Kreis Südwestpfalz Zur Sache: Die Entstehung der Cavemen

US-Soldaten haben 1968 die Cavemen gegründet – zunächst sieben Veteranen in Zweibrücken, kurz darauf Kollegen auch in Ramstein. Zwar gilt Zweibrücken als die Mutterorganisation, doch weil es immer weniger US-Soldaten gab, wurde dort das Chapter schon 1976 aufgelöst. Die verbliebenen Cavemen schlossen sich der Ramsteiner Organisation an, die heute als Zentrale gilt. Entstanden sind die Cavemen, so beschreibt es das Buch „Rocker in Deutschland: Die Geschichte des Cavemen MC von 1968 bis heute“ von Günther Brecht aus einer Zeit des Aufbruchs heraus. Die USA waren in den Vietnamkrieg verstrickt, die Zahl der Toten und Verletzten stieg. Zeitgleich formierte sich in der Heimat Widerstand gegen den Krieg, die Flower-Power-Bewegung breitete sich aus. In der Folge fühlten sich viele US-Soldaten, die der Hölle in Fernost entkommen waren, ungeliebt und unverstanden. Sie pflegten die Kameradschaft untereinander; erst recht auf deutschen Stützpunkten, wo sie, wegen der zeitlichen Befristung, weder die Sprache lernten noch sich integrierten. Um dennoch den starren Regeln des Militärlebens zu entfliehen und ein bisschen auf die Pauke zu hauen, gründeten die Soldaten regionale Motorradclubs nach US-Vorbild. Nach und nach nahmen sie deutsche Mitglieder auf – erst recht, als in den 80er Jahren die US-Truppenstärke deutlich reduziert wurde, viele Cavemen zurück in die Staaten kamen. Sie sind zwar ein Leben lang Cavemen; doch an Aktivitäten in Deutschland können sie kaum mehr teilnehmen. Inzwischen bestehen die Cavemen nach eigenen Angaben zu gut zwei Dritteln aus Deutschen. Heute existieren drei so genannte Chapter: das in Ramstein, das tatsächlich seinen Sitz in Schönenberg-Kübelberg hat, sowie jene im saarländischen Lebach und in Trier. Lange Jahre hatten die Cavemen auch eine Dependance in Mannheim. Intermezzi gab es unter anderem in Kusel und Grünstadt. Die Mitgliederzahl wird nicht mitgeteilt. Der Altersschnitt liegt bei knapp 40 Jahren.
