Kreis Südwestpfalz Zur Sache: Die Hausarzt-Versorgung in der Region Zweibrücken

Die Region Südwestpfalz ist dann mit Hausärzten zu 100 Prozent versorgt, wenn ein Hausarzt sich – statistisch gesehen – um rund 1600 Patienten kümmert. Muss er mehr behandeln, dann liegt die Versorgung unter 100 Prozent und dann ergeben sich auch wieder so genannte „freie Sitze“, sprich: dann sieht die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Bedarf, dass sich in dieser Region noch Ärzte ansiedeln. Genaue Zahlen, wie viele Ärzte – die KV untersucht dabei nicht nur die Anzahl der Allgemeinmediziner, sondern auch die der einzelnen Fachärzte – derzeit in welchen Regionen im Land fehlen, veröffentlicht die KV nicht. „Das kann sich im Einzelfall sehr schnell ändern“, erklärt der Pressesprecher der Kassenärztlichen Vereinigung Rheinland-Pfalz in Mainz, Rainer Saurwein. Allerdings ist der KV-Homepage im so genannten Niederlassungsmonitor zu entnehmen, welche Region im Moment „offen“ ist, wo also sich Ärzte einer bestimmten Spezialisierung noch niederlassen können und wo nicht. Die beiden kreisfreien Städte Pirmasens und Zweibrücken sowie den Landkreis Südwestpfalz betrachtet die KV zusammen, unterteilt aber bei genaueren Betrachtungen noch mal in die Bezirke Zweibrücken und Pirmasens, also die beiden Städte plus das dazugehörende Umland. In der kompletten Region fehlen etwa Hautärzte, im Raum Zweibrücken herrscht gleichzeitig auch ein Bedarf an Allgemeinmedizinern. Im Raum Pirmasens dagegen nicht. In der kompletten Region gibt es nach KV-Angaben sehr viele Hausärzte, die rund 60 Jahre alt sind und damit nur noch zwei Jahre vor dem durchschnittlichen Ausscheiden aus dem Beruf, in Rheinland-Pfalz mit 62 Jahren, stehen. Das geht aus einer Erhebung der KV im Jahre 2014 hervor. In der Region Zweibrücken müssen nur rund 40 Prozent der Hausarztstellen bis 2020 altersbedingt neu besetzt werden. In Pirmasens stellt sich die Lage anders dar: Dort sind es fast 75 Prozent. In der Gesamtregion gibt es laut KV 116 Hausärzte, 115 Fachärzte sowie 33 Psychotherapeuten. Wie sich die medizinische Versorgung eines Landstrichs tatsächlich entwickelt, das lasse sich nur schlecht vorhersagen, berichtet Pressesprecher Saurwein. So bedeute in einzelnen Fachbereichen bereits die Schließung einer Praxis eine – statistisch betrachtet – große Unterversorgung. Entwicklungen könne die KV nur schwer entgegen wirken. „Wir machen statistische Erhebungen, die tatsächlichen Entscheidungen fällt der Gesetzgeber in Berlin.“ Info Wie es um die medizinische Versorgung in der Region bestellt ist, steht im Bericht auf der Homepage der Kassenärztlichen Vereinigung Rheinland-Pfalz, www.kv-rlp.de. Der Versorgungsatlas findet sich hinter dem Reiter „Institution“ und dem Schlagwort „Versorgungsforschung“.
