Geiselberg
Zukunftsprojekt Seeberg: Gewerbegebiet soll größer werden
Die Kinderspielplätze werden mittlerweile regelmäßig von Fachfirmen begutachtet. Um Mängel zu beseitigen, werden zum Beispiel auf dem Spielplatz hinter der Kirche der Ballfangzaun und ein Spielhaus für 16.000 Euro erneuert. Es ist eine von vielen Investitionen, „die unseren Doppelhaushalt 2021/22 prägen“, sagt die Bürgermeisterin bei der Ratssitzung am Mittwoch, als der Haushaltsplan verabschiedet wurde. Der Haushalt sei eine Herausforderung, „aber machbar“, so Vatter. Die größte Investition könnte die Entwässerung der Hirschalbstraße werden. „Streitigkeiten, welche seit Jahrzehnten andauern, würden wir endlich gerne abschließen.“ Sie wertet dieses Thema, das die Gemeinde seit Jahrzehnten beschäftigt, als „Dauerprozess ohne Lösung für das eigentliche Problem“.
30.000 Euro hat die Gemeinde im Haushalt eingestellt, um den Ausbau der Friedhofstraße zu planen. Es sei unumgänglich, die Straße zu sanieren, konstatiert die Bürgermeisterin. Die Mängel sind enorm. Schon im Straßenzustandsbericht 2018 seien sie dokumentiert. Weil die Verkehrssicherheit in Teilen in Frage steht, führe kein Weg an einem Vollausbau vorbei. Bei der Feinplanung werde in den nächsten Monaten auch mit den Anwohnern gesprochen.
Neue Grabfelder
Ebenso dringend ist die Sanierung der Friedhofsmauer: Die bröckele an mehreren Stellen. 15.000 Euro sind eingeplant. Der Rat hat zudem beschlossen, eine neue Kühlzelle für die Leichenhalle anzuschaffen. Unumgänglich, da das Gesetz fordere, dass ein Leichnam zwischen zwei und sechs Grad Celsius gelagert werden muss. 9000 Euro stehen im Haushalt. Mit weiteren 7500 Euro sollen neue Grabfelder gestaltet werden. Das Rasenurnengrabfeld ist bereits stark belegt. Die Gemeinde versuche, unterschiedlichen Bestattungswünschen gerecht zu werden, sagte Vatter.
In Geiselberg läuft ein Flurbereinigungsverfahren. Für Offenhaltungsmaßnahmen plant die Gemeinde den Erwerb von unbebauten Grundstücken. 10.000 Euro sind dafür veranschlagt. Das wird mit 95 Prozent vom Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum bezuschusst.
Gewerbegebiet wird größer
Eine richtungsweisende Entscheidung wird der Geiselberger Gemeinderat voraussichtlich in der kommenden Sitzung treffen: Das Gewerbegebiet Seeberg soll erweitert werden. Nachfrage besteht. Eine Machbarkeitsstudie soll weitere Erkenntnisse bringen. „Es könnte ein Zukunftsprojekt werden“, sagt Vatter und mahnt in diesem Zusammenhang den dringend erforderlichen Breitbandausbau an. Positiv sei, dass Geiselberg mit dem Gewerbegebiet nun im Sonderprogramm Breitbandausbau in Gewerbe- und Industriegebieten beim Landkreis gelistet sei. Einen konkreten Termin für den Start gebe es aber noch nicht.
Abgelehnt hat der Rat einen Antrag, im „Börnersfeld 3“ ein Neubaugebiet auszuweisen. Dort hat die Gemeinde selbst kaum Flächen und könnte folglich nicht gewährleisten, dass die Grundstücke vermarktet werden. Es wird aber gebaut in Geiselberg: Ein privater Investor realisiert ein kleines Wohnprojekt mit fünf Reihenhäusern. Dem hat der Rat zugestimmt. Die Häuser sollen auf der Wiese in der Hauptstraße gebaut werden, gegenüber der früheren Wasa-Fabrikhalle.
Die Hundesteuer hat der Rat von 30 auf 36 Euro im Jahr erhöht. Den Vorschlag, auf 42 Euro zu gehen, lehnte der Rat ab. Für gefährliche Hunde wird eine gesonderte Steuer von 400 Euro eingeführt. In Geiselberg gebe es derzeit aber keinen Hund, der laut Gesetz als gefährlich einzustufen ist, sagt Vatter. Die hohe Steuer soll als Signal verstanden werden, dass die Gemeinde kein Interesse an so einem Hund im Ort habe.
Eltern wollen lieber Hortplatz
Laut Kämmerer Andre Gundacker ist die Hauptaufgabe, Bestehendes zu erhalten: Es gibt so viele Pflichtaufgaben und damit auch Pflichtausgaben, dass es der Gemeinde nicht möglich ist, ihren Haushalt auszugleichen. Die Folgen der Corona-Pandemie bleiben abzuwarten, sagte Gundacker. Zuletzt war die Steuerkraft durch steigende Einnahmen deutlich nach oben gegangen. Das hat zur Folge, dass mehr Umlage an Kreis und Verbandsgemeinde zu überweisen sind. Für die beiden Haushaltsjahre 2021/22 rechnet man in Geiselberg mit einem Gewerbesteueraufkommen in Höhe von 265.000 Euro. Wichtigste Einnahmequelle bleibt der Anteil an der Einkommensteuer, der in beiden Jahren über 400.000 Euro liegt.
Ab diesem Jahr überweist Geiselberg der Nachbargemeinde Heltersberg anteilige Sachkosten für den Hort. Die berechnen sich an der Anzahl der Geiselberger Kinder, die das Angebot in Anspruch nehmen. „Es war wichtig für uns, dass unsere Eltern für ihre Kinder jetzt einen gesicherten Platz haben“, sagt Vatter zur kürzlich geschlossenen Zweckvereinbarung. Diese sichert 75 Plätze im Hort. Damit trage man den Wünschen der Geiselberger Eltern Rechnung, die klar gesagt haben, dass sie einen Hortplatz der betreuenden Grundschule vorziehen.
Der Rat tagte zum ersten Mal in diesem Jahr in Präsenz. Das sei nicht einfach gewesen, „aber wir haben es hinbekommen“, bilanziert Vatter. Sie freue sich über das Vertrauen in die Arbeit der Gemeindeführung, das während der Pandemie gewährt wurde.