 7000 Euro aufgelaufen waren.
